Bundesamt für Naturschutz

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Biologische Vielfalt in der Stadtentwicklung

Themengruppe:

Naturschutz

FKZ:

3516 82 1900

Laufzeit:

01.09.2016 - 31.01.2018

Anlass/Hintergrund:

Die Städtebauförderung stellt eines der wichtigsten Instrumente zur Unterstützung der Kommunen bei der Behebung städtebaulicher Missstände dar, und bietet bereits heute gute Schnittstellen und Finanzierungsmöglichkeiten für die Ziele von Naturschutz und Landschaftspflege im besiedelten Bereich. Insbesondere die Begrünung des Lebensumfeldes ist als wichtiger Baustein für die Steigerung der Attraktivität der Städte und Gemeinden als Wohn- und Wirtschaftsstandort anerkannt. Diesem Umstand tragen Bund und Länder auch seit einiger Zeit Rechnung. So ist die „Umsetzung von Grün- und Freiräumen“ seit 2015 Fördertatbestand in allen Programmen der Städtebauförderung. Neben der Weiterentwicklung der Rahmensetzung durch Bund und Länder sehen Naturschutz und Landschaftspflege Handlungsbedarf bei den Kommunen, denn diese sind als lokalstaatliche Akteurinnen, in der Lage passgenau Konzepte zu entwickeln und Projekte vor Ort umsetzen.

Stadterneuerungsprojekte, die städtisches Grün zur Behebung städtebaulicher Missstände nutzen und sich vor allem auf die Stadtumbaugebiete konzentrieren, stehen konzeptionell jedoch nur selten in Bezug zu gesamtstädtischen Grünplanungen. Auch die Gestaltungs- und Pflegekonzepte orientieren sich nur selten an ökologischen oder naturschutzfachlichen Aspekten, sondern sind in erster Linie auf gesellschaftliche Bedürfnisse bzw. die Behebung städtebaulicher Missstände ausgerichtet. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Reihe guter Beispiele, die verdeutlichen, dass die Berücksichtigung der Ziele von Naturschutz und Landschaftspflege im Rahmen der integrierten Stadtentwicklung möglich ist.

Projektziele:

Das Forschungsvorhaben befasst sich mit den Möglichkeiten der stärkeren Integration der Themen- und Arbeitsfelder von Naturschutz und Landschaftspflege im Rahmen der Stadtentwicklung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Möglichkeiten der deutschen Städtebauförderung, den Schutz und die Weiterentwicklung der biologischen Vielfalt im besiedelten Bereich zu verbessern und damit einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele der NBS sowie der NBS 2020 für den Siedlungsbereich zu leisten. Dazu werden Kommunen untersucht, die derzeit an der konzeptionellen Umsetzung der Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt arbeiten und dazu auf Projektebene Mittel der Städtebauförderung in Anspruch nehmen bzw. dies beabsichtigen. Die Kommunen werden bei der Entwicklung bzw. Fortschreibung der, für die Städtebauförderung obligatorischen, städtebaulichen Konzepte wissenschaftlich begleitet. Ziel es, erfolgreiche Prozessverläufe, die zu einer naturschutzorientierten Stadtentwicklung bzw. -erneuerung, und damit letztlich auch zur Verwirklichung grüner Infrastruktur im urbanen Raum beitragen, darzustellen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Kommunen bei städtebaulichen Sanierungen den Schutz und die Weiterentwicklung der urbanen biologischen Vielfalt frühzeitig und konzeptionell mitzudenken.

Forschungsnehmer:

Dipl.-Biologe Peter Werner & Dr. Katharina Schumann, 
Institut Wohnen und Umwelt GmbH 

Dr. Stefanie Rößler & M.Sc. Elisa Böhme, 
Leibniz-Institut für ökologisches Raumentwicklung e.V.

Dr. Simone Planinsek & Ines Klinke, 
NH ProjektStadt - eine Marke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt

Ansprechpartner im BfN:

Thomas Arndt, FG II 4.1

Letzte Änderung: 16.12.2016

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