Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutz, Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Grüne Dächer für mehr Insektenvielfalt

  • Neues Projekt „DaLLî“ für naturschutzfachlich hochwertige Dachbegrünungen im urbanen Raum
  • Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesumweltministerium
Zu sehen ist ein begrüntes Dach mit heimischen Wildpflanzen.

Extensive Dachbegrünung mit gebietseigenen Wildpflanzen. (Foto: Daniel Jeschke)

Zu sehen ist eine Schwebfliege auf einer Heidenelke.

Gründachvegetation als Nahrungshabitat für Insekten, hier eine Schwebfliege auf einer Heidenelke. (Foto: Roland Schröder)

Zu sehen ist ein begrüntes Dach mit Pflanzen, die für Sandmagerrasen typisch sind.

Durch Rechgut-Transfer etablierte Sandmagerrasenvegetation auf einem Gründach. (Foto: Daniel Jeschke)

Berlin/Bonn, 25. Mai 2020: Dachbegrünungen können zum Natur- und Klimaschutz beizutragen, vor allem im urbanen Raum. Derzeit werden extensive Dachbegrünungen jedoch meist konventionell mit artenarmen Pflanzenmischungen aus gebietsfremden Arten und Zuchtsorten ausgeführt. Jetzt ist im Bundesprogramm Biologische Vielfalt ein neues Projekt gestartet, das Verfahren für die artenreiche Begrünung von Dächern mit gebietseigenen, blütenreichen Wildpflanzen weiterentwickelt und im Rahmen konkreter Maßnahmen erprobt. Das Bundesamt für Naturschutz fördert das Projekt "DaLLî ‒ Extensive Dachbegrünungen in urbanen Landschaften als Lebensraum für Insekten" mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit rund 545.000 Euro.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "In den Städten gibt es oft eine große Konkurrenz um knappe Flächen. Für den Schutz der Insekten sind grüne Dächer eine Chance. Dabei kommt es darauf an, Gründächer so zu gestalten, dass sie auch Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für Insekten bieten."

BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel: "Dies gilt insbesondere für spezialisierte Insektenarten: So sind konventionelle Dachbegrünungen beispielsweise für manche Wildbienen, die ausschließlich Pollen bestimmter Pflanzenarten sammeln, kaum nutzbar. Wie Insekten von einer Dachbegrünung mit artenreichen, gebietseigenen Pflanzenmischungen sowie geeigneten Nistmöglichkeiten profitieren können, wird im Projekt DaLLî untersucht und erprobt."

An sechs Modelldächern im Nordwestdeutschen Tiefland wird die Begrünung mit Wildpflanzen aus regionaltypischen Sandmagerrasen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit als Lebensraum für blütenbesuchende Insekten evaluiert und weiterentwickelt. Außerdem sollen auf den Dächern auch Sonderstrukturen wie Sandlinsen und Totholz eingebracht und bezüglich ihrer Eignung als Nisthabitate für Insekten getestet werden. Drei der sechs Gründächer mit gebietseigenen Wildpflanzen werden durch die externen Kooperationspartner, die Alfred Töpfer Akademie für Naturschutz (NNA), die Friedrich Lütvogt GmbH & Co. KG sowie der GEWOBA AG, auf ihren Gebäuden angelegt.

Für Planungs-, Architektur- und Ingenieurbüros sowie für Gartenlandschaftsbau-Unternehmen werden in Kooperation mit dem Bundesverband GebäudeGrün BuGG e.V. verschiedene Fortbildungsveranstaltungen konzipiert und während der Projektlaufzeit durchgeführt. Diese sowie weitere jeweils zielgruppenorientierte Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit für Behörden, Privatleute, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende sollen nicht nur die notwendigen Kenntnisse für die Anlage naturschutzfachlich hochwertiger extensiver Dachbegrünungen vermitteln, sondern auch die Akzeptanz und Umsetzung grüner Dächer steigern.

Träger des Projekts „DaLLî“ ist die Hochschule Osnabrück.

Kontaktdaten sowie Projekt-Steckbrief unter: https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/dalli.html

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken. Weitere Informationen zum Bundesprogramm: https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm

 


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Letzte Änderung: 25.05.2020

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