Bundesamt für Naturschutz

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Religionen und Natur

Neuerscheinung: Pflanzen der Heiligen Bücher, BfN-Skript 448

Dattelpalmen (Phoenix dactylifera, W. Barthlott).
Die Dattelpalmen (Phoenix dactylifera) spielen in Bibel und Koran eine bedeutende Rolle, sie werden von Pakistan bis Ägypten seit über 6.000 Jahren kultiviert (Foto: W. Barthlott).
Drachenbäume (Dracaena cinnabari, B. Mies).
Fremdartige Bäume des sagenhaften Landes der Königin von Saba: Drachenbäume bewaldeten einst die Gebirge des Jemen, haben sich in großen Exemplaren aber nur auf der Insel Sokotra erhalten (hier Dracaena cinnabari, Foto: B. Mies).
Olivenbäume (Olea europea, M.D. Rafiqpoor).
Zwei uralte Olivenbäume (Olea europea). Die Bäume können über 1000 Jahre alt werden. Wie viele Pflanzen der Heiligen Bücher stammen sie aus den alten Reichen in Persien und Mesopotamien (Foto M.D. Rafiqpoor).

Religionen vermitteln den Wert der Vielfalt des Lebens, wie das Studium der Heiligen Schriften zeigt. In diesem Zusammenhang legt die Universität Bonn mit dem BfN-Skript 448 "Pflanzen der Heiligen Bücher Bibel und Koran" einen eindrucksvoll illustrierten Band vor.

Durch die Darstellung der Biologie und des ökologischen Zustandes der Pflanzenarten im ethischen Kontext der Religionen ermöglicht die Veröffentlichung eine wertebasierte Auseinandersetzung mit der persönlichen und gesellschaftlichen Mensch-Natur-Beziehung, die für einen zukunftsorientierten Naturschutz von hoher gesellschaftlicher Bedeutung ist.

Das BfN-Skript 448 reiht sich in die Bemühungen der interreligiösen Aktivitäten des BfN ein und wird absehbar eine Rolle bei den geplanten Religiösen Teams für Naturschutz und biologische Vielfalt spielen, die insbesondere in Schulen und Religionsgemeinden über die gesamtgesellschaftliche Aufgabe des Schutzes der biologischen Vielfalt informieren werden.

Die Autoren und die Autorin kommen von der Universität Bonn: Professor Dr. Wilhelm Barthlott war langjähriger Institutsdirektor und Direktor der Botanischen Gärten, Dr. Mohammad Daud Rafiqpoor ist Geograph und Jasmin Obholzer ist Biologin. Das Skript enthält neben einem BfN-Beitrag auch Gastbeiträge von der führenden Koranpflanzen-Spezialistin Fatima Al-Khulaifi (Quatar) und dem weltweit anerkannten Bibel- und Koranpflanzen-Forscher Prof. Lytton J. Musselman (USA).

Abruf:  BfN-Skript 448, Pflanzen der Heiligen Bücher Bibel und Koran


Natur bewahren. Ein gemeinsames Anliegen von Religionen und Naturschutz (Foto: Anna Harzheim; Fotowettbewerb der UN-Dekade biologische Vielfalt)
Geöffnete Hände halten dem Betrachter eine Blume entgegen.

Zur „Bewahrung der Schöpfung“ ruft nicht nur die christliche Lehre auf, sondern auch in vielen weiteren, in Deutschland vertretenen Religionsgemeinschaften nimmt die Natur und der nachhaltige Umgang mit ihr einen großen Stellenwert ein.

Um diesem gemeinsamen Anliegen Raum zu geben und den interreligiösen Austausch zu fördern, haben im Februar 2015 das Abrahamische Forum in Deutschland zusammen mit dem Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie dem Bundesamt für Naturschutz zu einem Dialogforum eingeladen.

Hierbei kamen erstmals Vertreterinnen und Vertreter aus neun Religionsgemeinschaften sowie Akteure des Naturschutzes, der Wissenschaft und staatlicher Stellen zusammen. Mit Begeisterung stellten die Teilnehmenden fest, dass über die verschiedensten Religionen hinweg der Natur und ihrer Vielfalt eine große Bedeutung beigemessen wird und dass zahlreiche Verhaltensweisen und Regeln zum aktiven Naturschutz aufrufen. In einem beachtlichen Konsens aller Teilnehmenden wurde eine  gemeinsame Erklärung verfasst und konkrete Projektvorhaben diskutiert. Auf die gemeinsame und zeitnahe Umsetzung folgender praktischer Schritte wurde sich geeinigt:

Im Anschluss an den jährlichen Ökumenischen Tag der Schöpfung, dem ersten Freitag im September, soll gemeinsam an einer religiösen Woche gearbeitet werden, in der Themen des Naturschutzes und der biologischen Vielfalt im Zentrum stehen.

Freiflächen um Gebäude wie Synagogen, Tempel, Kirchen, Moscheen oder Friedhöfe sollen noch stärker als bisher Orte der biologischen Vielfalt werden. Das gilt auch für die in zahlreichen Städten entstehenden Interkulturellen Gärten.

Für Gemeinden, Schulen und andere Bildungseinrichtungen sollen Interreligiöse Teams für Natur und biologische Vielfalt gebildet werden, die angesichts unterschiedlicher religiöser Traditionen die gemeinsamen Aufgaben bei der Erhaltung und Bewahrung der Natur darstellen und erörtern.

Es soll ein Netzwerk der Religionen für den Naturschutz aufgebaut werden.

 Gemeinsame Erklärung (Flyer)

 Dokumentation des Dialogforums "Religionen und Naturschutz" (BfN-Skript 426)