Naturschutz, Biotopschutz, Drömling
Naturschutzgroßprojekte im Drömling in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erfolgreich abgeschlossen
- Jessel: "Gelungene Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zum Schutz der Niedermoore"
Bonn, 5. Juni 2013: Nach zehn bzw. 16 Förderjahren wurden die Naturschutzgroßprojekte "Niedersächsischer Drömling" und "Sachsen-Anhaltinischer Drömling" erfolgreich beendet. Insgesamt flossen rund 19 Mio. Euro an Bundesmitteln und fast 8 Mio. Euro an Länder- und Trägermitteln in das insgesamt 14.000 ha große Fördergebiet. Das "Land der 1000 Gräben" liegt im Grenzgebiet von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in der Nähe der Stadt Wolfsburg.
Mit den Naturschutzgroßprojekten konnte eine großflächige Niedermoorlandschaft mit landschaftstypisch ausgeprägten Feuchtwiesen und Feuchtwäldern sowie einer Vielzahl von Gräben erhalten werden. "Von den durchgeführten Maßnahmen zum Moorschutz und der Umwandlung von 800 Hektar intensiv genutzter landwirtschaftlicher Flächen in extensiv genutztes Grünland profitieren zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Außerdem tragen diese Naturschutzmaßnahmen zur Minderung der Emission von Treibhausgasen bei und dienen damit dem Klimaschutz", sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, anlässlich der Abschlussveranstaltung am 5. Juni in Oebisfelde.
Beide Projekte sind ein gutes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Die Basis dafür ist u.a. ein gemeinsames Konzept zum Wassermanagement, das mit definierten Zielwasserständen eine dauerhafte Perspektive zum Moorschutz auch zum Nutzen für die Landwirtschaft bietet. "Es ist zu hoffen, dass von diesem Vorhaben eine Signalwirkung für ähnliche Initiativen zum Natur- und Klimaschutz in anderen Regionen ausgehen wird", sagte BfN-Präsidentin Jessel mit Blick auf die aktuellen Diskussionen in Sachsen-Anhalt zur Weiterentwicklung des Gebietes zum Biosphärenreservat.
Im Rahmen der beiden Naturschutzgroßvorhaben wurden neben den oben genannten Maßnahmen zudem ca. 750 ha hochwertige nutzungsfreie Wälder gesichert, die Durchgängigkeit der Fließgewässer erfolgreich vorangetrieben und zahlreiche Feuchtbiotope angelegt. Bedrohte Arten wie Fischotter, Biber, Schwarz- und Weißstorch, Seeadler, Bekassine und Kranich zeigen hierdurch im Projektgebiet wieder einen Aufwärtstrend in ihren Beständen bzw. konnten sich sogar neu ansiedeln.
Hintergrundinformationen
Die Projekte "Niedersächsischer Drömling" (durchgeführt von den Landkreisen Gifhorn, Helmstedt, Stadt Wolfsburg) und "Sachsen-Anhaltinischer Drömling" (durchgeführt vom Zweckverband Naturschutzprojekt Drömling) gehören zu 77 Vorhaben, die der Bund als "gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzgroßprojekte" im Rahmen des Förderprogramms "Chance.natur" bereits finanziert hat bzw. noch fördert. Mit dem Förderprogramm "Chance.natur" leistet der Bund seit mittlerweile 34 Jahren einen maßgeblichen Beitrag, um großflächige und besonders wertvolle Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen langfristig zu sichern. Bisher konnten 55 Vorhaben erfolgreich abgeschlossen werden.

