Bundesamt für Naturschutz

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Förderung und Finanzierung von Natura 2000

In Artikel 8 der FFH -Richtlinie wird auf die Finanzierung des Netzes Natura 2000 abgehoben. Die Bestimmungen der FFH - bzw. Vogelschutzrichtlinie richten sich (mit ihren finanziellen Konsequenzen) zunächst an die Mitgliedstaaten. Allerdings sind eine Kofinanzierung durch die Europäische Union und eine Kostenschätzung in der FFH -Richtlinie vorgesehen. Danach kommt eine direkte finanzielle Beteiligung der Europäischen Union v. a. für die Gebiete in Betracht, die prioritäre Arten und Lebensraumtypen beinhalten.

Finanzierungsoptionen für Maßnahmen im Rahmen der FFH- und Vogelschutzrichtlinie

Die Europäische Union sieht für die Umsetzung der FFH - und Vogelschutzrichtlinie in der gesamten EU einen Finanzbedarf von ca. 6 Milliarden Euro pro Jahr. Dies sind Kosten für den Aufbau des Netzes Natura 2000, das Management dieser Schutzgebiete, die Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung des Erhaltungszustands der geschützten Lebensraumtypen und Arten sowie die Erfolgskontrolle. Eingeschlossen sind auch Kosten für Naturerleben und die Umweltbildung.

Die Naturschutzmaßnahmen in den Natura-2000-Gebieten können in Deutschland mit ländereigenen Förderprogrammen oder im Rahmen von europäischen Fonds mit EU-Kofinanzierung gefördert werden. Die Kofinanzierung von Natura 2000 durch die EU wird in der Förderperiode 2007-2013 hauptsächlich durch den Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), den Strukturfonds - Europäischer Sozialfonds (ESF) und Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) - sowie das Finanzierungsinstrument für die Umwelt (LIFE+) getragen. Die EU-Kommission hat ein  Handbuch zur Finanzierung von Natura 2000 herausgegeben, das die Fördermöglichkeiten auf EU-Ebene aufzeigt (Teil 1 - Finanzierungsmöglichkeiten;  Teil 2 - Analyse förderfähiger Management-Maßnahmen).

Um die Fonds nutzen zu können, müssen die Bundesländer eigene Umsetzungsprogramme auflegen und von der EU genehmigen lassen. Ansprechpartner für die Förderbedingungen sind die zuständigen Naturschutzbehörden der Bundesländer.

Konkrete Beispiele, wie aktuell Natura-2000-Aktivitäten in Deutschland über  EU-Fonds finanziert werden, zeigt der Leitfaden  "Wege zur Finanzierung Natura 2000 - Gute Beispiele, wie Europa die biologische Vielfalt voranbringt" auf. Der Leitfaden wurde vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V. herausgegeben und durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Prioritärer Aktionsrahmen für Natura 2000

Um ein effektives Management der Natura-2000-Gebiete zu erreichen, sieht Art. 8 der FFH -Richtlinie Prioritäre Aktionsrahmen (PAF= Prioritised Action Frameworks) als strategische Planungsinstrumente vor. Die PAF werden für jede Programmperiode auf nationaler und/oder regionaler Ebene festgelegt, um in den Mitgliedstaaten die Integration der Finanzierung von Natura 2000 bei der Nutzung anderer relevanter EU-Finanzierungsinstrumente zu stärken.

Der PAF enthält für Deutschland eine Festlegung der prioritären Ziele sowie der zu ergreifenden prioritären Maßnahmen in Natura 2000. Die geplante Verwendung von Mitteln aus den einzelnen EU-Fonds für das nationale/regionale Natura-2000-Netz sowie die Pläne zu Monitoring und Evaluierung der unterstützten Maßnahmen sind integrale Bestandteile des PAF.

Der deutsche PAF für die EU-Programmperiode 2014-2020 wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Bundesamt für Naturschutz in Abstimmung mit den Bundesländern im Jahr 2013 erstellt.

 Prioritärer Aktionsrahmen (PAF) für Natura 2000 in Deutschland

Letzte Änderung: 22.03.2011

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