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Bundesamt für Naturschutz

Städte wagen Wildnis

Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Stadt und Wildnis werden häufig als Gegensätze wahrgenommen; wo das eine ist, kann das andere nicht sein. Über ein neues ästhetisches Leitbild von Wildnis in der Stadt will das Projekt diesen Gegensatz aufheben und so die Akzeptanz von extensiv bewirtschafteten Grün- und Sukzessionsflächen in der Stadt verbessern.
Bundesland
Hessen
Niedersachsen
Sachsen-Anhalt
Laufzeit
01.06.2016 – 31.05.2021
Finanzvolumen
4.426.000 €
Förderschwerpunkt
Stadtnatur

Städte wagen Wildnis - Vielfalt erleben

Hintergrund

Stadt und Wildnis werden häufig als Gegensätze wahrgenommen; wo das eine ist, kann das andere nicht sein. Das Projekt „Städte wagen Wildnis“ will diesen Gegensatz aufheben und geht innovative Wege beim Umgang mit innerstädtischen Grünflächen: Über ein neues „ästhetisches Leitbild“ soll sich die Einstellung und Akzeptanz der Bevölkerung bezüglich „wilder“, also extensiv bewirtschafteter Grün- und Sukzessionsflächen in der Stadt ändern.

Projekt

Die drei Modellstädte Dessau-Roßlau, Frankfurt a. M. und Hannover unterscheiden sich stark in ihrer Bevölkerungsentwicklung. In Frankfurt wächst die Bevölkerung schnell, in Dessau nimmt sie stark ab, während in Hannover schrumpfende und wachsende Stadtteile nebeneinander existieren. In allen drei Städten geht es um das Ausweiten, Aufwerten oder Sichern von Stadtgrün. Das Projekt unterstützt so das Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, die Durchgrünung von Siedlungen bis 2020 zu erhöhen.

Was bedeutet „Wildnis“ in der Stadt?

In Modellgebieten werden konventionell und intensiv gepflegte Grünflächen zu „Stadtwildnis-Gebieten“, die sich eigendynamisch entwickeln oder ein Mosaik unterschiedlicher Nutzungs- und Pflegeintensitäten bilden. Es sollen vielfältige und zugleich ästhetisch ansprechende Landschaftsstrukturen entstehen – Lebensräume wie Wald, Sukzessionsstadien, Auen und Grünland. Dabei werden neue extensive Formen der städtischen Grünflächenpflege mit geringem/keinem Pflegeaufwand erprobt und erforscht. Flächengestaltung und Kommunikation können jederzeit angepasst werden – auf Basis projektbegleitender ökologischer und sozialwissenschaftlicher Untersuchungen zum Zustand der Biodiversität und der Akzeptanz der Maßnahmen.

Wahrnehmung ändern, Umdenken erreichen, Handeln motivieren

Die Öffentlichkeitsarbeit – ein wichtiger Pfeiler des Projekts – umfasst lokale und projektübergreifende Maßnahmen mit bundesweiter Ausstrahlung. Im Fokus steht zum einen das Fördern von gesellschaftlichem Engagement und Freiwilligenarbeit für den Naturschutz; zum anderen eine „Wahrnehmungsschulung“: Die Erlebbarkeit verwilderter Flächen und das Vermitteln von deren Ökosystemleistungen soll die Akzeptanz von Stadtwildnis steigern. Als Abschlussbericht gibt es einen „best-practice-Leitfaden für Kommunen“ mit Erfolgs- und Effizienz-Bewertung. Andere Kommunen werden über das bundesweite Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e. V.“ angesprochen, an dem die beiden Modellstädte Frankfurt und Hannover beteiligt sind.

Projektträgerschaft

Stadt Frankfurt am Main
Dr. Thomas Hartmanshenn
Umweltamt – Abteilung Umweltvorsorge
Galvanistr. 28, 60486 Frankfurt am Main
069 212 39145
Landeshauptstadt Hannover
Fachbereich Umwelt und Stadtgrün – Forsten, Landschaftsräume und Naturschutz
Arndtstr. 1, 30167 Hannover
Stadt Dessau-Roßlau
Referat für Stadtgrün
Zerbster Str. 4, 06844 Dessau-Roßlau
Leibniz Universität Hannover
Institut für Umweltplanung
Herrenhäuser Str. 2, 30419 Hannover
BioFrankfurt – Das Netzwerk für Biodiversität
Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main
Hochschule Anhalt
Fachbereich 1 - Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung
Bernburger Str. 55, 06366 Köthen (Anhalt)

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)

Kontakt

Programmbüro Bundesprogramm Biologische Vielfalt
0228 3821-1809
0228 3821-1440
Heinrich-Konen-Str. 1, 53227 Bonn
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