Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

32301 Oberwesterwälder Kuppenland und Dreifelder Weiherland


Landschaftstyp:

2.6 Grünlandreiche Waldlandschaft



Großlandschaft:

Deutsche Mittelgebirgsschwelle



Fläche:

407 km²



Beschreibung:

Das Oberwesterwälder Kuppenland ist ein von ca. 480 m ü. NN auf etwa 380 m ü. NN von Norden nach Süden einfallendes, hügeliges und zerriedeltes, inselartig bewaldetes Hochland aus ausgedehnten Basalt- und Basalttuffdecken. Deutlich äußert sich der Übergang vom Hohen Westerwald zum südlich anschließenden Oberwesterwälder Kuppenland in einem stufenartigen Abfall von mindestens 30 m. Die gegenüber dem Hohen Westerwald weit stärkere Zertalung der Einheit zeigt sich oberflächig auch daran, dass hier die basaltischen Verwitterungsprodukte weit kräftiger ausgeräumt sind als die im Hohen Westerwald. Infolgedessen treten die basaltischen Kuppen, Hügel und Rücken stärker hervor und verursachen eine ingesamt höhere Reliefenergie. Die durchschnittlichen Jahresniederschläge erreichen etwa 900 mm. Die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8,5 °C mit einer durchschnittlichen Julitemperatur von 17,5 °C. Da diese Einheit jedoch stärker bewaldet ist als der Hohe Westerwald, werden die Niederschläge in höherem Maß gebunden, so dass Staunässebildungen auf den Ackerfluren selten sind.
Die landwirtschaftliche Nutzung richtet sich weitgehend nach der recht unterschiedlichen Bodengüte. Im einzelnen ist zu unterscheiden zwischen den Gehängelehmen (Braunerden und Pseudogleyen) im Norden am Anstieg zum Hohen Westerwald, den steiniglehmigen Braunerden auf den Basaltrücken (etwa bei Hahn, südwestlich von Westerburg) und den zu Ranker und Parabraunerden umgewandelten Lösslehmen im Südteil des Raumes. Vor allem die breit ausgeräumten Täler von Elbbach, Westernohbach, Faulbach und Seebach mit vorwiegend ostwärts gerichteten flachen Talhängen sind für den Ackerbau günstig. Der Wald herrscht besonders im Norden und Osten vor und ist zusammenhängend verteilt. Grünland und Ruderalflächen treten bandartig verteilt entlang von Tälern auf, im Südwesten gehäuft. Ackerland ist v.a. im Südwesten zu finden auf mittleren bis großen Schlägen.
Naturschutzfachlich von Bedeutung ist das charakteristische Vorkommen von mesophilen Wäldern auf Normal- und Sonderstandorten (Hangwälder, Blockschuttwälder), die edellaubholzreich sind. Bemerkenswert hoch ist der Anteil von Schlucht- und Sumpfwäldern auf Normalstandorten sowie von Auewäldern. Sie bilden eine dominierende Biotopgruppe. Ebenfalls bemerkenswert hoch sind die Flächenanteile von Gebüschen und Sukzessionsflächen.Typisch für die im Hohen Westerwald entspringenden und den Oberwesterwald radial durchlaufenden Bäche ist die bachbegleitende Vegetation. Besondere Artenvorkommen: Himmelblauer Steinkleebläuling (Glaucopsyche alexis), Raubwürger, Braunkehlchen, Schwarzfleckiger Grashüpfer, Warzenbeißer, Helianthemum nummularium (Gewöhnliches Sonnenröschen). Größere Flächen liegen innerhalb des EU-Vogelschutzgebietes "Westerwald". Weitere Bereiche sind als NSG und FFH-Gebiet ausgewiesen, so z.B. der "Heidenkopf" und "Knoten" nördlich von Mengersheim sowie das "Kallenbachtal" zwischen Arborn und Obershausen im Norden.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 10,66 %
Vogelschutzgebiete 25,89 %
Naturschutzgebiete 1,98 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 31,5 %


Abgrenzung der Landschaft 'Oberwesterwälder Kuppenland und Dreifelder Weiherland' (32301)

Abgrenzung der Landschaft "Oberwesterwälder Kuppenland und Dreifelder Weiherland" (32301)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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