Bundesamt für Naturschutz

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Urbane grüne Infrastruktur konkret - Musterlösungen und Handlungsempfehlungen

Themengruppe:

Siedlungsbereich, Urbane grüne Infrastruktur, Methoden der integrierten Stadtentwicklung

FKZ:

3520 81 0800

Laufzeit:

11/2020 - 10/2023

Problemstellung und Ziele:

Entwicklungen wie der demographische Wandel, die Digitalisierung und insbesondere die Anpassung an die Folgen des Klimawandels und der Verlust der biologischen Vielfalt wirken sich auf Planungsprozesse in Städten und Gemeinden aus. Als ein wichtiges Handlungsfeld kristallisiert sich dabei zunehmend der Schutz und die Förderung von Stadtnatur heraus, die mit ihren vielfältigen Ökosystemleistungen zur Lebensqualität in Städten beiträgt. Eine planerische Bedeutung erhält Stadtnatur durch den Begriff der „Urbanen Grünen Infrastruktur“ (UGI), die die Stadtnatur auf eine Ebene mit technischer und sozialer Infrastruktur stellt. Urbane grüne Infrastruktur steht für ein Verbundsystem aus Grün- und Freiräumen, das im Rahmen von integrativen Planungsprozessen gesichert, qualifiziert und ausgeweitet wird.


Ansprechende Bepflanzung straßennahen Grüns in Berlin
Mittig durchzieht ein mit Gräsern bepflanzter Fahrbahntrennstreifen das Bild. Im Hintergrund sind große Bürogebäude zu erkennen.

Dazu existieren sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene bereits zahlreiche Forschungserkenntnisse, Leitfäden und Best Practice Beispiele. Dennoch stehen Kommunen angesichts verschiedener Maßstabsebenen, Planungsphasen, Handlungsfelder und Herausforderungen, die bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen sind, vor der Schwierigkeit, urbane grüne Infrastruktur in ihrer Komplexität zu fassen und umzusetzen. Um die kommunale Planungspraxis zu unterstützen, sieht das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Masterplan Stadtnatur (BMU 2019) die Bereitstellung eines „Werkzeugkastens“ mit Handlungsempfehlungen für Städte vor.


Regenwassermanagement auf einer multicodierten Grünfläche
Vor einem mehrgeschossigen Haus befindet eine gewölbte Rasenfläche, die teilweise mit Regenwasser gefüllt ist. An die Rasenfläche grenzt rechts ein Spielplatz mit einer Rutsche an

Die Entwicklung eines solchen Werkzeugkastens ist Ziel dieses Vorhabens, welches die kommunale Planungspraxis durch konkrete Maßnahmen- und Handlungsvorschläge unterstützen soll. Im Fokus stehen dabei Ansätze und Methoden zur Erfassung und Bewertung vorhandener UGI-Elemente und Ökosystemleistungen. Weiterhin werden Instrumente und Maßnahmen zur Planung, Umsetzung und Pflege von UGI aufgezeigt. Dabei bilden die Werkzeuge ein breites Handlungsspektrum ab und umfassen Qualifizierung und Vernetzung, UGI im Neubau und kombinierte grau-grüne Elemente.


Nachbarschaftsgärten im Großsiedlungsbau
Vor großen Geschosswohnungsgebäuden befindet sich ein kleiner Garten mit Rasen, Hecken und einem großen Baum. Der Garten ist umzäunt und durch einen Schotterweg zu erreichen

Gleichzeitig berücksichtigen sie die Erfordernisse verschiedener Planungsphasen und Maßstabsebenen. Darüber hinaus werden Hinweise zu möglichen Akteurskonstellationen, zu Partizipationsmethoden sowie zu kommunalen Lenkungs- und Steuerungsprozessen gegeben.


Dachbegrünung in Berlin: vielfältige Nutzungsmöglichkeiten
Auf einer Dachterrasse eines städtischen Wohngebäudes stehen auf einem Holzdeck ein Tisch, mehrere Stühle und ein Sonnenschirm. Dies alles ist umrandet von vielen bepflanzten Blumenkübel

Das theoretische Wissen wird mit Praxiserfahrungen ergänzt, indem vier Beispielkommunen in das Vorhaben einbezogen werden. Mit ihnen werden Herausforderungen bei der Umsetzung urbaner grüner Infrastruktur diskutiert und Handlungsbedarfe ermittelt, die bei der Erarbeitung des Werkzeugkastens Berücksichtigung finden werden.


Die Inhalte werden für eine webbasierte Anwendung aufbereitet. Mithilfe verschiedener Filterfunktionen wird es den Anwender*innen möglich sein, auf die Bedürfnisse und Ausgangssituationen der jeweiligen Kommune zugeschnittene Informationen und Handlungsempfehlungen zu erhalten.

Bearbeiter:

gruppe F Freiraum für alle GmbH
Dipl.-Ing. Gabriele Pütz | puetz@gruppef.com
M. Sc. Andreas Kurths | kurths@gruppef.com
M. Sc. Friederike Voigt | voigt@gruppef.com
Gneisenaustraße 41
10961 Berlin
https://gruppef.com/

in Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr. Rieke Hansen
Hochschule Geisenheim
Institut für Freiraumentwicklung
Von-Lade-Str. 1
65366 Geisenheim
https://www.hs-geisenheim.de/forschung/institute/freiraumentwicklung/professur-fuer-freiraumplanung-und-oekologische-stadtentwicklung/

Dipl.-Ing. Roland Hachmann
IP SYSCON GmbH
Tiestestraße 16-18
30171 Hannover
http://www.ipsyscon.de

Ansprechpartner im BfN:

Arne Kunkel, FG II 4.1

Letzte Änderung: 15.01.2021

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