Öffnet eine externe Seite Link zur Startseite

Bundesamt für Naturschutz

NSG Borkum-Riffgrund

Das etwa 625 km² umfassende Naturschutzgebiet (NSG) mit Wassertiefen von 18 m bis 33 m ist durch eine große Sandbank (ca. 521 km²) mit eingestreuten Steinfeldern gekennzeichnet. Sie setzt sich nach Südosten in den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer fort. Das Schutzgebiet zieht sich bis an die 12-Seemeilen-Grenze. Im Westen grenzt das Gebiet an die Niederlande. Im Norden und Osten erfolgte die Abgrenzung nach Form und Verbreitung der Lebensgemeinschaften der Sandbank mit überwiegend Mittel- bis Grobsanden. Die enge Verzahnung der beiden Lebensraumtypen Sandbank und Riff zusammen mit dem § 30-Biotoptyp Kies-, Grobsand- und Schillgründe ist charakteristisch für dieses Naturschutzgebiet und sorgt für einen hohen Artenreichtum.

Fakten zum Naturschutzgebiet Borkum Riffgrund 2017 als NSG national unter Schutz gestelltes Natura 2000-Gebiet

 
Steckbrief Borkum Riffgrund EU-Code: DE 2104-301  
Geschützte benthische Lebensräume/Fläche Sandbänke (FFH-Lebensraumtyp, § 30 Biotop BNatSchG) 521 km²
  Riffe (FFH-Lebensraumtyp, § 30 Biotop BNatSchG) 23 km²
  Artenreiche Kies-, Grobsand- und Schillgründe (kurz KGS) (§30 BNatSchG) 340 km²
Arten/Anzahl Schweinswal (Phocoena phocoena) ca. 1.400 im Sommer 2019*; SDB; 251-500
  Seehund (Phoca vitulina) Nahrungshabitat von ca. 500 Tieren; SDB; 11-50
  Kegelrobbe (Halichoerus grypus) Nutzung als Nahrungshabitat
  Finte (Alosa fallax) nachgewiesen

Schutzziele und Schutzzweck

Die Schutz- und Erhaltungsziele für das NSG Borkum Riffgrund ergeben sich aus § 3 der Schutzgebietsverordnung (NSGBRgV). Dazu gehören insbesondere die Erhaltung und Wiederherstellung:

  • spezifischer ökologischer Funktionen, der biologischen Vielfalt und der natürlichen Hydro- und Morphodynamik des Gebietes;
  • eines günstigen Erhaltungszustandes der Lebensraumtypen „Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser“ Code 1110 und „Riffe“ Code 1170 mit ihren charakteristischen und gefährdeten Lebensgemeinschaften und Arten;
  • einer naturnahen Ausprägung artenreicher Kies-, Grobsand- und Schillgründe;
  • eines günstigen Erhaltungszustandes folgender FFH-Arten und ihrer Habitate: Schweinswal, Seehund, Kegelrobbe und Finte;
  • der Verbindungs- und Trittsteinfunktion für die Ökosysteme des Atlantiks, des Ärmelkanals und des ostfriesischen Wattenmeeres.
Die enge Verzahnung von Sandbänken und Riffen ist kennzeichnend für das rund 625 km² große Naturschutzgebiet (NSG) Borkum-Riffgrund. Hier ist die Artenvielfalt besonders groß. Seit 1998, dem Beginn der wissenschaftlichen Untersuchungen, wurden hier allein beim Makrozoobenthos 165 Arten nachgewiesen, davon zahlreiche Rote-Liste-Arten. Schweinswale und Robben nutzen das NSG als Nahrungsgebiet.

Ausgewählte Karte

Ausgewählte Publikation

BfN Schriften 477 - Die Meeresschutzgebiete in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee – Beschreibung und Zustandsbewertung –

Tim Bildstein, Dr. Bastian Schuchardt, Dr. Maike Kramer, Steffen Bleich, Dr. Sabine Schückel, Alke Huber, Dr. Volker Dierschke, Sven Koschinski und Dr. Annick Garniel
BfN-Schriften
2017
Die förmliche Unterschutzstellung auch nach nationalem Recht erfolgte 2017 durch die Erklärung der drei Gebiete „Borkum Riffgrund“,... mehr lesen
Zurück nach oben