Bundesamt für Naturschutz

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Position des BfN zur Nutzung der Solarenergie

Die Errichtung von Solarmodulen auf der freien Fläche, wie z.B. Äckern oder militärischen und wirtschaftlichten Konversionsflächen wird seitens des BfN nur als Übergangslösung zur Entwicklung eines kostendeckenden Solarmodulmarktes betrachtet. Auf lange Sicht sollten für die Installation von Photovoltaik-Anlagen bereits versiegelte Flächen im privaten, halböffentlichen und öffentlichen Bereich genutzt werden (z. B. Turnhallen, Fabrikgebäude, Parkhäuser, Bürokomplexe).

Bei der Errichtung der Anlagen in der freien Landschaft sollte auf die naturräumliche Einbindung der Anlagen geachtet werden. D. h. es sollten möglichst Flächen genutzt werden, die im Rahmen der Nutzung der Fläche zur Stromproduktion, parallel eine Aufwertung aus Naturschutzsicht erhalten (z. B. Wiesennutzung mit zweimaliger Mahd und Schaffung von feuchteren oder trockeneren Lebensräumen für entsprechende Arten, je nach Landschaftsraum, Gehölzpflanzungen). Ebenso sollte mit der Nutzung des Solarparks möglichst keine Zerschneidung der Landschaft bezüglich der Artenwanderung und des Biotopverbundes stattfinden.

In einem Forschungsvorhaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), das von August 2005 bis Oktober 2006 durchgeführt wurde, konnte festgestellt werden, dass sich die Auswirkungen von Fotovoltaikfreilandanlagen auf die Flora und Fauna bei Einhaltung der Mindestanforderungen bei der Standortwahl i.d.R. in Grenzen halten, es allerdings zu Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes kommen kann. In dem Vorhaben wurden 8 verschiedene Solarparks hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Kleinsäuger, Insekten, Vögel, die Vegetation und das Landschaftsbild untersucht. Hierbei wurden durch die Errichtung der Anlagen keine Beeinträchtigungen der Avifauna nachgewiesen (an einzelnen Standorten wurden die Module bzw. die Umzäunung von Greifvögeln als Ansitz genutzt). Ebenso konnten Vorkommen von Kleinsäugern und verschiedenen Heuschreckenarten nachgewiesen werden. Hinsichtlich etwaiger Beeinträchtigungen von Käfern und wassergebundene Insekten durch Solarmodule konnte innerhalb der kurzen Untersuchungsperiode unter gegebenen Umständen eine geringe Wirkung vermutet werden. 

Bei der Errichtung der Freilandanlagen kann es zu Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes kommen. Dies ist jeweils stark abhängig von den regionalen Gegebenheiten, der Art der Modulaufständerung und der Art der Module, sowie dem gewählten Projektstandort. Hierbei wurde in dem o. g. Projekt ermittelt, dass Anlagen in Hanglagen aufgrund Ihrer Fernwirkung die stärkste Beeinträchtigung des Landschaftsbildes darstellen. Mittels entsprechender Umfeldgestaltung und Anpflanzungen lässt sich die Wirkung der Anlage - je nach Entfernung - mindern.

Es lässt sich zusammenfassen, dass das BfN Fotovoltaikfreilandanlagen als Übergangslösung unter Beachtung der regionalen, naturräumlichen Gegebenheiten in Verbindung mit der derzeitigen Planungspraxis aus Naturschutzsicht für akzeptabel hält. Allerdings werden „Auf-Dach-Anlagen“ als konfliktärmer gesehen und sollten daher seitens der Planung bevorzugt werden.

 



Letzte Änderung: 09.02.2017

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