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Bundesamt für Naturschutz

Untere Odertalniederung

Bundesland
Brandenburg
Landschaftsgroßeinheit
Norddeutsches Tiefland
Landschaftstyp
4.1 Grünlandgeprägte offene Kulturlandschaft
Landschafts-ID
80000
Fläche in km²
167 km2

Beschreibung

Die Untere Odertalniederung ist eine breite, ebene und größtenteils von Grünland eingenomme Stromniederung. Sie erstreckt sich in einer Länge von ca. 45 km in Süd-Nord-Richtung und bildet die nördlichste Einheit des Odertals. Die Landschaft wird zu beiden Seiten von z.T. steil ansteigenden Hochflächen (Grund- und Endmoränen) begrenzt. Da die Sohle des Oderstroms tief eingegraben ist und nur ca. 4 m über NN liegt, heben sich an einigen Stellen diese begleitenden Plateau-Ränder zu ansehnlicher Höhe heraus. Die z.T. bis zu 50 m hohen Oderhänge werden an einigen Stellen von urwüchsigen Wäldern und einer wertvollen Steppenvegetation eingenommen. Das Odertal ist durch eine Vielzahl von Flußverzweigungen und Altarmen, Entwässerungsgräben und Poldern gekennzeichnet. Daneben prägen die Oderdeiche, das Deichvorland und Auwaldreste das Landschaftsbild. Charakteristisch für das Gebiet sind die häufigen Überschwemmungen bei Hochwasser.
Die vorherrschenden Flussschlickböden werden überwiegend als Grünland genutzt, während die Bereiche hinter den Deichen meist einer ackerbaulichen Nutzung unterliegen.
Das Gebiet der Unteren Oder konnte aufgrund seiner seit dem Ende des zweiten Weltkrieges andauernden Grenzlage seine hohe ökologische Bedeutung beibehalten. Ein relativ naturnaher Flußverlauf mit ausgedehnten Röhrichten, Seggenrieden und Gehölzsäumen spiegelt in weiten Teilen noch die ursprüngliche Vegetation einer europäischen Flußlandschaft wieder und unterstreicht die hohe naturschutzfachliche Bedeutung. Dies kommt auch in der Ausweisung als FFH-Gebiet zum Ausdruck. Fast das gesamte Gebiet ist durch die Schutzkategorie der EG-Vogelschutzrichtlinie, sowie durch den Nationalparkstatus gesichert. Darüberhinaus ist die Fläche auch ein Naturschutzgroßprojekt des Bundes. Die avifaunistische Bedeutung liegt in dem Vorkommen einer großen Zahl von Feuchtgebietsarten. Hervorzuheben sind die für Deutschland größten Brutvorkommen von Seggenrohrsänger, Wachtelkönig und Trauerseeschwalbe im Odertal. Das Gebiet ist jedoch nicht nur Lebensraum und Durchzugsgebiet für international bedeutsame Wasser- und Watvögel, sondern auch ein Refugium für seltene Wirbeltierarten. 40 Säugetier-, 19 Amphibien- und Reptilien- sowie über 42 Fischarten wurden nachgewiesen. Daneben ist auch das Vorkommen einer Vielzahl von Wasserpflanzengesellschaften, wie Krebsscheren-, Kleinlaichkraut- und Schwimmfarngesellschaften von Bedeutung.

Schutzgebietsanteile

FFH-Gebiete
51,17 %
Vogelschutzgebiete
72,35 %
Naturschutzgebiete
54,28 %
Nationalparke
52,27 %
sonst. Schutzgebiete
55,93 %
Effektiver Schutzgebietsanteil
74,6 %
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
Hinweis
Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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