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Bundesamt für Naturschutz

Status kommerzieller Fischbestände

Allein in der Nordsee werden jährlich rund 3 Mio. Tonnen Fische, Muscheln und Krebse gefangen; damit zählt die Nordsee zu den ertragreichsten Meeresgebieten der Erde.
Typisches Bild mit Zielfischarten (Plattfische, Heringe) und Beifang
Typisches Bild mit Zielfischarten (Plattfische, Heringe) und Beifang.

Erhebliche negative Auswirkungen auf das Ökosystem

Wie auch anderen Meeresgebieten, werden in Nord- und Ostsee viele Bestände über dem Niveau befischt, welches langfristig den maximalen nachhaltigen Ertrag ermöglichen würde. Der maximale Dauerertrag (englisch Maximum Sustainable Yield MSY) ist dabei diejenige Fangmenge, die das Nachwachsen der Bestände nicht gefährdet und trotzdem langfristig hohe Erträge sichern würde. Letzteres  ist ein erklärtes Ziel der kürzlich reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU.

Die Fischerei gehört zu den stärksten negativen menschlichen Einflüssen auf das marine Ökosystem.

Die Folgen sind zum Beispiel:

  • Bestandsrückgang zahlreicher kommerziell genutzten Bestände;
  • Veränderung der Lebensgemeinschaften - durch den ungewollten Beifang von Jungfischen und Nicht-Zielarten wird die Zusammensetzung der Fischgemeinschaften verändert;
  • Zerstörung der Bodengemeinschaften - vor allem die Fischerei mit mobilen, grundberührenden Fanggeräten (zum Beispiel Scherbrettnetze, Baumkurren, Dredgen), die in der Nordsee verbreitet eingesetzt werden, hat erhebliche negative Auswirkungen auf benthische Lebensräume wie Sandbänke und Riffe mit ihren typischen Lebensgemeinschaften. Der Grad der Schädigung ist dabei abhängig vom Fanggeschirr, seinem Gewicht und der Schleppgeschwindigkeit sowie vom Lebensraumtyp und den dort vorkommenden Arten. Gerade langsam wachsende Arten und ältere Organsimen wie Seeigel, Seeanemonen im Bereich von Riffen können unwiederbringlich zerstört werden. Arten, die erst nach mehreren Jahren geschlechtsreif werden und nur wenige Nachkommen haben, reagieren besonders empfindlich auf die Auswirkungen der Fischerei und können bei zu hohen fischereilichen Intensitäten vollständig ausgerottet werden.
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