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Das Grüne Band

Im Bereich der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West (Eiserner Vorhang) konnte sich aufgrund der Nutzungsruhe und Abgeschiedenheit über Jahrzehnte ein zusammenhängendes Band von zum Teil wertvollen Biotopen entwickeln, das heutige "Grüne Band". Es reicht von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer. Das BfN ist hier als Förderer von verschiedenen nationalen und internationalen Projekten aktiv. 


20 Jahre Grünes Band

Michail Gorbatschow, Schirmherr der Initiative Grünes Band

Michail Gorbatschow, Schirmherr der Initiative Grünes Band

Anlässlich des 20. Jahrestages des politischen Wandels in Europa und des Falls des Eisernen Vorhangs wird Anfang September ein Schwerpunktheft der Zeitschrift „Natur und Landschaft" zum Grünen Band erscheinen.

Eröffnet wird der Reigen der Beiträge durch ein Vorwort des ehemaligen Präsidenten der UdSSR, Michail Gorbatschow, der die Schirmherrschaft über das Grüne Band übernommen hat. In dem Heft wird die spannende Geschichte des Grünen Bandes nachgezeichnet, über seine Schönheiten berichtet, die Vielfalt der Aktivitäten zu seinem Schutz vorgestellt und seine ökonomische sowie völkerverständigende Bedeutung für ein zusammenwachsendes Europa aufgezeigt.

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Europäisches Grünes Band

Logo european green belt

Das Europäische Grüne Band, das sich aufgrund der historischen Situation entlang des gesamten ehemaligen Eisernen Vorhangs entwickeln konnte, durchzieht ganz Europa von der Barentssee im Norden bis zur Adria und zum Schwarzen Meer im Süden. Das BfN hat gemeinsam mit der  Weltnaturschutzorganisation IUCN begonnen, einen Prozess der grenzübergreifenden Kooperation entlang des gesamten Europäischen Grünen Bands in Gang zu setzen, der zu seinem Erhalt und seiner Entwicklung als Rückgrat eines Biotopverbunds führen soll. Dieser Prozess kann zur Überwindung der historischen Trennung Europas beitragen und bietet die Chance, die Zusammenarbeit zwischen den bisherigen Mitgliedsstaaten der EU, den Beitrittsstaaten und ihren östlichen Nachbarn in Fragen des Naturschutzes zu intensivieren. Nicht zuletzt kann das Europäische Grüne Band insbesondere unter dem Aspekt der  Kohärenz einen wichtigen Beitrag zum Schutzgebietssystem Natura 2000 leisten.  Mehr bei "european greenbelt"


Verlauf des Grünen Bandes

Verlauf des Grünen Bandes

Im Juli 2003 fand in Bonn eine erste internationale Tagung zum europäischen Grünen Band statt. Die Vision eines Grünen Bandes Europa stieß auf große Resonanz und erfuhr auf fachlicher und politischer Ebene eine breite Unterstützung ("Perspectives of the Green Belt"  BfN-Skripten 102)

Im September 2004 wurde durch das BfN gemeinsam mit der  IUCN und dem Fertö-Hanság-Nationalpark in Ungarn am Neusiedler See die zweite internationale Tagung zum Europäischen Grünen Band durchgeführt ( Publikationen). Ein Ergebnis der Tagung ist die Aufstellung eines  Arbeitsprogramms (pdf-Datei, 1,4 MB), das die Ziele, Aufgaben und Arbeitsstruktur der internationalen Arbeitsgruppe umreißt. Die Tagungsergebnisse wurden durch die IUCN in einem  Buch (Terry et al. 2006) publiziert, das erstmalig einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Regionen und inhaltlichen Facetten des Grünen Bandes vom Naturschutz über die Regionalentwicklung und den Tourismus bis hin zur grenzübergreifenden Kooperation bietet.

Das BfN fördert weiterhin die Durchführung von regionalen Arbeitstreffen zum Grünen Band. Für den zentraleuropäischen Abschnitt hat das  Projektbüro Grünes Band des BUND, der in diesem Bereich zuständige Regionalkoordinator, im Oktober 2005 das erste  Arbeitstreffen organisiert. Für den südosteuropäischen Abschnitt fand im November 2005 ein entsprechendes Arbeitstreffen statt, organisiert von der IUCN in Kooperation mit der  Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur), dem dortigen Regionalkoordinator. Nachdem mit der Association of Zapovedniks of Northwest-Russia, vertreten durch den  Baltic Fund for Nature (BFN), ein Regionalkoordinator für den nördlichen Abschnitt des Grünen Bandes im Bereich Fennoskandien und den Baltischen Staaten gefunden war, folgte im September 2006 auch für diese Region ein erstes  Arbeitstreffen nach. Dies wurde von der IUCN in Kooperation mit dem Umweltschutz Institut der Estnischen Universität für Umweltwissenschaften organisiert.

In einem F+E-Vorhaben  "Kartografische Erfassung des Europäischen Grünen Bandes (Green Belt) - Zentraleuropa" wurde eine wissenschaftliche Grundlage als Steuerungsinstrument für weitere Aktivitäten im Bereich des Grünen Bandes geschaffen, die zudem die Bedeutung des Grünen Bandes belegt und somit für eine Unterstützung bei der Umsetzung der Ziele der Initiative wirbt. Die Ergebnisse aus diesem Projekt stehen in Form von  interaktiven Karten und  Postern im Internet für eine breite Nutzung zur Verfügung.

Die Sicherung und Entwicklung des Grünen Bandes wird zusätzlich durch konkrete Umsetzungsprojekte unterstützt, wie z.B. durch die Förderung eines Verbändeförderungsprojekts mit Euronatur  Grünes Band Balkan als ökologischer Korridor für Bär, Wolf und Luchs.


Innerdeutsches Grünes Band

Blick auf Grünes Band

Grünes Band, nördlich von Eisenach

Entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens konnte sich die Natur über Jahrzehnte ungestört entwickeln. Dies betraf nicht nur den eigentlichen Grenzstreifen, sondern aufgrund der Abgeschiedenheit häufig auch große angrenzende Bereiche. Im Rahmen eines  E+E-Vorhabens "Bestandsaufnahme Grünes Band" konnte der hohe naturschutzfachliche Wert des Grünen Bandes anhand seines besonderen Reichtums an großenteils gefährdeten Arten und Lebensräumen sowie seiner besonderen Funktion für den Biotopverbund nachgewiesen werden. Das Grüne Band durchzieht wie eine Perlenschnur im Wechsel großräumig wertvolle Gebiete und ausgeräumte, intensiv genutzte Agrarlandschaften wie z.B. die Börden. In letzteren hat es für eine große Zahl störungsempfindlicher und bedrohter Tier- und Pflanzenarten als einzig verbliebenes Rückzugsgebiet eine wichtige Funktion.

Rund 15 % der Fläche des Grünen Bandes sind jedoch bereits beeinträchtigt oder zerstört. Um eine weitere Zerschneidung und Zerstörung zu verhindern, ist eine rechtliche Sicherung des gesamten Grünen Bandes dringend erforderlich. Im Rahmen des  E+E-Vorhabens wurde der Handlungsbedarf auf vielen politischen und praktischen Ebenen aufgezeigt und Anhaltspunkte für die Umsetzung von konkreten Projekten gegeben.


Blick auf Autobahnanschlußstelle

Autobahnanschlussstelle der A 73 im Bereich des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens (Grünes Band) südlich von Eisfeld (TH)

Zudem wurden Schwerpunktgebiete des Grünen Bandes ausgewiesen, in denen sich ein Engagement mittels großer Projekte besonderes lohnt, entweder aufgrund der schon bestehenden nationalen oder landesweiten Bedeutung der Gebiete oder aufgrund der Defizite verbunden mit einem hohen Entwicklungspotenzial. In einigen der Schwerpunktgebiete sind bereits Naturschutzgroßprojekte angelaufen oder abgeschlossen (z.B.  Schaalsee-Landschaft,  Lenzener Elbtalaue, Sachsen-Anhaltinischer und  Niedersächsischer Drömling). Weitere Projekte befinden sich in Planung. Die gesammelten Rechercheergebnisse zu den Schwerpunktgebieten und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen wurden im  BfN-Skript 152, pdf-Datei veröffentlicht.

 


Kartenausschnitt

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Lage von Schwerpunktgebieten entlang des innerdeutschen Grünen Bandes differenziert nach ihrer Bedeutung und dem Handlungsbedarf (aus SCHLUMPRECHT et al. 2002)

Das  E+E-Vorhaben "Bestandsaufnahme Grünes Band" wurde in den Jahren 2001 und 2002 vom  BUND / Bund Naturschutz Bayern e.V. als Projektträger und dem  Büro für ökologische Studien als Projektnehmer durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz mit einem Volumen von rund 350.000 Euro gefördert ( Publikationen).

Damit das Grüne Band auf Dauer erhalten bleiben kann, ist es wichtig, dass die Menschen in der Region und die auswärtigen Gäste diese Struktur wahrnehmen und ihre Bedeutung erkennen. Um dies zu unterstützen, fördert das BfN das E+E-Vorhaben "Erlebnis Grünes Band". Es soll einen wichtigen Beitrag dazu liefern, dass die Landschaften entlang des Grünen Bandes mit ihrer Geschichte für Erholungssuchende und Urlauber erkenn- und erlebbar werden. Hierzu sollen konkrete Maßnahmen der Landschaftspflege ebenso umgesetzt werden wie eine einheitliche Beschilderung, die Ausweisung von Rad- und Wanderwegen, die Einrichtung von Ausstellungen und Grenzerfahrungspunkten sowie die Erarbeitung konkreter naturkundlicher und touristischer Angebote.

Als Ergebnis einer in den Jahren 2005-2006 durchgeführten Vorstudie wurden für dieses Vorhaben drei Modellregionen ausgewählt, die jeweils unter einem eigenen Motto stehen:

Elbe - Altmark - Wendland: Grenzerfahrungen im Vierländereck

Harz: Harz ohne Grenzen - Auf Harzer Grenzwegen durch Natur und Geschichte

Naturparke Thüringer Wald - Thüringer Schiefergebirge-Obere Saale - Frankenwald: Das Grüne Band (inter)aktiv erleben

In allen Modellregionen bildet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einen wichtigen Grundpfeiler. Dabei sollen nicht nur administrative Grenzen, wie sie z. B. zwischen Landkreisen und Bundesländern bestehen, überwunden werden, sondern auch fachliche Grenzen z. B. zwischen den Akteuren des Naturschutzes, der Landwirtschaft, des Tourismus oder aber den Verantwortlichen der historischen Gedenkstätten. Das Vorhaben soll auf diesem Wege auch einen wichtigen Beitrag für eine naturverträgliche Regionalentwicklung leisten.

Die Akteure werden durch eine professionelle wissenschaftliche Begleitung unterstützt, die sich neben der allgemeinen Projekt-Evaluierung vor allem um die Entwicklung eines einheitlichen Erscheinungsbildes, die fachliche Beratung und die zentrale Vermarktung kümmert. Diese Aufgaben werden vom  Bund Naturschutz Bayern e.V. als Projektträger sowie dem  Büro für ökologische Studien, dem  Alpenforschungsinstitut und  Viabono als Projektnehmer übernommen.


Titelbild Natur und Landschaft Heft 9/10 2009

Schwerpunktheft der Zeitschrift „Natur und Landschaft" zum Grünen Band  Bezugsquelle

Gewinnspiel BUND e.V.: 20 Jahre Mauerfall – 20 Jahre Grünes Band

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)  bietet anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Mauerfall – 20 Jahre Grünes Band“ ein Gewinnspiel an.

 Machen Sie mit.

Letzte Änderung: 16.06.2009

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