Bundesamt für Naturschutz

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Nutzung von Binnengewässern

Gefangene und produzierte Fische in der deutschen Binnenfischerei und Binnenaquakultur im Jahr 2014

Der überwiegende Anteil der in Deutschland vermarkteten Süßwasserfische stammt aus Binnenaquakulturen

Die Binnenfischerei (Fischfang) und die Binnenaquakultur (Fischproduktion) sind in Deutschland ein nicht unerheblicher Wirtschaftszweig. In 2014 wurden über die Hälfte der Süßwasserfische in Aquakulturen aufgezogen. Die restlichen Fische (rund 40 Prozent der Gesamtmenge) wurden vor allem durch die Freizeitfischerei sowie in geringeren Mengen auch durch die Berufsfischerei in Seen und Flüssen gefangen. Insgesamt haben Fischfang und -produktion einen erheblichen ökologischen Einfluss auf die Fischbestände in deutschen Binnengewässern.


Der Fischfang in Binnengewässern und die Fischproduktion in Binnenaquakulturen stellen in Deutschland einen nicht unerheblichen Wirtschaftszweig dar. In 2014 wurde die Gesamtmenge gefangener beziehungsweise in Aquakulturen aufgezogener Fische auf rund 50.000 Tonnen geschätzt. Mehr als die Hälfte der Fische (27.883 Tonnen) stammten dabei aus Binnenaquakulturen. Die restlichen Fische wurden in Seen und Flüssen gefangen. Dabei entfiel der weitaus größere Teil mit geschätzten 18.450 Tonnen (37 Prozent der Gesamtmenge) auf die Angel- beziehungsweise Freizeitfischerei, nur etwa 3.100 Tonnen (6 Prozent der Gesamtmenge) auf die Erwerbsfischerei.

Binnenfischerei und Binnenaquakulturen haben negative ökologische Auswirkungen auf die Fischbestände

Ökologische Auswirkungen des Wirtschaftszweigs zeigten sich in der Vergangenheit insbesondere bei einzelnen Fischarten. So trug der beruflich betriebene Fischfang zum Rückgang oder Aussterben von Wanderfischarten wie dem Stör, dem Lachs und dem Maifisch bei. Mittlerweile werden Fische oft in natürlichen Gewässern ausgesetzt, um Fangerfolge zu verbessern. Das Aussetzen dieser Zuchttiere sowie auch das Entweichen von Fischen aus Aquakulturen birgt die Gefahr einer Veränderung der genetischen Vielfalt frei lebender Fischpopulationen der gleichen Art. In der Binnenfischerei bieten die Regeln der „Guten fachlichen Praxis“ eine Möglichkeit, negative Auswirkungen der Binnenfischerei zu minimieren.