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Projektsteckbrief Europäisches Grünes Band

Europäisches Grünes Band (European Green Belt)
Entwicklung eines Biotopverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs


Verlauf des Grünen Bandes
Karte mit Verlauf des Grünen Bandes

Hintergrund:

Bis zum Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 war Europa durch eine politische, ideologische und physische Grenze geteilt, die von der Barentsee zwischen Norwegen und Russland bis zum Schwarzen Meer zwischen Bulgarien und der Türkei verlief. Im Bereich dieser Grenze war die Landnutzung durch den Menschen über Jahrzehnte stark eingeschränkt. Die Natur blieb hier weitgehend ungestört, so dass sich ein zusammenhängendes Band von zum Teil großräumigen und wertvollen Lebensräumen entwickeln konnte, das heutige "Grüne Band".

Initiativen, dieses Grüne Band zu erhalten und zu entwickeln, entstanden unabhängig voneinander in Fennoskandien, Deutschland und auf dem Balkan. Nachdem eine Studie "Bestandsaufnahme Grünes Band" den hohen naturschutzfachlichen Wert des innerdeutschen Grünen Bandes belegt hatte, lud das BfN 2003 zu einer ersten internationalen Tagung zum Europäischen Grünen Band ein, mit dem Ziel, die regionalen Initiativen zusammenzuführen und zu stärken. Bald darauf hat die IUCN die Gesamtkoordination des Europäischen Grünen Bandes übernommen, an das 23 Staaten angrenzen.


Ohridsee an der albanisch-mazedonischen Grenze (Bildautor: Uwe Riecken)
Ohridsee an der albanisch-mazedonischen Grenze (Bildautor: Uwe Riecken)

Das Projekt:

Ziel der Initiative zum Europäischen Grünen Band ist, diese Perlenschnur wertvoller Lebensräume als Teil eines Pan-Europäischen Biotopverbundes zu erhalten und zu entwickeln. Das Grüne Band hat jedoch auch eine historische, politische und soziale Dimension. Während es früher die Menschen trennte, kann es nun als Symbol für das Zusammenwachsen Europas dienen.



Ungarische Steppenrinder (Bildautor: Uwe Riecken)
Ungarische Steppenrinder (Bildautor: Uwe Riecken)

Es fördert die grenzübergreifende Zusammenarbeit im Naturschutz und bietet eine Chance für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Letzteres ist für die Menschen in den meist wenig entwickelten Grenzregionen von großer Bedeutung und Voraussetzung für ihren bewussten Umgang mit diesem Naturerbe.


Das Arbeitsprogramm:

Logo IUCN

Für die Umsetzung des Europäischen Grünen Bandes wurde ein  Arbeitsprogramm entwickelt, das konkrete Ziele und Aufgaben benennt und eine Kooperationsstruktur vorgibt.

Um die spezifischen naturräumlichen, historischen, politischen und sozialen Voraussetzungen berücksichtigen zu können und aufgrund der Größe des Projektgebietes, wurde das Grüne Band in drei Abschnitte unterteilt, für die jeweils ein Regionalkoordinator zuständig ist. Diese arbeiten eng mit der  IUCN und den offiziellen Ansprechpartnern der Staaten ("National Focal Points") zusammen.

Fennoskandien und Baltische Staaten


Logo Baltic Fund for Nature

Staaten: Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen
Koordinator: Association of Zapovedniks and National Parks of Northwest Russia, c/o  Baltic Fund for Nature (BFN)

Zentraleuropa


Logo BN Bayern

Staaten: Deutschland, Polen, Tschechische Republik, Slowakei, Österreich, Ungarn, Slowenien, Italien, Kroatien
Koordinator:  BUND-Projektbüro Grünes Band

Südosteuropa


Logo Euronatur

Staaten: Serbien, Rumänien, Bulgarien, Montenegro, Mazedonien, Albanien, Griechenland, Türkei
Koordinator:  EuroNatur


Aktivitäten des BfN:

Das Grüne Band hat für Deutschland aufgrund der ehemaligen Teilung des Landes eine besondere Bedeutung. Das BfN engagiert sich daher sowohl im nationalen als auch im europäischen Bereich durch die Förderung von zahlreichen Projekten vor Ort sowie durch die Unterstützung der Koordinatoren, insbesondere bei der Durchführung von Arbeitstreffen.

Weitere Informationen zum  Grünen Band und zum  Kartierungsprojekt.


Publikationen:

Engels, B., Heidrich, A., Nauber, J., Riecken, U., Schmauder, H. & Ullrich, K. (2004): Perspectives of the Green Belt - Chances for an Ecological Network from the Barents Sea to the Adriatic Sea? BfN-Skripten 102. Bundesamt für Naturschutz, Bonn, 95 S.
 Part 1 (2,5 MB),  Part 2 (2,6 MB)

Riecken, U. & Ullrich, K. (2010): From Death Zone to Life Line - 20 Years of Green Belt. - Korea Research Institute for Human Settlements.  KRIHS Special Report Vol. 15, S. 17-32.

Schwerpunktheft  "Das Grüne Band - 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs" (2009): Natur und Landschaft: Zeitschrift für Naturschutz und Landschaftspflege. -  Bd. 84, H. 9/10.

Terry A., Ullrich K. & Riecken U. (2006):  The Green Belt of Europe: From Vision to Reality. IUCN, Gland, Switzerland and Cambridge, UK. 214 S.

Wrbka, T., Zmelik, K. & Grünweis, F. M. [Hrsg.] (2009):  Das grüne Band Europas: Grenze. Wildnis. Zukunft. - Weitra : Bibliothek der Provinz. 343 S.


Projektmanagement im BfN:

Abteilung II 2 Biotopschutz und Landschaftsökologie
Kontakt: Dr. Uwe Riecken ( uwe.riecken@bfn.de) - National Focal Point für Deutschland

Fachgebiet II 2.1 Biotopschutz und Biotop Management
Kontakt: Dr. Karin Ullrich ( karin.ullrich@bfn.de)


Linktipps

 Europäische Initiative Grünes Band (Koordination: IUCN)

 Grünes Band Europa (Infos des BUND)

 Zentraleuropäisches Grünes Band (Koordination: BUND)

 Grünes Band der Ostsee (Infos der Uni Kiel)

 

Letzte Änderung: 07.04.2010

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