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Bundesamt für Naturschutz

Mehr biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen

Gemeinsame Pressemitteilung mit Bundesumweltministerium
Presse
Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Biologische Vielfalt
09.11.2021
Berlin/Bonn
Rund 40 landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Northeim im südlichen Niedersachsen wollen sich im Projekt „KOOPERATIV – Biodiversität auf der Landschaftsebene fördern“ gemeinsam für mehr biologische Vielfalt einsetzen. Mit mehrjährigen Blühstreifen auf großen Flächen sollen so Ökosystemleistungen wie Bestäubung und Bodenfruchtbarkeit in der dortigen Agrarlandschaft gefördert werden. Das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit rund 667.000 Euro aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert.
Agrarlandschaft im Landkreis Göttingen
Strukturreiche Agrarlandschaft im Landkreis Göttingen, Niedersachsen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Wir brauchen dringend nachhaltigere Bewirtschaftungsformen in der Landwirtschaft, um den Rückgang der biologischen Vielfalt, allen voran den Insektenschwund, zu stoppen. Das gelingt am besten mit Maßnahmen auf großen und vernetzten Flächen, die auf regionaler Ebene in unterschiedlichen Landschaften geplant und umgesetzt werden. Deshalb wollen wir regional neue, kooperative Ansätze fördern, bei denen möglichst viele landwirtschaftliche Betriebe beim Schutz der Insekten mitwirken.“

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Kooperationen zwischen dem Naturschutz und der Landwirtschaft sind wichtig. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, die biologische Vielfalt zu erhalten. Es freut mich besonders, dass bei diesem Projekt nicht nur Landwirtschaft, Lokalpolitik und Naturschutz die Zusammenarbeit suchen. Auch die Bevölkerung vor Ort wird mithilfe von Runden Tischen, Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsam zu entwickelnden touristischen Angeboten frühzeitig eingebunden und so für den Schutz der Biodiversität vor der eigenen Haustür sensibilisiert.“

Das Projekt „KOOPERATIV“ wird gemeinsam von der Georg-August-Universität Göttingen, der Universität Rostock und dem Landvolk Northeim-Osterode e.V. im Landkreis Northeim durchgeführt. Dort, im südlichen Niedersachsen, soll langfristig eine für Mitteleuropa repräsentative Modellregion entstehen, die neue Impulse für die Gestaltung und Umsetzung kooperativer Agrarumweltmaßnahmen auf Landschaftsebene setzt. Dazu wird ein Landschaftsexperiment in der Untersuchungsregion umgesetzt, in dem mehrjährige Blühstreifen als potenziell besonders wirkungsvolle Agrarumweltmaßnahmen gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben und Beteiligten des Naturschutzes in 36 verschiedenen Landschaftsräumen und in unterschiedlichen räumlichen Anordnungen und Landschaftsanteilen angelegt werden. Wie sich die Blühstreifenanlage ökologisch auswirkt, und welche ökonomischen Konsequenzen sich für die ca. 40 teilnehmenden Betriebe daraus ergeben, soll wissenschaftlich begleitet und analysiert werden. Teil dieser Analyse wird es auch sein, die fördernden bzw. hemmenden Rahmenbedingungen einer kooperativen Maßnahmenumsetzung (Governance) zu untersuchen.

Ackerhummel auf Klee
Ackerhummel auf Klee

Zehn Jahre Bundesprogramm Biologische Vielfalt – #10jahrebpbv

Seit zehn Jahren unterstützt das Bundesprogramm Biologische Vielfalt die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Am 15. Februar 2011 wurde die Förderrichtlinie des größten deutschen Förderprogramms für den Naturschutz veröffentlicht, seitdem sind rund 120 Millionen Euro Bundesmittel in mehr als 120 Projekte mit 314 Teilvorhaben geflossen, die bundesweit zum Schutz von Arten, Lebensräumen und Ökosystemleistungen umgesetzt wurden. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Neue Projektideen können jederzeit eingereicht werden. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

Kontakt im BfN

Bundesamt für Naturschutz
Referat Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Social Media
0228 8491-4444
Konstantinstraße 110, 53179 Bonn
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