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Bundesamt für Naturschutz

Europa

Das BfN engagiert sich auf verschiedenen Ebenen in der europäischen Naturschutzpolitik. Dies wird ergänzt durch eine Zusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten sowie der Russischen Föderation im Rahmen bilateraler Abkommen.

Naturschutzpolitik der EU

Mit der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 hat die EU sich das Ziel gesetzt, die  biologische Vielfalt in ihren Mitgliedsstaaten bis 2030 auf den Weg der Erholung zu bringen, zum Wohle des Menschen, des Klimas und des Planeten. Rechtliche Rahmenbedingungen für den Naturschutz sind auf EU-Ebene durch verschiedene Richtlinien und Verordnungen gegeben, insbesondere durch die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, welche zusammen das Natura 2000 Schutzgebietsnetzwerk begründen. Bisher setzt sich der Verlust der biologischen Vielfalt in der EU jedoch rapide fort. So weisen heute z.B. 39% der geschützten Vogelarten sowie 81 % der geschützten Lebensraumtypen in den EU-Mitgliedsstaaten einen ungünstigen oder schlechten Erhaltungszustand auf.

Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel.
Hauptquartier der EU-Kommission

Aktivitäten des BfN mit Bezug zur EU-Naturschutzpolitik

Das BfN stellt durch Forschungs- und Entwicklungsprojekte wissenschaftliche Grundlagen und Erfahrungen aus der Anwendung für die Naturschutzpolitik der EU bereit. Darüber hinaus unterstützt das BfN politische Prozesse. So wurde im zweiten Halbjahr 2020 beispielsweise die deutsche EU-Ratspräsidentschaft bei verschiedenen Aktivitäten im Kontext der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 mit einem Projekt fachlich unterstützt und unter anderem die Abstimmung von Ratsschlussfolgerungen im EU-Umweltrat begleitet. Weiterhin fördert das BfN beispielsweise Studien zur Umsetzung von Natura 2000 oder zur besseren Integration von Naturschutzbelangen in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU. Das BfN bringt seine fachliche Expertise auf EU-Ebene auch in verschiedenen Gremien mit ein, beispielsweise in mehreren Arbeitsgruppen der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission oder als nationale Kontaktstelle für Biodiversität der Europäischen Umweltagentur.

Auf der Abbildung sieht man einen Sitzungsaal mit Logo der deutschen Ratspräsidentschaft.
Sitzungsaal mit Logo der deutschen Ratspräsidentschaft

Europäischer Erfahrungsaustausch

Mit der Organisation europäischer Fachkonferenzen und Workshops setzt sich das BfN für den internationalen Erfahrungsaustausch ein. Hierbei stehen meist der Austausch und die bessere Vernetzung zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Praxis zu relevanten Naturschutzthemen im Vordergrund. Beispielsweise veranstaltet das BfN seit 2011 eine europäische Konferenzreihe zum Thema Biodiversität und Klimawandel, in Kooperation mit dem Netzwerk der europäischen Naturschutzagenturen (Network of Heads of European Nature Conservation Agencies – ENCA).

Zusammenarbeit mit Russland und weiteren osteuropäischen Partnerländern

Eines der ersten Partnerländer des BfN im osteuropäischen Raum ist Russland. Beispielweise hat das BfN Russland bereits bei der Nominierung mehrerer UNESCO Welterbestätten unterstützt sowie Projekte zur Bewertung der russischen Biodiversität und Ökosystemleistungen gefördert. Im Rahmen des Beratungshilfe-Programms des BMU betreut das BfN zudem schwerpunktmäßig Naturschutzprojekte in weiteren osteuropäischen Ländern, dem Kaukasus und Zentralasien. Zudem werden durch die Internationale Naturschutzakademie des BfNs Fortbildungen für junge Naturschutzführungskräfte aus diesen Schwerpunktregionen im Rahmen des Klaus Töpfer Fellowship Programms angeboten.

Europäische Abkommen mit Naturschutzbezug

Das BfN unterstützt auch die Naturschutzbelange von einer Reihe europäischer, völkerrechtlicher Abkommen. Dazu gehören unter anderem das Übereinkommen zum Schutz der Alpen (Alpenkonvention), die Karpatenkonvention, das Helsinki-Abkommen für den Schutz der Ostsee, das OSPAR-Abkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks sowie mehrere Artenschutz-Abkommen zur Erhaltung wandernder Tierarten. Das BfN trägt zur Weiterentwicklung und Umsetzung der Abkommen bei, engagiert sich in Gremien und fördert Projekte.

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