Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

22300 Hardtebenen


Landschaftstyp:

3.1 Gehölz- bzw. waldreiche Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Süddeutsches Stufenland mit seinen Randgebirgen und dem Oberrheinischen Tiefland



Fläche:

670 km²



Beschreibung:

Die Hardtebenen sind die sandigen bis kiesigen Niederterrassenreste des Rheines und liegen zwischen 100 und 120 m ü. NN. Im Westen grenzen sie mit einem Steilabfall an die Rheinniederung, im Osten schließen sich die Hänge des Schwarzwaldes und des Kraichgaus an. Durch den Ballungsraum Karlsruhe wird die Landschaft in eine nördliche und südliche Teilfläche gegliedert. Die Schotterflächen mit ihren nährstoffarmen und wasserdurchlässigen Böden sind hauptsächlich bewaldet, wobei die Ebenen jedoch vereinzelt von schmalen und feuchten Niederungen unterbrochen werden. Am westlichen und nordöstlichen Rand der Niederterrasse existieren Binnendünen. Obwohl die Hardtebenen kein starkes Relief aufweisen, zählen sie doch schon zu den Mittelgebirgen.
Die Ebenen werden großflächig forstwirtschaftlich genutzt, wobei jedoch die feuchten Niederungsbereiche grünlandbestanden sind. Ansonsten wird eine intensive Landwirtschaft betrieben, die vereinzelt vom Obstanbau verdrängt worden ist. Aufgrund der Lage zwischen den Ballungsräumen Karlsruhe und Mannheim ist der Anteil an Siedlungsfläche und die der begleitenden Infrastruktureinrichungen sehr hoch. Besonders im südlichen Teil werden verstärkt Kiese und Sande gefördert.
Naturschutzfachlich von hoher Bedeutung sind die einzigartigen Lebensräume der Dünen und Flugsandfelder der Niederterrasse sowie die landesweit bedeutenden, wärmeliebenden offenen Alteichenbestände der Hardtwälder, die zu großen Teilen auch als FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet gemeldet sind. Weitere relevante Biotop- und Lebensraumtypen sind die Fließgewässer, die verbliebenen Auwälder der Randsenke, die Röhrichte an den Stillgewässern und das Streuobstgebiet nördlich der Kinz-Murg-Rinne. Allerdings sind viele der Fließgewässer inzwischen naturfern gestaltet. Neben dem größten Naturschutzgebiet "Weingartener Moor-Bruchwald Grötzingen" existieren vereinzelt weitere NSG, FFH- und SPA-Ausweisungen.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 25,71 %
Vogelschutzgebiete 10,36 %
Naturschutzgebiete 2,23 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0,47 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 28,84 %


Abgrenzung der Landschaft 'Hardtebenen' (22300)

Abgrenzung der Landschaft "Hardtebenen" (22300)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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