Bundesamt für Naturschutz

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Ökosystem-Monitoring

Biodiversität kennen und verstehen - auch in der Gesamtlandschaft

Strukturreiche Landschaft (Foto: A. Benzler)
Strukturreiche Landschaft

Mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt hat die Bundesregierung in 2007 Leitbilder, Ziele und Maßnahmen für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt beschlossen. Die Naturschutzoffensive 2020 weist auf die weiterhin prekäre Situation der Biodiversität hin und legt ein Handlungsprogramm für eine Trendwende vor. Das Handlungsfeld IX „Kennen und Verstehen“ beinhaltet die Verbesserung der Datenlage über die Situation der Biologischen Vielfalt in Deutschland, um Defizite sowie die Wirksamkeit und Erfolge von Maßnahmen noch besser einschätzen zu können. Eines der zentralen Ziele dieses Handlungsfeldes ist es, Schritte in Richtung eines umfassenden Biodiversitätsmonitorings zu gehen. Mit dem Ökosystem-Monitoring als neuem Monitoring-Baustein soll nun die bestehende Datenlücke bezüglich der Gesamtlandschaft geschlossen werden.

Ökosystem-Monitoring - was ist das und was bringt es?

Karte der bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen
Karte der bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen

Das Ökosystem-Monitoring beinhaltet die wiederholte, systematische und flächendeckende Erfassung und Bewertung von Biotopen auf den bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen. Auf dieser Stichprobenkulisse wird bereits erfolgreich das High-Nature-Value Farmland Monitoring sowie das Monitoring häufiger Brutvögel durchgeführt. Von Verschneidungen der neuen Flächeninformationen des Ökosystem-Monitorings mit den bereits etablierten Monitoringdaten des Naturschutzes sind, neben den bundesweiten Informationen zur Häufigkeit und Verteilung sowie zum Zustand und zu Veränderungen von Ökosystemen, zusätzliche Erkenntnisse zu den Ursachen des Rückgangs der biologischen Vielfalt zu erwarten. Der Einfluss von Faktoren wie Landnutzungswandel, zunehmendem Nutzungsdruck, Intensivierung der Landwirtschaft oder dem Klimawandel und damit von wesentlichen Treibern, welche auf die Biodiversität einwirken, soll zukünftig mit dem Ökosystem-Monitoring für die Gesamtlandschaft dokumentiert und bewertet werden können. Anhand dieser Ergebnisse können die Erfolge der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt überprüft, die Wirksamkeit der Maßnahmen zu ihrer Umsetzung bewertet und die Anforderungen der EU-Biodiversitätsstrategie 2020 bezüglich der Darstellung des Zustands von Ökosystemen und ihren Leistungen erfüllt werden.

Aktivitäten des BfN

Vor diesem Hintergrund hat das BfN in Zusammenarbeit mit interessierten Bundesländern in 2015 eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen, dass sich mittels einer Kompletterhebung der Biotoptypen auf den bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen die Kernziele und Fragen eines Ökosystem-Monitorings sinnvoll bearbeiten lassen. Zudem ergeben sich wertvolle Synergieeffekte, da bereits für andere Programme entwickelte statistische Methoden, wie die Hochrechnung der Stichprobendaten, auch für das Ökosystem-Monitoring angewendet werden können.

Mit dem Ressortforschungsplan 2016 wurde daher ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Ökosystem-Monitoring auf den Weg gebracht. In dessen Rahmen wurde erfolgreich ein Kartierschlüssel für das Ökosystem-Monitoring auf bundesweit repräsentativen Stichprobenflächen, einschließlich eines Übersetzers der Länderbiotopschlüssel in den Biotopschlüssel des Ökosystem-Monitorings, in Zusammenarbeit mit den Bundesländern, erstellt. Ergänzend wurde ein Bewertungsverfahrens, welches Veränderungen des Zustandes der Ökosysteme frühzeitig anzeigen kann, sowie eine Software für die digitale Eingabe der Kartierdaten entwickelt. Diese Methoden und Werkzeuge wurden an rund 200 Stichprobenflächen erprobt und evaluiert.

Aktuelles

Mit dem Ressortforschungsplan 2019 wird ein an die bisherigen Arbeiten anknüpfendes Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert. Das Vorhaben umfasst die Optimierung der bisher entwickelten Methoden, weitere Kartierungen und deren Auswertung. Zentral wird auch die Prüfung und Sicherung von Synergien mit bestehenden Monitoringprogrammen sein. Zum Abschluss der Arbeiten wird ein operationalisierbares Konzept zum Ökosystem-Monitoring sowie die Auswertung und Bewertung des Zustandes und der Veränderung von Ökosystemen am Beispiel einer vollständig erfassten Standortregion vorliegen. Die mehrjährige Erprobung und Weiterentwicklung von Methoden und Werkzeugen gewährleistet die praktische Umsetzbarkeit des Ökosystem-Monitorings.

Letzte Änderung: 01.12.2020

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