Bundesamt für Naturschutz

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Auenzustand

Bundesweite Erfassung und Bewertung der Flussauen

Überflutete Elbauen, Bildautor: Planungsbüro Koenzen
Hafenanlage und Industriekomplex an der Neckarmündung, Bildautor: Thomas Ehlert

Mit den Veröffentlichungen  Auenzustandsbericht (2,8 MB) und Flussauen in Deutschland - Erfassung und Bewertung des Auenzustandes wird erstmalig ein bundesweiter Überblick über die räumliche Ausdehnung der Flussauen, den  Verlust von Überschwemmungsflächen (Karte, 2 MB) und den  Zustand der rezenten Flussauen in Deutschland (Karte, 2 MB) gegeben. Zu diesem Zweck wurden die Auen von 79 Flüssen auf einer Länge von rund 10.000 Flusskilometern erfasst und bewertet. In die Bearbeitungskulisse wurden Flüsse und ihre Auen ab einem Einzugsgebiet von 1.000 km² aufgenommen. Die Auen der 79 Flüsse nahmen ursprünglich eine Fläche von ca. 15.000 km² ein, also 4,4 % der Fläche Deutschlands. Bei der Mehrzahl der Flüsse haben die intensive Nutzung der Auen, der Bau von Deichen, der Gewässerausbau und Stauregulierungen zu beträchtlichen Verlusten an natürlichen Überschwemmungsflächen und zu erheblichen Veränderungen des Auenzustandes geführt. Dies zeigt sich insbesondere bei den Auen der großen Flüsse.  

Zusammenfassend lassen sich die zentralen Ergebnisse der Auenerfassung und Auenbewertung für die hier untersuchte Flächenkulisse wie folgt darstellen:

  • Die Gesamtfläche der morphologischen (ehemaligen) Flussauen beträgt ca. 15.000 km² und damit rd. 4,4 % der Fläche Deutschlands.
  • Derzeit können noch rund ein Drittel der ehemaligen Überschwemmungsflächen von Flüssen bei großen Hochwasserereignissen überflutet werden. Zwei Drittel der ehemaligen Überschwemmungsgebiete sind durch Deichbau und andere Hochwasserschutzmaßnahmen verloren gegangen.
  • An Rhein, Elbe, Donau und Oder sind an vielen Abschnitten nur noch 10-20 % der ehemaligen Auen vorhanden.
  • Rezente Auen (rd. 4.800 km²) werden überwiegend als Grünland (47 %) genutzt, aber auch zu etwa einem Drittel intensiv als Ackerflächen (27 %) und als Siedlungsflächen (6 %). Wälder besitzen einen Anteil von 13 %, Feuchtgebiete von 2 %.
  • Ökologisch funktionsfähige Auen machen weniger als 10 % der rezenten Auen aus, naturnahe Hartholzauwälder ca. 1 %.
  • 36 % der rezenten Flussauen werden der Auenzustandsklasse 3 – deutlich verändert – zugeordnet, besitzen aber gleichermaßen noch „Auencharakter“.
  • Die Auenzustandsklassen 4 (stark verändert) und 5 (sehr stark verändert) dominieren mit zusammen 54 %.
  • In den Altauen überwiegen mit rund 80 % die Auenzustandsklassen 4 (stark verändert) und 5 (sehr stark verändert).

Die hohen Anteile intensiver Nutzungen machen deutlich, wie stark der Nutzungsdruck auf die rezenten Auen und Altauenbereiche wirkt und wie weitgehend Meliorationsmaßnahmen in Verbindung mit Gewässerausbaumaßnahmen zur Entwässerung der Auenlandschaften beigetragen haben. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es einen dringenden Handlungsbedarf gibt, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben und den ökologischen Zustand der Auen zu verbessern.

Veröffentlichungen

Cover der Veröffentlichung von Uwe Koenzen

Flussauen in Deutschland
 Bestellung

Verlust von Überschwemmungs-flächen


Zustand der rezenten Flussauen

Letzte Änderung: 07.04.2010

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