Bundesamt für Naturschutz

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Biodiversitätsschutz in der Beschaffung des Bundes – Praktische Konkretisierungen in den Produktgruppen Lebensmittel und Papier

Hintergrund

Büroverbrauchsmaterialien (© Britta Schmitz/BfN)
Auf der Abbildung sind verschiedene Büromaterialien, wie z.B. Briefumschläge, Büroklammern, Druckpapier usw. abgebildet.

Zum Schutz von Natur und Umwelt sind nicht nur Konsummuster privater Verbraucher zu überdenken, sondern auch diejenigen der öffentlichen Hand. Das Beschaffungswesen des Bundes ist ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Jährlich werden öffentliche Aufträge im Wert dreistelliger Milliardenbeträge vergeben.

Solche wirtschaftlichen Aktivitäten entfalten enorme Lenkungskraft, die zukünftig zur Förderung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen stärker berücksichtigt werden muss. Eine naturverträgliche Beschaffung trägt zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele, zum Schutz der biologischen Vielfalt und des Klimas sowie zu einer schonenden Ressourcennutzung bei.

Das Projekt

Empfehlungen für Mindestanforderungen für den Einsatz von Biolebensmitteln im Rahmen der Kantinenbewirtschaftung (© Susanne Fern/Piclease)
Auf dem Foto sieht man eine Essensausgabe, in der gerade von einer Pfanne Nudeln auf Teller serviert wird.

Aufbauend auf einem Vorläufer-Vorhaben (FKZ: 3515 81 3000) werden aktuell für Papierprodukte und Druckerzeugnisse sowie Lebensmittel bzw. Speisen (bei Kantinenbewirtschaftung und Catering) vergaberechtlich umsetzbare Konzepte zur Berücksichtigung von Biodiversität bei öffentlichen Ausschreibungen des Bundes erarbeitet. Es wurden Empfehlungen u.a. zum Biolebensmitteleinsatz im Rahmen der Kantinenbewirtschaftung oder Mindestanforderungen für Druckerzeugnisse entwickelt. Diese Empfehlungen wurden im Rahmen verschiedener Experten- und Expertinnengesprächen sowie in Workshops auf ihre Praxistauglichkeit hin diskutiert und angepasst. 


Produkte aus nachhaltigem Plantagenanbau, wie z.B. Kaffee, erhöhen den Biodiversitätsschutz (© Wilhelm Irsch/Piclease)
Auf der Abbildung sieht man Kaffebohnen in Großaufnahme.

Das Vorläufer-Vorhaben umfasste u.a. eine systematische Analyse bereits existierender Kriterien in verschiedenen Nachhaltigkeitskennzeichnungen und Umweltmanagementsystemen, die den Schutz der Biodiversität adressieren, eine Bewertung dieser Kriterien im Hinblick auf ihre Aussagekraft, Transparenz und Überprüfbarkeit sowie die Identifikation von Lücken entlang des Produktlebensweges auf Basis einer Hot-Spot-Analyse. 


Altpapierverwendung schützt Primärwälder (© Uschi Euler/Piclease)
Auf dem Foto sieht man gebündeltes Altpapier.

Für fünf mit Hilfe eines Multikriterien-Ansatzes ausgewählten Produktgruppen wurden konkrete Maßnahmenpläne erarbeitet, wie das Schutzgut der Biodiversität stärker in die Nachhaltigkeitskennzeichnung und in Anforderungen der öffentlichen Beschaffung integriert werden kann. Auf Basis einer Rechtsanalyse und Literaturrecherche wurden die Grundlagen des europäischen und nationalen Vergaberechts systematisch dargestellt, die für die Berücksichtigung von Biodiversitätskriterien bei der öffentlichen Beschaffung in Deutschland zu beachten sind.

Ausblick

Die Ergebnisse des Vorhabens fließen ein in den weiteren Entscheidungsprozess zur Umsetzung von Ziff. 6g des „Maßnahmenprogramms Nachhaltigkeit“ der Bundesregierung. Hiernach werden bis zum Jahr 2020 Einzelmaßnahmen geprüft, die sichern, dass sich das Beschaffungswesen des Bundes auch an biodiversitätserhaltenden Standards orientiert. Hierzu wird BMU konkrete Kriterien vorschlagen.

Publikationen/weiterführende Links

Monitoringbericht 2018 zum Beschluss des Sekretärsausschusses „Nachhaltigkeit konkret im Verwaltungshandeln umsetzen - Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit“ (06.12.2010, Fortschreibung 30.03.2015)

Laufzeit

Dezember 2018 bis Mai 2020

Förderprogramm

Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Projektnehmer

Öko-Institut e. V.

Fachbetreuung im BfN

Beyhan Ekinci, FG I 2.1

Weitere Informationen

Öko-Institut e. V. 

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH

Kanzlei Dageförde Öffentliches Recht

Monitoringbericht 2018 zum Beschluss des Sekretärsausschusses „Nachhaltigkeit konkret im Verwaltungshandeln umsetzen - Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit

Letzte Änderung: 02.03.2020

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