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Besonders geschützte Biotoptypen nach § 30 BNatSchG

Durch § 30 BNatSchG wird eine Reihe von Biotoptypen pauschal vor erheblichen und nachhaltigen Eingriffen geschützt. Die Qualität des Schutzes soll dabei der von Naturschutzgebieten entsprechen. Gesetzlich geschützt sind die nachfolgenden Biotoptypen:


Natürliche Bereiche fließender Binnengewässer, Foto: U. Riecken
Natürliche Bereiche fließender Binnengewässer, Obere Isar, Foto: U. Riecken

Natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche.


Seggen- und binsenreiche Nasswiese, Foto: U. Riecken
Seggen- und binsenreiche Nasswiese, Mehlbachmoos, Foto: U. Riecken

Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen.


Offene Binnendüne, Foto: U. Riecken
Offene Binnendüne, Jüterborg, Foto: U. Riecken

Offene Binnendünen, offene natürliche
Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte.


Bruchwald, Foto: U. Riecken
Bruchwald, Nordvorpommern, Foto: U. Riecken

Bruch-, Sumpf- und Auwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder.


Offene Felsbildungen, Foto: U. Riecken
Offene Felsbildungen, Karwendel, Foto: U. Riecken

Offene Felsbildungen, alpine Rasen sowie Schneetälchen und Krummholzgebüsche.


Steilküste, Foto: U. Riecken
Steilküste, Zicker (Rügen), Foto: U. Riecken

Fels- und Steilküsten, Küstendünen und Strandwälle, Strandseen, Boddengewässer mit Verlandungsbereichen, Salzwiesen und Wattflächen im Küstenbereich, Seegraswiesen und sonstige marine Makrophytenbestände, Riffe, sublitorale Sandbänke, Schlickgründe mit bohrender Bodenmegafauna sowie artenreiche Kies-, Grobsand- und Schellbereiche im Meeres- und Küstenbereich.

Ein Teil dieser Biotoptypen wurde erst im Zuge der Novellierung des BNatSchG 2009 neu in den Katalog der gesetzlich geschützten Biotope übernommen. Es handelt sich dabei ausnahmslos um gefährdete Biotoptypen.

Im Zuge der Novellierung des BNatSchG neu in den Katalog der besonders geschützten Biotope aufgenommene gefährdete Biotoptypen nebst Gefährdungseinstufung (2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet)
Code Biotoptyp RLD
01.02.07 Sandbank der küstenfernen Meeresgebiete der Nordsee (Komplex) 3
01.02.08.01 Feinsubstratbiotop der küstenfernen Meeresgebiete der Nordsee mit Schlicksubstrat (von Schluff und Ton dominiert) 2
01.02.08.02 Feinsubstratbiotop der küstenfernen Meeresgebiete der Nordsee mit gemischtem Substrat (schlickig bis feinsandig) 3
03.02.07 Sandbank der Flachwasserzonen der Nordsee mit oder ohne Makrophyten 3
37.01 nährstoffarmes Großseggenried 2
37.02 nährstoffreiches Großseggenried 3
70.03 subalpiner Lärchen-Arvenwald 3
70.04 subalpiner Lärchenwald 3

(nach Riecken et al. 2006)

Die Auswertung der aktuellen Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen (Riecken et al. 2006) ergibt, dass trotzdem nur rund drei Viertel aller gefährdeten Biotoptypen (inklusive der Kategorien 3, V und ?) auch gesetzlich geschützt sind. Die nachfolgende Abbildung zeigt die entsprechenden Anteile der einzelnen Gefährdungskategorien.


Anteile gesetzlich geschützter Biotoptypen (gem. § 30 BNatSchG) an den gefährdeten Biotoptypen (inklusive der Kategorien 3, V und ?, ohne "Technische" Biotoptypen) der einzelnen Gefährdungskategorien der Roten Liste gefährdeter Biotoptypen

0 = vollständig vernichtet, 1 = von vollständiger Vernichtung bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, R = rare, enge geographische Restriktion, V = Vorwarnliste, ? = Daten defizitär/Einstufung nicht möglich (Gefährdungseinstufung nach Riecken et al. 2006)

Kontakt

Für weitere Fragen:

 Uwe Riecken
 Peter Finck

 FG II 2.1

Letzte Änderung: 18.02.2015

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