Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

70101 Schleswig-Holsteinische Ostseeküste


Landschaftstyp:

1.2 Ausgleichsküstenlandschaft der Ostsee



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

508 km²



Beschreibung:

Die Ostseeküste präsentiert sich als Förden- und Ausgleichsküste. Die Förden sind weit ins Land reichende ehemalige Talrinnen der Gletscherzungen. Im Bereich der Küstenerosion sind Steilküsten mit bis zu 20 m hohen Kliffs ausgebildet. Die größten Steilküsten befinden sich zwischen Kiel und Flensburg. Sie sind in vielen Fällen bewaldet und bebuscht, in anderen Bereichen dagegen findet aktiver Abbruch statt und der Bewuchs besteht aus Moosen und Kräutern. In Bereichen mit Sandanlandung befinden sich flache Abschnitte mit Strandwällen, die infolge des küstenparallelen Sandtransports an Buchten Haken und Nehrungen bilden. In einigen Küstenabschnitten sind Strandseen ausgebildet. Dünenbildungen fanden nur in wenigen Bereichen statt. Der Bereich der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste zwischen dem Oldenburger Graben bis nach Lübeck wurde als eigene Landschaft abgegrenzt.
Fast der gesamte Küstenabschnitt wird touristisch genutzt. Bereiche mit eingeschränkter Besuchernutzung gibt es nur in den Naturschutzgebieten und im Bereich von Truppenübungsplätzen. Die Nutzung erstreckt sich von Erholung (Spazierengehen, Angeln) über Campingplätze im Uferbereich bis hin zu größeren touristischen Projekten wie den Fereinzentren Damp 2000 oder Weißenhäuser Strand. Im Hinterland der Küste wird überwiegend Ackerbau betrieben.Die landwirtschaftliche Nutzung reicht bis fast an die Oberkante der Steilküstenabschnitte heran. Bei Putlos liegt ein größerer Truppenübungsplatz, auf dem aufgrund fehlender Düngung und der militärischen Nutzung ausgedehnte Trocken- und Magerrasenbereiche ausgebildet sind..
Fast alle Ostseeküstenabschnitte mit vorgelagerten Flachwasserzonen haben aufgrund der Seegraswiesen und der Muschelvorkommen eine hohe Bedeutung für Wasservögel. Insbesondere verschiedene Entenarten überwintern hier. Von 20 ausgewählten Küstenabschnitten haben 5 eine nationale Bedeutung und 15 Abschnitte eine internationale Bedeutung für Wasservögel. Dünenlandschaften finden sich beispielsweise bei Oehe-Schleimünde, Noer, am Bottsand und bei Weißenhaus.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 13,38 %
Vogelschutzgebiete 8,42 %
Naturschutzgebiete 4,11 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 15,01 %


Abgrenzung der Landschaft 'Schleswig-Holsteinische Ostseeküste' (70101)

Abgrenzung der Landschaft "Schleswig-Holsteinische Ostseeküste" (70101)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Ostseesteilküste bei Bülk (Foto: Michael Dietrich)

Ostseesteilküste bei Bülk (Foto: Michael Dietrich)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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