Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Richtiges Verhalten bei Sichtungen


Kegelrobbe (Halichoerus grypus), Foto: W. Dinther (BfN)
Kegelrobbe (Halichoerus grypus), Foto: W. Dinther (BfN)

Infos zum richtigen Verhalten bei Robben-sichtungen

Kegelrobben kehren nach und nach an die deutsche Ostseeküste zurück. Kleine Störungen können die Rückkehr negativ beeinflussen und zur Vertreibung der Tiere führen. Insbesondere die Flucht der Robben ins Wasser ist mit energetischen Verlusten für die Tiere verbunden. Für Jungtiere oder gar neugeborene Tiere kann dieses verheerende Folgen haben. Um dies zu vermeiden sowie Ihnen und Naturinteressierten einzigartige Beobachtungen zu ermöglichen, sollten die folgenden Regeln unbedingt eingehalten werden:

  • Versperren Sie den Tieren niemals den Fluchtweg ins Wasser!
  • Halten Sie immer einen Mindestabstand von 100 m zu den Tieren! Schiffsführer und Wassersportler müssen stets einen Abstand von mindestens 300 m einhalten.
  • Bitte beobachten Sie die Tiere genau. Wenn Sie eine zunehmende Unruhe bemerken, vergrößern Sie bitte den Abstand!
  • Hunde sind anzuleinen! Sollten die Robben trotz angeleintem Hund unruhig werden, ist der Abstand entsprechend zu vergrößern.
  • Laute Geräusche und hektische Bewegungen sind zu vermeiden!
  • Das Streicheln, das Füttern und das Bewerfen der Tiere mit Gegenständen ist verboten!
  • Stellen Sie sich niemals zwischen Mutter und Jungtier!

Der Eindruck, dass ein allein am Strand liegendes Robbenjunges mutterlos ist und dringend menschliche Hilfe benötigt, ist falsch!

Für die Ostseeküste gilt:
Bitte melden Sie Sichtungen und Totfunde von Kegelrobben immer an das Deutsche Meeresmuseum (www.deutsches-meeresmuseum.de/wissenschaft/ infothek/sichtung-melden/), zum Beispiel über die App OstSeeTiere oder die Totfund-Nummer 03831-26 50 3333. Sollten Sie Jungtiere oder verletzte Treffen informieren Sie bitte dringend die Leitstelle vor Ort und das Deutsche Meeresmuseum.

Kegelrobben Jungtiere: Was ist zu beachten?

Kegelrobben-Junges im Winter. Foto: Katrin Wollny-Goerke
Kegelrobben-Junges im Winter. Foto: Katrin Wollny-Goerke

Kegelrobben Jungtiere werden mit einem langen, weißen Embryonalfell geboren, dem sogenannten Lanugofell. Die Wurfzeit variiert regional stark, an der Nordsee werden Jungtiere zwischen November und Januar geboren, in der südlichen Ostsee kommen sie zwischen Februar und April zur Welt. Das Jungtier wird ca. 2-3 Wochen von der Mutter mit einer fettreichen Milch gesäugt. Die Mutter kann das Jungtier während der Säugezeit mehrere Stunden bis Tage am Strand allein lassen. Das Jungtier sollte in dieser Zeit unbedingt ungestört am Strand verbleiben können und dürfen. Eine Menschenansammlung kann verhindern, dass die Mutter zurückkehrt. In der Säugezeit nimmt das Jungtier, welches mit einer Länge von ca. 80-105 cm und einem Gewicht von 10-15 kg geboren wird, bis zu 2 kg am Tag zu. Nach der Säugezeit, wenn die Mutter das Junge verlässt, verbleibt es weitere 1-3 Wochen allein am Strand und vollzieht seinen ersten Fellwechsel. Das weiße Lanugofell schützt die Jungtiere am Strand vor Kälte, erst wenn sie eine isolierende Fettschicht angelegt haben gehen sie ins Wasser. Daher sind die ersten Lebenswochen der Kegelrobben die sensibelsten; hier sollten Störungen unbedingt vermieden werden, um eine vorzeitige Trennung von Mutter und Jungtier zu verhindern. Die Einrichtung einer temporär abgesperrten Ruhezone um das Mutter-Kind-Paar ist eine sinnvolle Schutzmaßnahme.

Weitere Infos in unserem BfN-Flyer

Mehr Infos zu Kegelrobben und dem richtigen Verhalten bei Sichtungen finden Sie auch in unserem Flyer, den Sie hier über das Formular kostenlos anfordern oder gleich herunterladen können:

Kegelrobben in der deutschen Ostsee (2015, 1,5 MB)