Bundesamt für Naturschutz

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Das Verbändevorhaben "Lebenraumkorridore für Mensch und Natur" -Initiativskizze (Grobkonzept) zur Entwicklung eines Netzes bundesweit bedeutsamer Lebensraumkorridore


Die Initiativskizze "Lebensraumkorridore" ist informell und vorläufig: Sie soll zur Weiterführung, Verbesserung und zu Umsetzungsprojekten anregen. Nachfolgend sind Links sowohl zum Text als auch zu den Karten und Abbildungen aufgeführt.

Bitte lesen Sie zuvor die Hinweise zum Verstehen und zur richtigen Anwendung der Initiativskizze:

Biotopverbundplanungen der Bundesländer

(siehe auch Kapitel 7 in der Textdatei)


  • Im Projekt wurden Biotopverbundplanungen der Länder der BRD in einer Karte zusammengeführt. Die Planungen der Länder Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen sowie die Planungen von Berlin, Bremen und Hamburg konnten im Rahmen des Projektes jedoch nicht dargestellt werden. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt lagen Planungen nur für kleine Teile der Landesfläche vor.
  • In der Darstellung wurde soweit möglich versucht, nur die landes- bis bundesweit bedeutsamen Bestandteile des Biotopverbundes darzustellen. Einige Länderplanungen weisen mehrere Ebenen auf.
  • Weitere Details zu den in der Karte dargestellten Planungen sind den Quellenangaben neben der Kartenlegende und dem Textteil zu entnehmen.
  • Im F+E -Vorhaben "Länderübergreifende Achsen des Biotopverbundes" des BfN (Beginn Juli 2004) findet eine weiterführende Abstimmung mit den Länderfachbehörden zur Weiterentwicklung der bundesweiten Darstellung statt.

Lebensraumkorridore

(siehe auch Kapitel 8 in der Textdatei)


  • Die in der Karte abgebildeten Lebensraumkorridore sind als Entwicklungsbereiche (Freihalteräume) zu betrachten, d.h. sie bestehen bislang noch nicht als Achsen mit durchgehend naturgeprägten Habitaten.
  • Für nähere Informationen zur Idee und Funktion von Lebensraumkorridoren wird auf den Textteil und auf die Erläuterungsskizze in der Karte verwiesen.
  • Analog zu den Flächen des Biotopverbundes (s.o.) wurden i.d.R. nur die länderübergreifenden und bundesweit bedeutsamen Korridore veranschaulicht.
  • Das Grobkonzept "Lebensraumkorridore für Mensch und Natur" ist als Arbeitsstand mit vorläufigem Charakter aufzufassen. Die Korridore, insbesondere die "ergänzenden" (alternativen), sind möglicherweise noch nicht vollständig dargestellt oder noch nicht richtig gewichtet. Eine Fortschreibung und Verbesserung auch in Verbindung mit dem o.g. F+E -Vorhaben ist geboten und vorgesehen.
  • Die Lebensraumkorridore sind typisiert (4 Typen) und schematisch vereinfacht dargestellt.
  • Mit dem Netz der Korridore für Arten der Wälder und Halboffenlandschaften sind die nach derzeitigem Wissen wichtigsten Achsen abgebildet, die die bedeutendsten Waldgebiete über waldreiche Halboffenlandschaften verbinden. Der Verlauf dieser Korridore basiert im Wesentlichen auf einem artübergreifenden Modell für Großsäuger sowie speziellen Konzepten zu Luchs, Wildkatze und Rothirsch.
  • Die Korridore für Arten der trockenen Landschaften geben die Prioritäten in Deutschland noch am unvollständigsten wieder. Es erfolgte zwar eine Skizzierung wichtigster Gebiete mit Kalkmagerrasen, jedoch sind nur Teile der BRD betrachtet und noch nicht alle verfügbaren Daten ausgewertet worden. Die Lebensräume und Achsen für Arten des Offenlandes sind im Grobkonzept aufgrund fehlender Grundlagen (z. B. zu silikatischen Magerrasen und zu mesophilem Grünland) noch unterrepräsentiert.
  • Die Korridore für "Arten der Niederungen und Flusstäler" sind unabhängig vom System durchgängig naturnaher Fließgewässer entwickelt worden; die Initiativskizze macht keine Aussagen zu rein aquatischen Ökosystemen.
  • Zur Präzisierung des Konzeptes der Lebensraumkorridore ist es erforderlich, populationsbezogene Ergänzungen für zahlreiche weitere Zielarten (Repräsentanten weiterer Anspruchstypen) einzubringen.
  • Weiteres Ziel ist neben der weiteren Abstimmung mit den Ländern und der Integration aquatischer Systeme die deutlichere Hinterlegung rechtlicher Grundlagen (NATURA 2000, § 3 BNatSchG, WRRL) sowie die Ableitung und Darstellung abschnittsbezogener Ziele für Korridorabschnitte (jeweilige Leitbilder, Zielarten). Auch der Nutzeraspekt ist noch nicht integriert worden (siehe Kapitel 9 in der Textdatei).

Zur Anwendung der Initiativskizze "Lebensraumkorridore"

(siehe auch Kapitel 3 und 4 in der Textdatei)


  • Das informelle Grobkonzept soll als eine Prüfgrundlage bei Eingriffsplanungen herangezogen werden. Die Verwendung der Informationen aus der Karte entbindet jedoch nie von vorhabensbezogenen Untersuchungen. Die Karte gibt lediglich Hinweise auf möglicherweise beeinträchtigte überregionale bis nationale Funktionsbeziehungen.
  • Bei Eingriffen in den Bereich der bundesweit bedeutsamen Korridore sollten erhöhte Anforderungen an Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen gestellt werden.
  • Generell ist ein Freihalten (Potenzialsicherung) der maßgeblichen Bestandteile innerhalb der Korridore anzustreben.
  • Die Karte soll als Anstoß für großmaßstäbigere Konzepte und auch für Maßnahmen dienen und sie ist Teilbeitrag zur Bestimmung des deutschen Beitrags zum Pan European Ecological Network (PEEN)


Letzte Änderung: 02.01.2006

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