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Bundesamt für Naturschutz

NSG Pommersche Bucht - Rönnebank

Das 2.092 km² umfassende Naturschutzgebiet (NSG) Pommersche Bucht – Rönnebank liegt rund 20 km östlich der Insel Rügen. Es reicht von den Riffen des Adlergrunds und der Rönnebank im Norden und Nordwesten bis zur seewärtigen Grenze des deutschen Küstenmeeres und schließt dort die Oderbank als größte Sandbank der deutschen Ostsee mit ein. Der Nahrungsreichtum dieses großen Schutzgebiets und die Eisfreiheit auch in kalten Wintern zieht jedes Jahr bis zu einer halben Million Meeresenten an, die hier rasten und sich Fettreserven für die anstrengenden Zugzeiten anfressen. In einmaliger Weise lässt sich hier das Zusammenspiel im Nahrungsnetz der Ostsee erkennen. Das NSG sichert unzähligen bedrohten Arten, von den kleinsten Bodenlebewesen über Wanderfische bis zu gefährdeten Seevogelarten und Meeressäugetieren wichtige Nahrungs-, Rast-, Fortpflanzungs- und Aufzuchtgebiete.

Fakten zum Naturschutzgebiet Pommersche Bucht – Rönnebank 2017 als NSG national unter Schutz gestelltes Natura 2000-Gebiet

Aktuelle Zahlen und Trends finden sich in der interaktiven Kartenanwendung des BfN, sowohl zum Schweinswal als auch für die verschiedenen Seevogelarten.
Lebensraumtypen Sandbänke ca. 567 km²
  Riffe ca. 175 km²
Arten/Anzahl Schweinswal (Phocoena phocoena) Population der zentralen Ostsee Überwinterungs- und Migrationshabitat (Gesamtpopulation zentrale Ostsee nur rund 500 Tiere)
  Kegelrobben  (Halichoerus grypus) Nutzung als Migrations- und Nahrungshabitat
  Finte  (Alosa fallax) nachgewiesen
  Baltischer Stör  (Acipenser oxyrinchus) nachgewiesen; Wiederansiedlung möglich. Siehe:  Der Stör – ein bedrohter Wanderfisch
  Eisenten  (Clangula hyemalis) Im Winter: 100.000 (2013)
  Stern- und Prachttaucher  (Gavia stellata, Gavia arctica) Im Frühjahr: 3.000 (2013)

Schutzziele und Schutzzweck

Die Schutz- und Erhaltungsziele für das NSG Pommersche Bucht - Rönnebank ergeben sich aus §3 der Schutzgebietsverordnung (NSGPBRV). Hierzu gehören die Erhaltung und Wiederherstellung:

  • der spezifischen ökologischen Funktionen des Gebietes und seiner biologischen Vielfalt sowie der natürlichen Hydrodynamik des Gebietes;
  • eines günstigen Erhaltungszustands der Lebensraumtypen „Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser“ Code 1110und „Riffe“ Code 1170 mit ihren charakteristischen und gefährdeten Lebensgemeinschaften und Arten;
  • einer naturnahen Ausprägung mariner Makrophytenbestände (Algen und Tange);
  • der Vernetzung der benthischen Lebensgemeinschaften in der südlichen Ostsee;
  • der Naturnähe der durch frühere Sedimententnahmen überformten Gebiete;
  • eines günstigen Erhaltungszustands folgender FFH-Arten und ihrer Habitate: Schweinswal (unter anderem durch ASCOBANS Recovery Plan of Harbour Porpoise in the Central Baltic) und Kegelrobbe;
  • eines günstigen Erhaltungszustands der FFH-Arten Finte und Baltischer Stör (hier insbesondere geeignetes Habitatmanagement für dessen Wiederansiedlung);
  • eines günstigen Erhaltungszustands der besonders schützenswerten Seevogelarten (Anhang I - Arten der VRL sowie weiterer Zugvogelarten) einschließlich ihrer Rast-, Überwinterungs-, Nahrungs- und Mausergebiete.

Bedeutende Nutzungen und deren Regelungen

In der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Ostsee gibt es derzeit keine Bereiche ohne menschliche Nutzung. Im NSG Pommersche Bucht – Rönnebank findet eine intensive Stellnetzfischerei statt, vor allem in den nördlichen Bereichen mit Schwerpunkt im Bereich des Adlergrunds. Der Beifang von Vögeln und Meeressäugetieren in Stellnetzen stellt ein gravierendes ökologisches Problem in diesem Gebiet dar.

Regelungen für die Berufsfischerei können jedoch ausschließlich im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der Europäischen Union getroffen werden. Die Maßnahmenvorschläge für die Ostsee befinden sich derzeit in einem komplizierten nationalen und europäischen Abstimmungsprozess.

Im zentral-östlichen Teil der Pommerschen Bucht befindet sich eine mit den Schutzgebietsverordnungen umgesetzte Regulierungszone für die Freizeitfischerei. Das 1.395 km² große Areal ist ganzjährig für die Freizeitfischerei geschlossen, unter anderem wegen der hier über das ganze Jahr hinweg rastenden und/oder mausernden Seevögel und des Vorkommens bedrohter Schweinswale.

Das rund 2.000 km² große Komplexgebiet reicht von den Riffen des Adlergrunds bis zur seewärtigen Grenze des Küstenmeers und schließt dort die Oderbank als größte Sandbank in der deutschen Ostsee mit ein. Der Nahrungsreichtum dieser Strukturen und die Eisfreiheit auch in kalten Wintern zieht bis zu einer halben Million Meeresenten und anderer Seevögel an, die hier rasten oder mausern. Für die stark bedrohten Schweinswale der zentralen Ostsee ist das NSG ein wichtiges Rückzugs- und Nahrungsgebiet.

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