Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutz, Bürgerbeteiligung

Schwerpunktheft "Bürgerpartizipation und Naturschutz" erschienen

  • Bürgerbeteiligung bietet Chancen zur Bereicherung von Projekten durch "Bürger-Wissen"

Bonn, 06. Juni 2014:

Die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift "Natur und Landschaft" des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hat das Thema "Bürgerpartizipation und Naturschutz" zum Schwerpunkt. In mehreren Beiträgen werden - vor dem Hintergrund einer Fülle an Praxiserfahrungen - aktuelle Herausforderungen der Bürgerpartizipation im Naturschutz beleuchtet. "Bürgerbeteiligung im Politikfeld Naturschutz bietet die Chance, das Wissen und Können breiter Bevölkerungsschichten aufzunehmen. Es geht darum, zusätzliches Wissen zu Tage zu fördern, Argumente abzuwägen und diese bei den zu treffenden Entscheidungen einzubeziehen. Denn so lassen sich Entscheidungen weiter qualifizieren und in ihrer Akzeptanz verbessern", sagte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN.

Die Beiträge in Natur und Landschaft 06/2014 bieten den Leserinnen und Lesern nicht nur Einblicke in Partizipationsmodelle im Kontext herkömmlicher Naturschutzplanungen, sondern zeigen auch Potenziale neuer Beteiligungsformen auf. Das vorliegende Schwerpunktheft beinhaltet ausgewählte Beispiele aus dem Bereich der Energiewende und des Netzausbaus, die die Herangehensweisen sowie Möglichkeiten und Chancen für eine Bürgerbeteiligung im Politikfeld Naturschutz darlegen. Diese Modellprojekte zeigen, "dass Bürgerpartizipation bei Entscheidungsfindungen eine zentrale Erfolgsbedingung ist, die dazu beiträgt, die Qualität und Akzeptanz von Entscheidungen wesentlich zu verbessern", so Beate Jessel.

Einen Überblick über die Methoden der Bürgerbeteiligung im Wandel der Zeit sowie über die Vor- und Nachteile neuer Partizipationsmodelle durch moderne Kommunikationstechnologien gibt Alexander Koop in seinem einführenden Beitrag. Warum Beteiligung der Akzeptabilität, d.h. der Annehmbarkeit einer Äußerung in einer bestimmten Situation dient, selbst wenn sie keine Akzeptanz schafft, wird am Beispiel der Debatte um das Projekt Nationalpark Nordschwarzwald von Dr. Uta Eser erläutert. Aus ethischer Perspektive werden Gründe für und Voraussetzungen von Bürgerbeteiligung ebenso diskutiert wie ihre Grenzen.

In einem Artikel von Dr. Anke Blöbaum wird der Frage nachgegangen, was Menschen motiviert, sich in Beteiligungsverfahren zu engagieren und welche motivationalen Barrieren es für das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern in formellen Beteiligungsverfahren gibt.

In weiteren Veröffentlichungen werden die Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten bei der Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinie dargestellt, die Öffentlichkeitsbeteiligung im Naturschutzrecht unter die Lupe genommen sowie aufgezeigt, dass die Fragen der Akzeptanz angesichts der nach Umfang und zeitlichem Rahmen hoch gesteckten Ausbauziele bei der Energiewende und dem Netzausbau eine zunehmende Bedeutung gewinnen.

 

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