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Bundesamt für Naturschutz

Gewässer- und Auenentwicklung

Die Gewässer- und Auenentwicklung dient der Wiederherstellung ökologisch funktionsfähiger Flusslandschaften. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung vielfältiger Ökosystemleistungen sowie zum Erhalt und zur Entwicklung von Lebensräumen für selten gewordene Pflanzen und Tiere geleistet. Im Rahmen von verschiedenen Bundesförderprogrammen unterstützt das BfN eine Vielzahl von Projekten, die der dynamischen Entwicklung von Flusslandschaften als Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie als attraktive Erholungsräume für den Menschen dienen.
Blick vom Fluss aus in die Aue mit Röhricht und einzelnen Weiden
Die Havel im Bereich des Naturschutzgroßprojektes "Untere Havelniederung"

Erfolgskontrollen und Potentiale

Auenökosysteme sind durch die Schaffung geeigneter ökologischer Rahmenbedingungen in hohem Maße regenerierbar. Hierfür sind jedoch große Zeiträume einzukalkulieren und die Flussdynamik ist dabei ein entscheidender Faktor. Seit Beginn der 1980er Jahre werden verstärkt Anstrengungen unternommen, Gewässer und Auen wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen. Dabei handelt es sich überwiegend um Pilot- und Einzelprojekte; deren wissenschaftliche Begleitung in der Regel nur über einige wenige Jahre hinweg erfolgt.

Eine explarische wissenschaftliche Begleituntersuchung von vier ehemaligen Pilotvorhaben zur Auenrenaturierung ungefähr 20 Jahre nach Projektende (BfN-Schriften 588) zieht eine positive Bilanz im Hinblick auf den Wert renaturierter Gebiete  als  naturnahe Inseln in der intensiv genutzten Kulturlandschaft. Das Ziel einer größeren Auendynamik – die Grundvoraussetzung  für eine  Wiederansiedlung  von auentypischen Arten – ließ sich aber nur auf wenigen Teilflächen erreichen. Die Ergebnisse dieser Erfolgskontrolle bestätigen die Notwendigkeit einer Wiederherstellung der funktionalen Einheit von Aue und Fließgewässer.

Verbesserungen der ökologischen Situation von Flussauen, hängen wesentlich von einer effizienten Nutzung vorhandener Möglichkeiten zur Entwicklung und Verbesserung ab. Eine Studie des BfN zeigt, dass die Potenziale zur naturnahen Auenentwicklung (BfN-Schriften 489) regional unterschiedlich, in der Gesamtheit aber umfangreich sind und bislang nur bedingt ausgeschöpft werden. Bundesweit könnten demnach rund 850 Altauenflächen wieder an das Überflutungsgeschehen angeschlossen werden. Dies entspricht etwa einem Fünftel der ursprünglichen Überflutungsflächen bzw. einer Vergrößerung der rezenten Auen um 40 %. Das Potenzial ist also bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Bundesweite Übersicht zu Auenrenaturierungsprojekten

Im Rahmen einer bundesweiten Erhebung wurden Auenrenaturierungsprojekte an Flüssen in Deutschland erfasst, die zwischen 1981 und 2020 umgesetzt wurden. Während die Anzahl der Vorhaben in den 1990er Jahren noch vergleichsweise gering war, wurden ab dem Jahr 2000 zunehmend Renaturierungsprojekte verwirklicht. In zahlreichen Projekten wurden durch Rückverlegung von Deichen Auenflächen wieder an das Überflutungsgeschehen angebunden. Eine bundesweite Übersichtskarte zeigt die Lage von Auenrenaturierungsprojekten und Deichrückverlegungen an Flüssen, die erfasst und anhand der Kriterien „Gewässergröße“, „Maßnahmenumfang“ sowie „Zugewinn an natürlicher Dynamik“ ausgewählt wurden. Die ausgewählten Projekte besitzen einen für die bundesweite Betrachtung relevanten Maßnahmenumfang. Eine zusätzliche Liste der Auenrenaturierungsprojekte bietet über Hyperlinks die Möglichkeit, jeweils weitere Projektinformationen abzurufen.

Bundesweite Übersichtskarte

Erfassung von Auenprojekten - Ihre Mitarbeit ist gewünscht

Die Erfassung von Auenprojekten an Flüssen soll künftig fortgeführt werden. Um auf weitere Projekte oder Projektinformationen hinzuweisen, steht ein Formular zur Verfügung, in das Basis-Informationen zu Auenprojekten eingetragen werden können. Wir bitten darum, neue aber auch bereits in der Liste enthaltene Auenrenaturierungen an das Bundesamt für Naturschutz zu senden. Die Informationen werden mit den Einträgen in der Datenbank des Bundesamtes für Naturschutz abgeglichen und tragen somit wesentlich zur Qualitätskontrolle und Fortschreibung bei.

Das Formular zur Erfassung von Auenprojekten ist beim BfN erhältlich.

Kontakt im BfN

Dr. Thomas Ehlert
Stellvertretende Leitung FG II 2.4 Gewässerökosysteme, Wasserhaushalt, Blaues Band
0228 8491-1844
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn

Projekte des BfN

Informationen zu den Projekten des BfN sind unter der Rubrik "Forschung und Förderung" über die jeweiligen Projektsteckbriefe zum Thema "Gewässer und Auen" abrufbar.

Ausgewählte Publikationen

BfN Schriften 489 - Potenziale zur naturnahen Auenentwicklung Bundesweiter Überblick und methodische Empfehlungen für die Herleitung von Entwicklungszielen

Oliver Harms, Emil Dister, Lars Gerstner, Christian Damm, Gregory Egger, Dorothea Heim, Detlef Günther-Diringer, Uwe Koenzen, Annette Kurth und Patrick Modrak
BfN-Schriften
2018
Verbesserungen der ökologischen Situation von Flussauen, die zur Zielerreichung beim Gewässer- und Auenschutz erforderlich sind, hängen... mehr lesen
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