Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutzhöfe 2007


Bannmühle in Odernheim am Glan
Hofstelle Bannmühle in Odernheim am Glan. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Naturschutzhof Dezember 2007

Als Naturschutzhof des Monats wird im Dezember die Bannmühle in Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz vorgestellt. Hans Pfeffer bewirtschaftet den 85 Hektar großen Betrieb seit 15 Jahren. Schwerpunkte sind ökologischer Obstbau, Streuobstbau, Kelterei, Mutterkuhhaltung und Direktvermarktung. Der Slogan der Bannmühle ist Obstbau und Saftvermarktung unter dem Aspekt der Vielfalt "Jeder Tag schmeckt anders" anzubieten. Die Tierhaltung des Hofes bildet mit dem dadurch anfallenden organischen Dünger, der Tresterverwertung und der Beweidung der Streuobstbestände eine sinnvolle Ergänzung des Konzeptes.


alte Trockenmauer als Nische in der Kulturlandschaft
alte Trockenmauer mit Mauerpfeffer und Waldrebe als Nische in der Kulturlandschaft. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Auf 20 Hektar des Betriebes gibt es einen Altbestand an einzeln stehenden Obstbäumen. Diese Obstbaumbestände mit artenreichen Wiesen und Weiden sind neben alten Trockenmauern wertvolle Öko-Nischen in der Kulturlandschaft, die vielen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dienen.


Glanrinder der Bannmühle - Mutterkuh mit Kalb
Glanrinder der Bannmühle - Mutterkuh mit Kalb. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Die Beweidung erfolgt mit dem vom Aussterben bedrohten Glanrind. Hans Pfeffer setzt auf diese regionale Rasse aufgrund ihrer Robustheit und ihrer hohen Fleischqualität.


innovativer Verbissschutz an hochstämmigen Obstbäumen
Betriebsleiter Pfeffer zeigt innovativen Verbissschutz mit Draht an hochstämmigen Obstbäumen. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Herausragend ist die Neuanlage einer Streuobstwiese mit einer Besonderheit: die Hochstämme haben einen besonders hohen Astansatz um sicher vor dem Verbiss der Rinder zu sein. Geschützt werden die Bäume außerdem mit einem einfachen aber innovativen elektrischen Baumschutz, der aus zwei Ringen aus Rundstahl besteht, verbunden mit Elektrolitze, die in zwei Meter Höhe von Baum zu Baum verläuft. Eine hangparallele Pflanzung mit Hackmulde dient zum Auffangen von Hangwasser und zur Bewässerung der Jungbäume.


Anpflanzung neuer hochstämmiger Obstbäume
Anpflanzung neuer hochstämmiger Obstbäume. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Moderner biologischer Apfelbau in Plantagen wird von der Bannmühle auf neun Hektar betrieben. Hauptsächlich stehen dort alte Sorten, sowie resistente Neuzüchtungen von Saftäpfeln und Tafelobst. Die Obstgassen werden alternierend genutzt, dadurch wird ein stetiges Blütenangebot erzielt, welches Nützlingen und anderen Insekten als Nahrungsquelle dienen kann.


Kulturlandschaft des Müllerhofs
Kulturlandschaft nahe des Müllerhofs. Streuobstwiese mit See im Hintergrund. Foto: Dominic Menzler, Copyright BfN

Naturschutzhof November 2007

Der Naturschutzhof des Monats November ist der Müller-Hof in Allensbach-Kaltbrunn in Baden-Württemberg. Ganz im Süden des Landes in einer schwungvoll modellierten Landschaft am Bodensee liegt der Betrieb von Helmut und Ruth Müller. Die Betriebsflächen sind geprägt vom Wechsel von Natur- und Kulturlandschaft, von Wald, Seen und Ried sowie Obstwiesen, Grün- und Ackerland. 


Tierhaltung auf dem Müllerhof
Ziegen- und Pferdehaltung auf dem Müllerhof. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Der Familienbetrieb wird in der vierten Generation geführt und ist in den Bereichen Tierhaltung, Gerteideanbau, Landschaftspflege, Direktvermarktung, Tourismus und Energie aktiv. Anspruch des 1981 auf biologische Landwirtschaft umgestellten Betriebes ist einen ganzheitlicher Umgang mit Landschaft und Tieren.


Wasser und Land - Flächen des Müllerhofs
Wasser und Land - Flächen des Müllerhofs. Foto: Dominic Menzler, Copyright BfN
Naturschutz durch Nutzung - Orchideenblüte
Naturschutz durch Nutzung - Orchideenblüte. Foto: Dominic Menzler, Copyright BfN

Seit 30 Jahren bewirtschaftet Helmut Müller das Feuchtgrünland, Riedwiesen und Schilfflächen des Naturschutzgebietes Mindelsee. Das Mähgut wird hauptsächlich als Kompost für den Acker eingesetzt. Diese Verwendung ist historischen Ursprungs, denn das nahegelegene Gemüseanbaugebiet profitierte bereits früher vom Nährstoffübertrag aus dem Ried. Die kooperative Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Möggingen führte zu einer gemeinsamen Entwicklung einer rationellen Pflege. Helmut Müller ist für den Maschineneinsatz zuständig, die Naturschutzstation für Handarbeit, Monitoring und Pflegemanagement.


Nachhaltigkeit wird auf dem Hof auch im Bereich erneuerbare Energien praktiziert: eine Biogasanlage, die mit der Gülle aus dem Laufhof und Futterresten beschickt wird, versorgt den Hof mit Wärme und Energie. Das Stalldach ist mit Photovoltaik-Modulen bestückt, die Schlepper tanken Rapsöl. Geplant ist außerdem das reichlich anfallende Schilf ebenfalls energetisch zu nutzen, um den 800 Einwohner Ort zu versorgen. Dazu wurde die Initiative Elabo (Energie und Landschaftspflege Bodensee) gegründet, die sich für regionale Energiesicherung, regionale Wertschöpfung und die langfristige Sicherung der Landschaftspflege einsetzt.


Hof Mammel - vielfältige und kleinstrukturierte Landschaft
Hof Mammel - vielfältige und kleinstrukturierte Landschaft. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Naturschutzhof Oktober

Als "Naturschutzhof des Monats " wird im Oktober der Bioland-Hof Mammel in Lauterach in Baden-Würtemberg vorgestellt. Seit 1975 betreibt Familie Mammel biologische Landwirtschaft und erprobt und verfeinert die Möglichkeiten mit Hilfe einer umwelt- und naturschutzgerechten Landwirtschaft hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Familie Mammel bewirtschaftet einen Gemischtbetrieb von 25 Hektar am Südrand der schwäbischen Alb im großen Lautertal. So vielfältig und kleinstrukturiert wie die Landschaft, so zahlreich sind die Maßnahmen in der Bewirtschaftungsweise um diese Vielfalt zu erhalten und zu fördern.


Acker-Rittersporn
Acker-Rittersporn. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Ein Beispiel hierfür sind die Kleegrasstreifen, die bei der Ernte als Unterschlupf für Wachteln stehen gelassen werden. Der Aufwuchs von Klee-Untersaat wird bis zum November von den Kühen abgeweidet, so kommen Ackerwildkräuter wie der Acker-Rittersporn zum Aussamen. Luzerne wird als Gründüngung so untergepflügt, dass sie zum Teil im Getreide des Folgejahres durchwächst und ein Blütenangebot für Insekten schafft.


Artenvielfalt im Gemüseanbau
Artenvielfalt im Gemüseanbau. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

"Die Artenvielfalt erhalten und steigern - und das ist ja auch ein Naturschutzziel - beinhaltet für mich ganz produktionsorientierte und ertragssteigernde Vorteile, wobei ich nicht verheimlichen möchte, dass die Beobachtung von Pflanzen und Tieren mir unheimlich viel Freude und Spaß bereitet", beschreibt Bio-Landwirt Woldemar Mammel seine Motivation.


Landwirt Mammel mit seinen Zugpferden
Landwirt Mammel mit seinen Zugpferden. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Eine Besonderheit auf dem Bioland-Hof Mammel ist, dass bei zahlreichen Feldarbeiten Zugpferde eingesetzt werden. Als Mitglied im Arbeitskreis Landwirtschaft der Interessengemeinschaft Zugpferd (IGZ) ist es den Betriebsleitern wichtig, Pferdeeinsatz als schonende und wirtschaftliche Alternative aufzuzeigen. "Wir sind einer der wenigen Vollerwerbshöfe in Deutschland, die relativ viel mit Pferdezug experimentieren - aber, es werden immer mehr", so Woldemar Mammel.


Gerät für den Pferdeeinsatz
Gerät für den Pferdeeinsatz. Foto: Dominic Menzler, Copyright: BfN

Positive Effekte der Pferdearbeit sind das Einsparen fossiler Energien, geringere Bodenverdichtung als beim Einsatz von Traktoren und weniger Schäden an stehenden Bäumen beim Holzrücken im Wald. Die Pferde werden dort eingesetzt wo es sinnvoll ist und die Zeit es erlaubt, wie z.B. beim Striegeln, Hacken, Häufeln und Mist streuen.


Ziegenherde des Hofs Lamprecht bei der Landschaftspflege
Ziegenherde des Hofs Lamprecht bei der Landschaftspflege, Foto: Dominic Menzler, Copyright BfN

Naturschutzhof des Monats September

Naturschutzhof des Monats September ist der Landschaftspflegehof von Frank Lamprecht und Stefan Gaus in Oberndorf-Beffendorf, Baden-Württemberg. Mit Hilfe von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern bewirtschaften sie beispielhaft wertvolle Lebensräume und sind ein wichtiger Partner für Natur- und Artenschutzprojekte im oberen Neckartal und Schwarzwald.


Ziegen bei der Waldweide
Ziegen bei der Waldweide, Foto: Dominic Menzler, Copyright BfN

Durch die Bewirtschaftung von sensiblen Lebensräumen wie Wacholderheiden, Magerrasen, Waldweiden oder Bergwiesen hält der Betrieb die attraktive Landschaft offen. Die Ziegen werden dazu eingesetzt, bereits verbuschte Bereiche wieder zu öffnen.


Förderung gefährdeter Pflanzenarten durch Beweidung
Förderung gefährdeter Pflanzenarten durch Beweidung, Foto: Dominic Menzler, Copyright BfN

Lebensräume gefährdeter Tier- und Pflanzenarten werden dadurch erhalten und gefördert. Diese Art der Bewirtschaftung ist von entscheidender Bedeutung für die Bewahrung der typischen Kulturlandschaft des Neckartals.

Die Tiere werden ab Hof, auf regionalen Märkten und im Rahmen eigener Veranstaltungen vermarktet. Unter dem Motto "BissFeste" und "Trittfeste" führt der Betriebe Verköstigungen der eigenen Produkte durch, kombiniert mit naturkundlichen Wanderungen. Darüber hinaus sind Frank Lamprecht und Stefan Gaus beratend tätig und geben ihre Erfahrungen an andere Betriebe weiter.


Betriebsleiter Frank Lamprecht und Stefan Gaus
Betriebsleiter Frank Lamprecht und Stefan Gaus,  Foto: Dominic Menzler, Copyright BfN

Die beiden Betriebsleiter haben umfassende Erfahrung in der Offenhaltung und vermitteln durch ihr Engagement und kreative Öffentlichkeitsarbeit Bewusstsein für die Zusammenhänge von Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Biodiversität.


Hof Eggers Wohnhaus
Wohnhaus Hof Eggers

Naturschutzhof des Monats August

Als Naturschutzhof des Monats wird im August der Hof Eggers in der Ohe vorgestellt. Familie Eggers bewirtschaftet den 130 Hektar großen Gemischtbetrieb in der Vierländer Elbmarsch in Niedersachsen. Sie leistet durch aktive Landschaftsgestaltung mit schonender Landbewirtschaftung und Denkmalschutz einen herausragenden Beitrag zur Erhaltung dieser historisch gewachsenen Kulturlandschaft.


Georg Eggers
Georg Eggers
Mutterkuhherde
Mutterkuhherde

Der Familienbetrieb erbringt vorbildliche Leistungen in Erhalt, Pflege und Entwicklung der Landschaft. Knicks und Uferbegleitgehölze werden auf den Stock gesetzt und verjüngt. Die weitläufigen Grabensysteme der Marschlandschaft werden gepflegt und ihre landschaftsgliedernde Funktion erhalten. Es wurden halboffene Weidelandschaften geschaffen, die von einer Mutterkuhherde beweidet werden. Auf einem Großteil der Flächen stehen prächtige Solitärbäume und breite Säume begleiten die Feldwege, dabei wird gezielt auf den Erhalt von Kleinstlebensräumen und Nischen für Wildtiere und -pflanzen geachtet.


Storchennest
Storchennest

Der "Freundeskreis Hof Eggers in der Ohe e.V." unterstützt dabei den Betrieb bei der Sanierung des denkmalgeschützten Hofes, bei Naturschutzmaßnahmen, bei der Errichtung eines Storchenhorstes und kulturellen Veranstaltungen.


Weidelandschaft Crawinkel
Hügelige Weidelandschaft
Weidende Rinder
Weidende Rinder
Weidende Pferde
Weidende Pferde

Naturschutzhof des Monats Juli: Agrar GmbH Crawinkel in Thüringen

Die ehemalige Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) bekam für die Innovation und Erprobung großflächiger Beweidungsverfahren eine der bundesweit neun Auszeichnungen.

Heinz und Ingrid Bley haben mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb neue Wege in der ländlichen Entwicklung eingeschlagen und betreiben durch ihre Betriebsführung aktiven Naturschutz. Der 2.300 Hektar große Betrieb stellte im Jahr 2003 seine gesamte Fläche auf Grünlandbewirtschaftung um und schuf große Standweiden mit Flächen von 10 bis 300 Hektar. Ganz im Sinne des Naturschutzes soll durch eine ganzjährige großräumige Beweidung die Entwicklung und Erhaltung von offenen und halboffenen Landschaften erreicht werden.

Die Beweidung wird mit verschiedene Tierarten und -rassen durchgeführt. Große Herden, bestehend aus Heckrindern, Scottish Highlands, Ungarischen Steppenrindern, Koniks, Warmblutpferden, Schafen und Ziegen sind in der weiten Landschaft ein Erlebnis für den Betrachter. Aus den verschiedenen Beweidungsintensitäten resultiert eine kleinräumige Strukturvielfalt. Die Wirkung der Beweidung auf Pflanzen und wildlebende Tiere wird auf Crawinkel wissenschaftlich begleitet und auf Erfolg hin überprüft.

Mit der Zunahme der landschaftlichen Entwicklung und Ästhetik ergeben sich neue Möglichkeiten des Landschaftserlebens, die für Umweltbildung und Tourismus genutzt werden.

Am 9. Juni 2007 fand auf dem Hof Crawinkel der GEO-Tag der Artenvielfalt statt. 


rote Milchviehherde des Naturschutzhof Luna
rote Milchviehherde des Naturschutzhof Luna

Naturschutzhof des Monats Juni: Demeter Betrieb von Familie Bertram in Everode/Niedersachsen

Wilhelm Bertram betreibt Hof Luna in der siebten Generation und bewirtschaftet rund 140 Hektar Land. Das Herzstück des Hofes ist die rund dreißigköpfige rote Milchviehherde. Durch die Zucht der vom Aussterben bedrohten Rasse "Angler alte Zuchtrichtung" leistet Hof Luna einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt dieser alten Milchviehrasse mit ihren vitalen Eigenschaften.


strukturreiche Agrarlandschaft
strukturreiche Agrarlandschaft

Hof Luna versteht Landschaftsgestaltung und Biotopvernetzung als zentralen Bestandteil der Landbewirtschaftung. Die Anlage zahlreicher Hecken und Feldsäume, neu gepflanzte Bäume sowie die Anlage eines Feuchtbiotopes prägen die Hoflandschaft. Seit 1988 besteht der Verein "LandLeben e.V.", der die Entwicklung des Hofes unterstützt. Der Ansatz des Vereins ist es, Menschen an der Pflege der Landschaft zu beteiligen.


Ackerwildkräuter
Ackerwildkräuter

Eine weitere Besonderheit des Betriebes ist die Beteiligung an einem Projekt zum Ackerwildkrautschutz. Auf 25 ha Kalkscherbenacker wurde eine spezielle Bewirtschaftung entwickelt, die seltene Ackerwildkräuter wie z.B. Acker-Rittersporn oder Venuskamm fördert. Jedes Jahr wird die Fläche von Botanikern kartiert und evaluiert. Insgesamt profitieren über 30 vom Aussterben bedrohte Ackerwildkrautarten von diesem Projekt.


Naturschutzhof Wüst
freilaufende Schweine auf dem Hof Wüst
Leinfeld des Hofs Wüst
Blaues Leinfeld mit Kind
Wildkräuter

Naturschutzhof des Monats Mai: Demeter Betrieb von Familie Wüst in Königheim/Brehmen Baden-Württemberg

Der Betriebsleiter Uwe Wüst und seine Familie erreichen mit innovativen Ideen eine hohe Arten- und Strukturvielfalt auf dem rund 140 Hektar großen Gemischbetrieb. Die Vielfalt beginnt mit dem Anbau zahlreicher Kulturarten und -sorten. Gemenge- und Mischanbau, Wicken-Untersaat, extrem flache, nicht wendende Bodenbearbeitung und blütenreicher Feldfutterbau gehören zu den ackerbaulichen Grundlagen des Betriebes. Breite Ackerrandbereiche oder Inseln werden bei der Ernte als Habitatstrukturen für wildlebende Tiere stehengelassen, der Heudrusch einer vielfältigen Wiese wird zur Ansaat von Säumen genutzt und die Kornrade als selten gewordener Kulturfolger wird mit dem Getreide ausgesät.

In der Tierhaltung erprobt der Betrieb alte Kulturtechniken wie die Schnaitelwirtschaft (Laubheugewinnung zur Viehfütterung) und praktiziert ganzjährige Außenhaltung. So werden durch Nutzung neue Landschaftsstrukturen geschaffen.


Bachlauf
Bachlauf
Wiesenblüher
Blüte mit Käfer
Weidende Rinder
Weidende Rinder
Viehtrieb
Viehtrieb mit Rindern

Naturschutzhof des Monats April: Grünlandbetrieb des Brockenbauer Thielecke in Tanne, Sachsen-Anhalt

Naturschutzhof des Monats April ist der Grünlandbetrieb des Brockenbauer Thielecke in Tanne, Sachsen-Anhalt. Familie Thielecke leistet einen großen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt durch ihre vorbildliche Bewirtschaftung von artenreichem Grünland in der Mittelgebirgslandschaft Harz.

Seit 2001 bewirtschaftet der Betrieb rund 450 Hektar Grünland. Mit Tatkraft, Ideen und Mut wurde in kurzer Zeit eine stattliche Herde mit 198 Tieren der gefährdeten Rasse "Rotes Höhenvieh-Harzer Schlag" aufgebaut. In Abstimmung mit dem Landschaftpflegeverband und durch das flexible aber arbeitsintensive Herdemanagement mit kleiner Tierzahl, geringer Besatzdichte und kurzer Verweildauer, gelang es den außerordentlichen Artenreichtum der typischen Harzer Bergwiesen und -weiden zu erhalten und zu fördern.Es kommen dort selten gewordene Arten wie Trollblume, Sibirische Schwertlilie oder Kugelige Teufelskralle vor.

Mit dem erfolgreichen Aufbau einer regionalen Direktvermarktung richtet sich Familie Thielecke gezielt an Privatkunden, Touristen und Hotels und vermittelt vermittelt somit den Bezug von Erzeugung, Qualität und wertvoller Landschaft.


Ludwig Seiler
Ludwig Seiler
Weinberg Seiler
Weinberg Hof Seiler

Naturschutzhof des Monats März: Bioland-Weingut Seiler in Weyher, Rheinland-Pfalz

Bioland-Weingut Seiler in Weyher, Rheinland-Pfalz, integriert auf umfassende Weise Naturschutz in den Weinbau. Das Bewirtschaftungssystem hat das Ziel, nicht nur die Rebe optimal mit Nährstoffen zu versorgen, sondern gleichzeitig die Artenvielfalt zu fördern. Zudem hat Ludwig Seiler viele Möglichkeiten entwickelt, Ökonischen im Weinberg und rund um den Hof einzurichten.

Ludwig Seiler arbeitet mit eigens zusammengestellten Begrünungsmischungen für die Rebgassen und mit Selbstbegrünung. Die Bodenbearbeitung richtet sich unter anderem danach, ob wertvolle Arten der Weinbergsflora schon Samen gebildet haben. So bergen seine Weinberge ein großes Samenreservoir und eine hohe Artenzahl der gefährdeten Weinbergsflora. Zudem hat Ludwig Seiler viele Möglichkeiten entwickelt Ökonischen im Weinberg und rund um den Hof einzurichten, wie Wildbienen Nisthölzer, ungemulchte Rebrandstreifen, Turmfalken Nistkästen (mit Videokamera), Trockenmauern und vieles mehr. In Führungen macht er seine Kunden und Gäste darauf aufmerksam.

Letzte Änderung: 14.12.2007

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