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Landschaftssteckbrief

69200 Eider-Treene-Sorge-Niederung


Landschaftstyp:

4.1 Grünlandgeprägte offene Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

546 km²



Beschreibung:

Zwischen der Hohen Geest (Bredstedt-Husumer Geest, Itzehoer Geest) und der Schleswigschen Vorgeest liegt ein großes, offenes Niederungsgebiet, das von den Flüssen Eider, Treene und Sorge durchzogen wird. Einige saalezeitliche Geestinseln ragen bis zu 40 m aus der Umgebung heraus. Die gesamte Niederung besteht überwiegend aus Flachmoortorfen, auf denen sich an vielen Stellen Hochmoore entwickelten, die auch heute noch Mächtigkeiten von bis zu 8 m aufweisen. Der gesamte Landschaftsraum ist eine alte Kulturlandschaft und liegt in weiten Bereichen auf dem Niveau des Meeresspiegels, in durch entwässerungsbednigte Torfsackung bereits darunter. Seit dem Mittelalter wurde versucht, die Landschaft durch Bau von Entwässerungsanlagen, Gräben und Deichen zu entwässern. Die ehemals ausgedehnten Hochmoore wurden großflächig abgetorft, haben jedoch auch heute noch einen Flächenanteil von über 5%. Ehemals vorhandene Flachseen wurden trockengelegt. Wälder gibt es nur in geringem Umfange z.B. auf saalezeitlichen Altmoränen bei Bergenhusen. Der Landschaftscharakter ist offen, lediglich auf den Geestinseln sind zum Teil dichte Knicknetze (Wallhecken) ausgebildet. In der Gegend um Erfde liegt eine der am charakteristischsten ausgebildeten historischen Knicklandschaften in Schleswig-Holstein.
Fast der gesamte Landschaftsraum wird als Grünland genutzt, lediglich auf Geestkernen, den sog. Holmen, findet Ackerbau statt. Die Niederungen werden überwiegend durch breite Marschengräben entwässert.
Die Eider-Treene-Sorgeniederung ist ein großflächig zusammenhängendes Niederungsgebiet. Diese Flächen ließen sich trotz aller Anstrengungen nur vergleichsweise extensiv nutzen, so dass auch heute noch große Hoch- und Niedermoorkomplexe zu finden sind. Die Grünländer haben als Brut- und Rastgebiete, insbesondere für Wiesenvögel eine hohe Bedeutung. Das dichte Grabennetz hat eine hohe Bedeutung für die Amphibienpopulationen sowie einige seltene Pflanzenarten von denen beispielhaft die Krebsschere (Stratiotes aloides) als Eiablagepflanze der nach FFH Anhangs II geschützten Libellenart Grüne Mosaikjungfer genannt werden soll. Weiterhin kommt in den Gräben ebenfalls der Schlammpeitzger vor. Wichtige Naturschutzgebiete sind beispielsweise "Wildes Moor", "Tetenhusener Moor", "Dellstedter Birkwildmoor"," Alte Sorgeschleife", "Hohner See", "Delver Koog" oder "Süderstapler Westerkoog", die in den meisten Fällen auch als FFH- und/oder Vogelschutzgebiet gemeldet sind.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 10,87 %
Vogelschutzgebiete 26,79 %
Naturschutzgebiete 5,12 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0,91 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 28,17 %


Abgrenzung der Landschaft 'Eider-Treene-Sorge-Niederung' (69200)

Abgrenzung der Landschaft "Eider-Treene-Sorge-Niederung" (69200)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Blick vom Stapelholm (Altmoräne) über die Eider-Treene-Sorge-Niederung (Foto: Christof Martin)

Blick vom Stapelholm (Altmoräne) über die Eider-Treene-Sorge-Niederung (Foto: Christof Martin)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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