Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Forstwirtschaft und Wälder

Waldformen in Deutschland

Deutsche Wälder sind überwiegend Nadelwälder

In Deutschland gibt es vor allem Nadelwälder. Ohne menschliche Eingriffe würden Laubwälder oder Laubmischwälder als naturnahe Waldformen dominieren. Hinsichtlich des Klimawandels und der biologischen Vielfalt ist der hohe Anteil an reinen Nadelwäldern kritisch zu sehen, da sie weniger anpassungsfähig sind.


Mehr als die Hälfte der deutschen Wälder sind aus Nadelholzbeständen aufgebaut. Laubwälder (31 Prozent) und Mischwälder (13 Prozent) sind anteilig unterrepräsentiert. Die verschiedenen Waldformen sind räumlich unterschiedlich verteilt: Der Anteil an Nadelwald nimmt in den Höhenlagen der deutschen Mittelgebirge und auch im nordostdeutschen Tiefland zu. Laubwälder und Laubmischwälder sind vor allem in den tieferen bis in die mittleren Lagen der Mittelgebirge verbreitet.

Naturnahe Waldformen bestehen meist aus Laub- und Laubmischwäldern

Ohne Eingriffe des Menschen würden in Deutschland Laubwälder (vor allem Buchenwälder) und Laubmischwälder als naturnahe Waldformen dominieren. Nur in höheren Berglagen sowie auf Sonderstandorten (zum Beispiel an Moorrändern) kommen reine Nadelwälder von Natur aus vor. Diese naturnahen Wälder sind das naturschutzfachliche Leitbild für die nachhaltige und naturnahe Nutzung auf einem Großteil der Waldfläche.

Naturnahe Mischwälder sind anpassungsfähiger an den Klimawandel

Der Klimawandel macht es notwendig, die Wirtschaftswälder an Folgen wie häufiger auftretende Extremwetterereignisse anzupassen und das Risiko auf mehrere Baumarten zu verteilen. Um das Ausfallrisiko zu mindern, werden daher vermehrt Nadelholz-Reinbestände in Mischbestände umgewandelt. Dies kommt auch der Erreichung von Naturschutzzielen zugute: Waldumbaumaßnahmen können bei Verwendung standortheimischer Baumarten wie der Buche zu naturnäheren Mischwald-Beständen führen.