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Bundesamt für Naturschutz

Rastende Wasservögel

Während der Zugzeiten im Herbst und Frühjahr rasten Millionen von Wasservögeln in Deutschland, den Winter verbringen zahlreiche Gänse, Enten, Schwäne und Watvögeln an der Küste und an Binnengewässern. Das Monitoring rastender Wasservögel trägt bereits seit einem halben Jahrhundert dazu bei, dass die wichtigsten Rastgebiete bekannt sind und die Entwicklung der Bestände zuverlässig ermittelt wird. Ehrenamtliche Aktivitäten tragen dieses Monitoring.

Wasservögel beobachten

Mit dem internationale koordinierten Monitoring rastender Wasservögel wurde festgestellt, dass sich Rastgebiete aufgrund des Klimawandels  nach Nordosten verlagert haben. Die Publikation  Vögel in Deutschland – Erfassung rastender Wasservögel liefert die Antworten auf Fragen rund um das Wasservogelmonitoring und gibt einen bundesweiten Überblick über die Erfassungen, an denen sich jährlich mehrere tausend Ehrenamtliche beteiligen. Damit investieren sie hunderttausende Stunden ihrer Freizeit und sammeln die grundlegenden Daten über Vorkommen, Bestände und Trends rastender Wasservögel. Allein am Monitoring rastender Wasservögel beteiligen sich derzeit deutschlandweit über 2000 Ehrenamtliche.

Seit über 50 Jahren werden rastende Wasservögel in Deutschland nach internationalen Standards gezählt. Durch die internationale Zusammenarbeit können europaweite Verlagerungen der Rastgebiete und Veränderungen der Bestandsgrößen biogeografischer Populationen von Wasser- und Watvögeln ermittelt werden. Aus den Daten des Wasservogelmonitorings werden zudem bundesweite Bestandsgrößen und Trends ermittelt, gleichzeitig leistet das Monitoring eine wichtige Unterstützung für die Ausweisung von Schutzgebieten und für Schutzmaßnahmen.

Gelegenheitsbeobachtungen: breite Beteiligungsmöglichkeiten

Seit Oktober 2011 ergänzen Gelegenheitsbeobachtungen aus dem Online-Portal ornitho.de den Datenfundus über unsere Vogelwelt, mit der Smartphone-App NaturaList werden Vogelbeobachtungen direkt im Gelände digitalisiert. Diese digitalen Werkzeuge zeigen, welches Begeisterungspotenzial in der Vogelbeobachtung steckt: mittlerweile haben sich bei ornitho.de mehr als 35.000 Personen angemeldet, die über 64 Millionen Datensätze eingegeben haben.

Die ornitho-Daten geben einen guten Überblick über das Auftreten von Vogelarten in Deutschland und die jahreszeitlichen Veränderungen in der Vogelwelt. Im Unterschied zum Monitoring gibt es für die Gelegenheitsbeobachtungen keine streng standardisierten Methoden. Monitoringdaten und Gelegenheitsbeobachtungen können sich nicht gegenseitig ersetzen, aber sehr wohl in vielfältiger Weise ergänzen, insbesondere wenn man beim Beobachten und Melden einige Dinge beachtet. Die Publikation Vögel in Deutschland – Erfassung rastender Wasservögel enthält dazu zahlreiche Tipps, die Gelegenheitsbeobachtungen zu optimieren und den Blick für Details zu schärfen z. B. den Anteil von Jungvögeln zu ermitteln oder Angaben zum Rasthabitat zu notieren.

Die Gelegenheitsbeobachtungen werden durch ein Netzwerk von über 400 Fachleuten ständig überprüft, dies gewährleistet die notwendige Qualität der Angaben für wissenschaftliche Analysen.

Monitoring rastender Wasservögel: Zählprogramme und Dateneingabe

In Deutschland werden mit dem Monitoring rastender Wasservögel inzwischen etwa 150 Vogelarten erfasst, für einen Großteil der Arten können daraus belastbare Bestandstrends für den Zeitraum außerhalb der Brutzeit ermittelt werden. Das Monitoring besteht aus mehreren Bausteinen. So lassen sich die Unterschiede im Verhalten und der Ökologie der einzelnen Arten berücksichtigen und gleichzeitig belastbare Angaben über Vorkommen und Trends ermitteln. Die Publikation Vögel in Deutschland – Erfassung rastender Wasservögel stellt in Steckbriefen die Wasservogelzählung, die Erfassung rastender Gänse und Schwäne sowie die Schlafplatzzählungen von Kranichen und Kormoranen vor.

Seit 2016 können die Daten der Wasservogelzählung für eine stetig wachsende Anzahl an Zählgebieten in das Online-System ornitho.de eingegeben werden. Die Arbeit der Kartierenden und der Koordinationsstellen wird dadurch in den kommenden Jahren erheblich vereinfacht. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zur Online-Erfassung aller Monitoringdaten.

Avifaunistische Kommissionen: Validierung von Beobachtungen sehr seltener Arten

Durch Verdriftung oder Fluchtreaktionen bei ungewöhnlichen Wetterlagen, durch natürliche Ausbreitung oder in Folge anthropogener Veränderungen – etwa den Klimawandel – gelangen Vogelarten nach Deutschland, die hier bisher nicht vorkamen. Für viele Beobachterinnen und Beobachter bieten solche Vögel eine reizvolle Herausforderung. Die Avifaunistischen Kommissionen auf Bundes- und Länderebene überprüfen die Dokumentationen von sehr selten beobachteten Arten oder jahreszeitlich ungewöhnliche Beobachtungen auf Plausibilität. Damit wird die Bestimmung seltener und wenig bekannter Arten besser abgesichert und die Beobachtungen werden zentral dokumentiert. Mit der Arbeit der Avifaunistischen Kommissionen wird eine verlässliche Basis für die Dokumentation von Änderungen in unserer Vogelfauna gelegt, beispielsweise wenn es um die ersten Nachweise einer sich neu etablierenden Art geht. Die Arbeit der Avifaunistischen Kommissionen bildet damit eine grundlegende Voraussetzung für die bundesweiten Monitoringprogramme.

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