Nachhaltige Entwicklung xerothermer Hanglagen am Beispiel des Mittelrheintales
Förderschwerpunkt:
Naturschutzgerechte Regionalentwicklungen anstoßen: Naturschutzgerechte Land-, Forst- und Wasserwirtschaft
Ort:
Mittelrheintal zwischen Bingen und Lahnstein sowie die nördlich angrenzenden Bereiche zwischen Neuwied und Unkel im Landkreis Neuwied, Rheinland-Pfalz
Laufzeit:
10/1998 - 04/2000 (Voruntersuchung)
11/2001 - 12/2005 (Hauptvorhaben)
05/2002 - 10/2006 (Wissenschaftliche Begleitung)
Kurzbeschreibung:
Durch agrarstrukturelle und sozioökonomische Veränderungen sind traditionelle Kulturlandschaften in Xerothermgebieten (insbesondere Steillagen in Weinanbaugebieten) hinsichtlich ihrer Naturqualitäten und der wertvollen Elemente ihrer typischen biologischen Vielfalt gefährdet. Diese Naturqualitäten sind nur über eine angemessene Offenhaltung der Landschaft zu gewährleisten.
Am Beispiel des Mittelrheines soll stellvertretend für weitere Regionen in Deutschland eine Konzeption zur nachhaltigen Entwicklung erprobt und weiter entwickelt werden, die unter Berücksichtigung und Integration der Rahmenbedingungen von regionaler Landwirtschaft und Tourismus Naturschutzziele verfolgt und kooperativ umsetzt.
In der Voruntersuchung wurden dazu verschiedene Szenarien erarbeitet, die Erkenntnisse und Ansatzpunkte für eine nachhaltige Entwicklung in Xerothermgebieten am Mittelrhein liefern. Diese Szenarien behandelten die Themenfelder: Zulassen der Sukzession, Historisches Szenario um 1900 sowie verschiedene konventionelle und alternative Nutzungsformen und Pflegemanagementmaßnahmen. Auf der Grundlage der im Leitbild formulierten Zielvorstellungen wurden Kriterien zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Szenarien, Strategien oder Projekten herausgearbeitet und eine Bewertungsmethode entwickelt.
Im Rahmen des Hauptvorhabens werden unterschiedliche, z.T. neuartige Maßnahmen bzw. Maßnahmenkombinationen zur Offenhaltung ehemals genutzter und heute unterschiedlich stark zugewachsener Hanglagen angewandt und unter dem Leitbild einer nachhaltigen Kulturlandschaftsentwicklung zu einem kohärenten Konzept entwickelt. Es kommen Maßnahmen unterschiedlicher traditioneller und alternativer Nutzungsvarianten (Wein- und Obstbau, Hüte- und Koppelhaltung von Weidetieren) und verschiedener Pflegeformen (halboffene Weidelandschaft, Feuer- und Panzerketteneinsatz) parallel im gleichen Projektgebiet zum Einsatz. Dies bietet die Möglichkeit, die unterschiedlichen Maßnahmen unter Aspekten der Effektivität und Effizienz unter Einbeziehung auch sozio-kultureller und -ökonomischer Bewertungen vergleichend zu analysieren.
Projektträger:
Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (GNOR) e.V. (Voruntersuchung und Hauptvorhaben)
Osteinstraße 7-9
55118 Mainz
Johannes Gutenberg- Universität Mainz (Wissenschaftliche Begleitung)
Institut für Zoologie
55099 Mainz
Fachbetreuer im BfN:
Andreas Kärcher, Christel Schmelzeisen,
FG II 3.1
Projektförderer:
BfN, Land Rheinland-Pfalz, Landkreis Neuwied, Projektträger, Universität Mainz, Universität Regensburg, Stadt Boppard, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Hunsrück-Kreis
Finanzvolumen:
2.600 TEuro
Weitere Informationen:
Projektbüro:
GNOR E+E-Mittelrhein
Karmeliterstraße 2
c/o Stadtverwaltung Boppard
56154 Boppard
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Internet (E+E-Mittelrhein)

