Bundesamt für Naturschutz

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Tiere, Pflanzen und Pilze

Verbreitung der Sand-Silberscharte in Deutschland

Erhaltungszustände der Sand-Silberscharte in Deutschland

Bestände der Sand-Silberscharte erholen sich gut im Vergleich zu anderen Farn- und Blütenpflanzen

Die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) ist ein Beispiel für gelungene aktive Naturschutzmaßnahmen in Deutschland. Ihr Erhaltungszustand hat sich zwischen 2007 und 2013 deutlich verbessert – anders als bei vielen anderen Farn- und Blütenpflanzen. Dennoch sind weitere Schutzmaßnahmen notwendig.


Ein Beispiel für gelungene Naturschutzmaßnahmen ist die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides), die zu den europaweit streng zu schützenden Arten zählt und im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführt ist. Ihr Erhaltungszustand hat sich laut FFH-Bericht 2013 im Vergleich mit dem FFH-Bericht 2007 im gesamten Verbreitungsgebiet um je eine Bewertungsstufe verbessert. Der Gesamttrend ist inzwischen positiv, sodass von einer günstigen Prognose ausgegangen werden kann.

Die Sand-Silberscharte besitzt in Westeuropa nur vereinzelte, kleine Verbreitungsgebiete, die weit von der Westgrenze ihres Hauptareals in Russland entfernt liegen. In Deutschland hat sie mehrere, voneinander getrennte Vorkommen (zum Beispiel an Rhein und Elbe) mit zum Teil nur wenigen Individuen. Sie wächst als Pionierart auf offenen, nährstoffarmen Sandflächen.

Pflegemaßnahmen tragen zum Erhalt der Sand-Silberscharte bei

Durch aktive Maßnahmen des Naturschutzes konnten die Lebensbedingungen für die Sand-Silberscharte in vielen Vorkommensgebieten deutlich verbessert werden: Aktive Pflegemaßnahmen drängen die infolge landwirtschaftlicher Nutzungsaufgabe aufwachsenden Gehölze zurück. Das Ausbringen von Saatgut aus Vermehrungskulturen, die mit Samen von Pflanzen aus den deutschen Vorkommen aufgebaut wurden, stützt den Bestand. Darüber hinaus ist die Wiederansiedlung auf historischen Wuchsorten, an denen die Pflanzenart bereits ausgestorben war, erfolgreich. Eine Reihe vorwiegend kleiner Vorkommen in der kontinentalen Region ist aber weiterhin stark gefährdet, sodass die Schutzmaßnahmen hier noch intensiviert werden müssen.

Bei anderen Farn- und Blütenpflanzen ist der Erhaltungszustand unverändert

Im Vergleich zu anderen Farn- und Blütenpflanzen entwickelt sich der Bestand der Sand-Silberscharte gut. Bei den übrigen Farn-und Blütenpflanzen ist der Zustand überwiegend gleich geblieben, bei einer Art (Herzlöffel Caldesia parnassiifolia) hat er sich verschlechtert. Insgesamt befinden sich die Arten in der alpinen Region in einem besseren Zustand als die Arten der kontinentalen und atlantischen Region.