Alosa fallax (La Cepède,1803)

Finte

bis 55 cm langer, heringsartiger Fisch

EU-Code: 1103, Anh. II, V

Rote Liste Deutschland: 3 (2013)


Verbreitung

Die Verbreitung der Finte reicht von Südnorwegen bis zur Iberischen Halbinsel und Nordmarokko sowie bis zum östlichen Mittelmeer. Auch aus der Ostsee sind Vorkommen bekannt. In Deutschland ist der ehemals häufige Wanderfisch nur noch in den Flussmündungen und Unterläufen von Elbe und Weser vorhanden.


Fortpflanzung/Biologie

Der Laichaufstieg der Finte findet von April bis Juni statt. Die Eiablage erfolgt im Anschluss an die Brackwassergrenze im gezeitenbeeinflussten Süßwasserbereich meist über sandig-kiesigem Substrat. Nach dem Ablaichen kehren die erwachsenen Tiere ins Meer zurück. Die Lebenserwartung liegt bei den Männchen bei etwa 5, bei den Weibchen bei bis zu 11 Jahren.


Gefährdung

Die Finte ist gegenüber der Wasserverschmutzung sehr empfindlich. Baumaßnahmen, die den Gezeitenrhythmus im Mündungsbereich beeinträchtigen, führen zur Zerstörung der Laich-, Brut- und Jungfischlebensräume (z. B. in den Niederlanden das Abschlussbauwerk des Rheins).


Schutz

Alle bekannten Vorkommen, insbesondere die Laichgebiete sollten in Schutzgebieten gesichert werden. Die Durchgängigkeit der Flüsse sollte gefördert werden, damit eine Wanderung flussaufwärts möglich ist. In den Ästuarbereichen muss genug störungsarmer Raum für die Anpassung der Tiere an Salz- bzw. Süßwasser vorhanden sein.


Literaturhinweis

verändert nach:
Steinmann, I. und Bless, R. (2004): Alosa fallax (La Cepède, 1803). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 223-227.


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