Bundesamt für Naturschutz

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Meeresnutzung

Anlandungen (Fangmengen) von Stintdorsch, Sandaal und Sprotte aus Nordsee und angrenzenden Gebieten von 1970 bis 2013

Hohe Nachfrage nach Futtermitteln für Aquakulturen dezimiert Fischbestände

Der Fang von Stintdorsch (Trisopterus esmarki), Sandaal (Ammodytes spec.) und Sprotte (Sprattus sprattus) in der Nordsee dient in erster Linie der Herstellung von Fischmehl und -öl. Die Überfischung dieser Schwarmfischarten verschlechtert die Nahrungsgrundlage von besonders seltenen und ohnehin bereits gefährdeten Arten.


Die Nordsee zählt trotz drastischer Abnahme zahlreicher Fischbestände noch immer zu einem der ertragreichsten Meeresgebiete der Erde – 4 Prozent des Weltfischfangs werden hier erwirtschaftet. Ein Großteil der Fische wird dabei nicht direkt für den menschlichen Konsum gefangen, sondern zur Herstellung von Fischmehl und –öl verwendet. Ein Grund hierfür ist der hohe Bedarf an tierischen Eiweißen als Nahrung für Fische, die in Aquakultur gehalten werden.

Von dieser steigenden Nachfrage nach Futtermitteln sind in der Nordsee beispielsweise Arten wie Stintdorsch (Trisopterus esmarki), Sandaal (Ammodytes spec.) und Sprotte (Sprattus sprattus) betroffen, deren Bestände und Fänge in den vergangenen Jahrzehnten dadurch teilweise erheblich abgenommen haben. Die rückläufigen Bestände sind besonders problematisch, weil diese Arten eine wichtige Nahrungsgrundlage für andere Tiere (zum Beispiel Fischarten wie Kabeljau und Haie, marine Säugetiere oder Seevögel) darstellen. Die Überfischung dieser schnell wachsenden Schwarmfischarten stellt somit eine Gefährdung der Nahrungsverfügbarkeit besonders seltener und gefährdeter Arten dar.

Weiterführende Infos

Fischerei / Fischbestände (BfN-Themenseite)