Bundesamt für Naturschutz

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Transgene Eigenschaften

Der Begriff "transgene Pflanzen der 1., 2. und 3. Generation" ist nicht eindeutig definiert. Häufig werden mit "1. Generation" diejenigen Gentechnisch Veränderten Pflanzen (GVP) bezeichnet, die bereits eine Zulassung zum Inverkehrbringen haben. Die "2. Generation" bezeichnet diejenigen GVP, die in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium bis kurz vor der Zulassung sind. Als "3. Generation" werden diejenigen GVP bezeichnet, die sich im Forschungs- bzw. ganz frühen Entwicklungsstadium befinden.
Alternativ zur Unterscheidung in 1., 2. und 3. Generation werden GVO auch danach eingeteilt, ob sie neue Input- oder Output-traits besitzen.

Input-traits oder Eingangsmerkmale sollen den Feldertrag steigern oder stabilisieren. Beispiele hierfür sind die Herbizidresistenz bei verschiedenen Kulturpflanzen, die Insektenresistenz bei Mais oder Baumwolle, die Pilzresistenz bei Kartoffel, Raps und Weizen sowie die Virusresistenz bei Zuckerrübe und Kartoffel. Output-traits oder Ausgabemerkmale bzw. Nutzungseigenschaften betreffen alle nachgelagerten Aspekte, also die Vereinfachung und Kostenreduzierung von Produktions-, Transport- und Lagerungsprozessen, die Optimierung von Futtermitteln und Rohstoffen für die Industrie und Medizin sowie Merkmale, die zu angereicherten Lebensmitteln führen ("functional food"). Beispiele für Pflanzen mit neuen Output-traits sind die Anti-Matsch-Tomate mit längerer Haltbarkeit, Raps mit erhöhtem Laurinsäuregehalt, Kartoffeln mit veränderter Stärkezusammensetzung, Pappeln mit verringertem Ligningehalt, was die Herstellung von holzfreiem Papier vereinfachen soll oder die Produktion pharmazeutisch nutzbarer Stoffe (gene pharming). GVO, aus denen "functional food" hergestellt werden soll, sind noch nicht marktreif. In der Forschung bzw. Entwicklung befinden sich z. B. vitaminangereicherte Kartoffeln oder betacarotinhaltiger Reis ("Golden Rice") sowie Äpfel und Erdbeere mit einem Protein zur Kariesprophylaxe. Auf solchen und ähnlichen GVO beruht die Hoffnung, die Akzeptanz für die Agro-Gentechnik in der Öffentlichkeit zu steigern, da die veränderten Nutzungseigenschaften für den Verbraucher direkt spürbare Vorteile bringen sollen.

Letzte Änderung: 06.07.2006

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