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Bundesamt für Naturschutz

Afrika

Das BfN arbeitet seit vielen Jahren mit Partner*innen und Organisationen in afrikanischen Ländern und Regionen zusammen. Dabei hat sich die Kooperation im Kontext UNESCO-Biosphärenreservate als Schwerpunkt entwickelt. Biosphärenreservate sind Modellegionen, die partizipativen Naturschutz mit sozio-ökonomischer Entwicklung, Bildung und Forschung verknüpfen. Dadurch stellen sie ein hilfreiches Instrument zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele dar.

Kooperation im Kontext UNESCO-Biosphärenreservate

Das BfN förderte in den letzten Jahren auf dem afrikanischen Kontinent aber auch Projekte zu anderen Themen, z.B. zur nachhaltigen Nutzung der Heilpflanze Teufelskralle, zur Identifikation des Ursprungs von illegal gehandeltem Elfenbein oder zu „Cotton made in Africa“. Aktuell unterstützt das BfN beispielsweise Vorhaben, die sich mit der Anwendung von verfügbaren „Tools“ im Bereich der Fernerkundung für das Management natürlicher Ressourcen befassen. 

Kulturlandschaft im Äthiopischen Hochland
Kulturlandschaft im Äthiopischen Hochland

Fernerkundung für Feuchtgebietsmanagement in Afrika

Ein aktueller Aktionsbereich des BfN in Afrika ist die Förderung von Fernerkundung für das Feuchtgebietsmanagement. Kostenfrei abrufbare Satellitendaten können von Managern vor Ort unter anderem dafür genutzt werden, Feuchtgebiete zu klassifizieren, Landnutzungsänderungen zu kartieren, Gefährdungen und Trends zu bewerten sowie erforderliche Maßnahmen besser zu planen und zu kommunizieren. Gemeinsam mit afrikanischen Expertinnen und Experten wurden hierfür im Rahmen eines BfN-geförderten Vorhabens jeweils ein Konsultations- und  Capacity Development Workshop durchgeführt und ein englischsprachiges Handbuch entwickelt.

Satellitenbild des Itezhi-Tezhi Reservoir bei Niedrigwasser.
Sentinel-2 Satellitenbild des Itezhi-Tezhi Reservoirs im Kafue Nationalpark, Sambia

Umsetzung der SDGs durch Weiterentwicklung des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ im südlichen Afrika

Als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung können Biosphärenreservate einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der siebzehn globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) leisten. Durch den Schutz der Natur in der Kernzone der Biosphärenreservate können natürliche Ressourcen auch für zukünftige Generationen erhalten werden. Naturverträgliche Einkommen-generierende Maßnahmen in der Entwicklungszone der Biosphärenreservate und Bildungsangebote insbesondere für junge Menschen schaffen Perspektiven. In enger Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern und der Deutschen UNESCO-Kommission unterstützt das BfN die Einrichtung und das Management von Biosphärenreservaten, den Austausch und die regionale Vernetzung der Akteure sowie die Identifikation von Best Practices im südlichen Afrika.

Berglandschaft mit Fluss in Südafrika
Drakensberge, Südafrika

Biosphärenreservate als Pilotgebiete für Vogelschutz und -monitoring in Afrika (AfriBirds)

Mit diesem Projekt, das vom NABU und BirdLife mit Unterstützung von AfriMAB (dem Netzwerk afrikanischer Biosphärenreservate) durchgeführt wurde, möchte das BfN einen Beitrag zum Vogelschutz leisten.

In diesem Zusammenhang wurde in einem partizipativen Prozess mit Vertreterinnen und Vertretern afrikanischer Biosphärenreservate eine Methode zum Vogelmonitoring entwickelt, die von Birdlife-Partnern und staatlichen Organisationen in Nigeria und der Elfenbeinküste getestet, angepasst und umgesetzt wurde. Die Methode steht in einer Monitoring-Toolbox als frei verfügbares Onlinemodul zur Verfügung.

Biosphärenreservate als Modellregionen für Wildereibekämpfung in Afrika (BRAPA)

Wildereibekämpfung bildet einen aktuellen Schwerpunkt der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit im Naturschutz. Dabei stehen Großsäuger wie Elefant und Nashorn meist im Vordergrund.  Aber auch die Wilderei anderer Arten (Antilopen, Vögel, Reptilien etc.) trägt maßgeblich zum Verlust von Biodiversität bei. Mit dem Projekt „Biosphärenreservate als Modellregionen für Wildereibekämpfung in Afrika (BRAPA)“ hat das BfN einen Beitrag geleistet, für ein besseres Verständnis der Situation und die Beweggründe für Wilderei. Ziel war es, Alternativen für den Lebensunterhalt (Einkommen und Nahrung) der lokalen Bevölkerung zu entwickeln. Dazu wurden in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk afrikanischer Biosphärenreservate, der African Wildlife Foundation und afrikanischen Universitäten in fünf Ländern Erhebungen, Analysen und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Das Thema wurde modellhaft in Biosphärenreservaten behandelt, um deren Ausstrahleffekt als Modellregionen zu nutzen.

Managementhandbuch für UNESCO-Biosphärenreservate in Afrika

Mit der Unterstützung für die Erarbeitung eines Managementhandbuches für Biosphärenreservaten in Afrika möchte das BfN einen Beitrag leisten, um Praktikern die Umsetzung des UNESCO-MAB Programms zu erleichtern.

Das umfangreiche Handbuch wurde von einem Team afrikanischer Experten verfasst und von der Deutschen UNESCO-Kommission zusammengestellt. Es enthält viele hilfreiche Anregungen und Empfehlungen zu konkreten Managementfragen wie nachhaltiger Ressourcennutzung, Risiko- und Konfliktmanagement, Planung, Partizipation etc. Das Handbuch liegt in englischer, französischer und portugiesischer Sprache sowie als Kurzform vor.

Entwicklung von Biosphärenreservaten in Äthiopien

Äthiopien ist eines der bevölkerungsreichsten Länder Afrikas. Der starke Zuwachs der Bevölkerung verursacht einen enormen Druck auf die natürlichen Ressourcen des Landes. So reduzierte sich z.B. im letzten Jahrhundert die Waldfläche von ca. 40% auf 3% der Landesfläche. Davon betroffen waren auch die Wildkaffeewälder des Landes. Der Kaffeestrauch stammt ursprünglich aus dem äthiopischen Hochland.

Heute stellen wild vorkommende Kaffeesorten einen genetischen Pool für moderne Kaffeezüchtungen dar. Um die letzten Wildkaffeewälder Äthiopiens zu schützen und eine nachhaltige Nutzung zu erlangen, engagierte sich das BfN in den letzten fünfzehn Jahren, zusammen mit äthiopischen und anderen deutschen Partner*innen. Dabei stand die Einrichtung und Entwicklung von UNESCO-Biosphärenreservaten im Vordergrund.

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