Bundesamt für Naturschutz

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Beitrag des Naturschutzes zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel

Herausforderung Klimawandel - die Natur als Partner

Der globale Klimawandel ist kein reines Zukunftsszenario, sondern findet bereits spürbar statt. Umso wichtiger ist es, dass Klimaschutz als Anpassung an den Klimawandel aktiv betrieben werden. Das betrifft nicht nur die Land- und Forstwirtschaft und das Wassermanagement. Auch andere Bereiche wie die Gesundheitsvorsorge, die Stadtplanung, der Verkehr und der Tourismus müssen sich zunehmend an die Veränderungen des Klimas anpassen und durch geeignete Maßnahmen zum Klimaschutz beitragen.

Ökosysteme spielen dabei eine besondere Rolle, denn sie bilden mit ihren vielfältigen Funktionen (Wasser- und Klimaregulierung, Luftreinhaltung, Produktion von Nahrungsmitteln, Bereitstellung von Erholungsräumen etc.) die Grundlage unseres Lebens. Doch auch die Ökosysteme müssen sich langfristig an veränderte Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse anpassen, was nur gelingen kann, wenn sie insgesamt intakt und stabil bleiben. Gestörte Ökosysteme können viele für den Menschen wichtige Leistungen nicht mehr ausreichend erbringen. Die Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung von Ökosystemen bilden deshalb die Grundlage der "naturbasierten Ansätze" für Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel.

Mit naturbasierten Ansätzen ist es möglich, Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Katastrophenvorsorge, Erhaltung der biologischen Vielfalt und nachhaltiges Ressourcenmanagement miteinander zu verbinden. Nicht selten werden naturbasierte Ansätze auch als Maßnahmen "ohne Reue" ("no-regret-options") bezeichnet, das heißt die Maßnahmen haben auch dann einen Nutzen, wenn Klimaänderungen nicht eintreten. Sie sind oft kosteneffizient und man kann mit ihnen in der Regel flexibel auf das sich weiter verändernde Klima und die damit verbundenen Unsicherheiten reagieren. Zudem werden gleich mehrere Ziele zur gleichen Zeit verfolgt. Sie können deshalb eine sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen technischen Ansätzen sein und sie in Teilen auch ersetzen, zum Beispiel im Küstenschutz oder bei der Anpassung an den klimawandelbedingten Wärmeninseleffekt in Städten.


Begriffserläuterung

Beim naturbasierten Klimaschutz werden die Leistungen der Ökosysteme genutzt, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren, Kohlenstoffspeicher zu bewahren und zu erweitern.

Bei der naturbasierten Klimaanpassung ist das Ziel, die für die Menschen notwendigen Leistungen der Ökosysteme trotz Klimawandel langfristig zu erhalten und die Folgen der zu erwartenden, für den Menschen ungünstigen Entwicklungen (z.B. heftigere Regenfälle, häufigere Überflutungen aber auch Hitzewellen und Dürreperioden) abzupuffern.

Bei beiden Ansätzen gilt es, die Leistungen der Ökosysteme und deren Nutzbarkeit stabil zu halten. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Stabilisierung bzw. Stärkung der funktionalen Beziehungen innerhalb des Ökosystems und zwischen den Arten, um auf diese Weise deren Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Dies ist durch verschiedene Maßnahmen zu erreichen, z.B. mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung sowie dem Schutz und der Wiederherstellung von Ökosystemen.

Naturbasierte Ansätze sind auch unter dem Begriff "ökosystembasierte Ansätze" bekannt.

Letzte Änderung: 10.11.2015

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