Bundesamt für Naturschutz

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Forstwirtschaft und Wälder

Naturnähe der älteren und jüngeren Baumbestände (Haupt- und Jungbestockung) in Deutschland

Mehr Naturnähe in jungen Waldbeständen verspricht ökologisch wertvollere Wälder

In naturnahen Wäldern wachsen viele Baumarten, die auch natürlicherweise auf dem jeweiligen Standort vorkommen würden. In deutschen Wäldern hängt die Naturnähe insbesondere vom Alter der Baumbestände ab: Junge Baumbestände sind naturnäher als die sogenannte Hauptbestockung (ältere Baumanteile). Sie haben damit das Potenzial, zukünftig zu naturschutzfachlich wertvollen Wäldern heranzuwachsen. Waldumbaumaßnahmen wie das Pflanzen von Laubbäumen in reinen Nadelwäldern kann daher die Naturnähe stark verbessern.


Die Naturnähe der Baumbestände im Wald (Bestockung) richtet sich unter anderem nach dem Anteil der Baumarten, die auf dem jeweiligen Standort natürlicherweise wachsen würden (Anteil an der potenziellen natürlichen Vegetation im Bestandsaufbau). Deutschlandweit ist die Naturnähe in Wäldern sehr unterschiedlich: Die Hauptbestockung mit älteren und größeren Bäumen von über 4 Metern Höhe ist lediglich zu 15 Prozent „sehr naturnah“. Bei der Jungbestockung sind es bereits 25 Prozent. Insgesamt sind über die Hälfte (etwa 51 Prozent) des nachwachsenden Waldes als „sehr naturnah“ oder „naturnah“ einzustufen.

Waldumbaumaßnahmen können die Naturnähe von Wäldern verbessern

Der Vergleich der älteren Baumanteile (Hauptbestockung) und der jüngeren Baumanteile im Wald zeigt, dass Waldumbaumaßnahmen, also beispielsweise das Pflanzen junger Laubhölzer in Fichten-Reinbeständen, einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Naturnähe von Waldbeständen leisten können. Der nachwachsende Wald verfügt mit seiner naturnäheren Baumartenzusammensetzung über größere Potenziale, für die biologische Vielfalt wertvollere Wälder zu entwickeln. Mit diesen Maßnahmen wird auch die Erhaltung und Entwicklung der natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften als Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt gefördert.

Weiterführende Infos

Dritte Bundeswaldinventur (Johann Heinrich von Thünen Institut)