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Landschaftssteckbrief

4500 Donauried


Landschaftstyp:

4.2 Ackergeprägte offene Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Süddeutsches Stufenland mit seinen Randgebirgen und dem Oberrheinischen Tiefland



Fläche:

613 km²



Beschreibung:

Das Donautal erstreckt sich zwischen Neu-Ulm (470 m ü. NN) und Donauwörth (414 m ü. NN) und vermittelt zwischen den Donau-Iller-Lech-Platten im Süden und der Schwäbischen Alb im Norden. Die Geländeoberfläche der offenen und weiten Riedlandschaft wird von einer würmzeitlichen, flach nach Nordosten einfallenden Kiesebene gebildet. Eine Vielzahl von Baggerseen prägt das Landschaftsbild. Das Donautal selbst ist nur relativ gering besiedelt, auf den Hochflächen hingegen sind viele Städte bandartig aneinander gereiht. Der Auwald zieht sich in einem durchgehenden bis zu 2,5 km breiten Band von Neu-Ulm bis etwa Höchstätt. Große Grünlandbereiche befinden sich in den Niedermoorgebieten bei Riedheim und Riedhausen im westlichen Teil des Rieds sowie westlich von Mertingen am östlichen Rand der Landschaft. Außerhalb der Auen- und Niedermoorbereiche ist die Landschaft ackerbaulich genutzt. Größere Teile des Rieds sind recht strukturarm.
Land- und Forstwirtschaft sind vorherrschend, weiterhin von Bedeutung sind Kiesabbau, Energieerzeugung und Trinkwassergewinnung. Erholungsnutzung findet besonders in den Auwaldbereichen und an den Baggerseen statt.
Die Donau selbst spielt u.a. als Lebensraum und Rastplatz für Wasservögel eine wichtige Rolle. Mit Auwaldbereichen, Altwässern, Niedermooren, Grünlandgebieten sowie Gräben und Streuwiesen stellt das Donauried einen der wertvollsten Großlebensräume in Bayern dar, da die Donau mit ihren Auwäldern eine europäische Biotopverbundachse vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer bildet. Ferner dient das Donauried als Hochwasserabfluß- und -rückhalteraum. Teile der Landschaft liegen in verschiedenen FFH- und EU-Vogelschutzgebieten. Von Lauingen stromaufwärts sind die Donau und die angrenzenden Talbereiche als RAMSAR-Gebiet ausgewiesen, außerdem sind im zentralen und östlichen Teil der Landschaft große Wiesenbrüterflächen kartiert worden. Die 11 Staustufen des Gebiets geben der Donau den Charakter eines staugeregelten Stillgewässers mit kurzen Fließstrecken und haben die ökologische Durchgängigkeit unterbrochen. Der Charakter einer offenen Riedlandschaft wird durch den Rückgang der Grünlandnutzung und die Zunahme von Kiesabbaustellen immer stärker beeinträchtigt. Absenkung des Grundwasserspiegels und Kiesabbau sowie zunehmende anthropogene Nutzung der wertvollen Lebensräume stellen nicht nur für die Wiesenbrüter- und Weißstorchpopulation ein erhebliches Problem dar.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 15,69 %
Vogelschutzgebiete 30,22 %
Naturschutzgebiete 2,13 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 18,83 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 35,28 %


Abgrenzung der Landschaft 'Donauried' (4500)

Abgrenzung der Landschaft "Donauried" (4500)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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