Osmoderma eremita (Scopoli, 1763)


Eremit

bis 38 mm langer Käfer aus der Familie der Rosenkäfer

EU-Code: 1084*, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 2 (1998)


Verbreitung

Diese Art ist nur in Europa verbreitet wobei Deutschland im Verbreitungszentrum liegt. Aktuelle Vorkommen sind aus fast allen Bundesländern bekannt. Allerdings nimmt die Häufigkeit in Richtung Westen ab. Der Eremit besiedelt alte hohle Bäume sowohl in lichten Wäldern als auch einzeln stehende Exemplare.


Fortpflanzung/Biologie

Die erwachsenen Käfer leben mit den Larven gemeinsam in den Brutbäumen.Die Paarung findet im Juli und August im Bereich geeigneter Brutbäume statt. Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert zwischen 2 und 4 Jahren. Die Larven ernähren sich von Holzmulm, die adulten Tiere lecken den Saft blutender (Laub-)Bäume.


Gefährdung

Die direkte Vernichtung sehr alter Laubbaumbestände stellt eine große Gefahr dar. Auch die Aufgabe historischer Waldnutzungsformen (z.B. Hudewaldwirtschaft) sowie der Verlust alter Streuobstwiesen, alter Bäume in Waldrandlagen oder an Alleen z. B. im Rahmen von Verkehrssicherungsmaßnahmen führen zum Verschwinden geeigneter Lebensräume.


Schutz

Alle Vorkommen der Art sollten geschützt werden. Aufgrund der geringen Ausbreitungsfähigkeit ist es wichtig, dass bei den aktuellen Vorkommen weitere geeignete Brutbäume nachwachsen, um die Vorkommen langfristig erhalten zu können.


Literaturhinweis

verändert nach:
Schaffrath, U. (2003): Osmoderma eremita (Scopoli, 1763). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 415-425.


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