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Rutilus meidingeri (Heckel, 1851)

Perlfisch

bis 70 cm langer, karpfenartiger Fisch

EU-Code: 1139, Anh. II

Rote Liste Deutschland: 1 (2009)


Verbreitung

Hauptverbreitungsgebiet des Perlfisches ist der pontische Raum. Weiterhin kommt er in Voralpenseen, der Donau und einigen Nebenflüssen vor. In Deutschland gibt es aufgrund von Wiederansiedlungsmaßnahmen einzelne Nachweise aus dem Chiemsee. Besiedelt werden können die Tiefenregionen der Voralpenseen sowie tiefe Bereiche der Flüsse.


Fortpflanzung/Biologie

Die Laichwanderung in die Zu- und Abflussbereiche der Seen findet Anfang bis Mitte Mai statt. Ein Weibchen kann etwa 32.000 bis 35.000 Eier produzieren. Als Höchstalter können 12 Jahre erreicht werden. Die Nahrung besteht aus "Kleintieren" wie z. B. Würmern oder Insekten und auch Fischen und Pflanzen.


Gefährdung

Die Gefährdungsursachen sind weitgehend unbekannt. Ein negativer Einfluss geht von unpassierbaren Querbauwerken an den Zu- und Abflüssen der Seen aus, da sie v. a. den Jungfischen eine Rückkehr unmöglich machen.


Schutz

In geeigneten Gebieten (z. B. Chiemsee) können Wiederansiedlungsmaßnahmen mit genetisch möglichst ähnlichen Tieren durchgeführt werden (hier sind dies Tiere aus dem österreichischen Attersee). Weiterhin sollte die Erreichbarkeit der Laichgebiete ermöglicht werden.


Literaturhinweis

verändert nach:
Steinmann, I. und Bless, R. (2004): Rutilus meidingeri (Heckel, 1851). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 306-309.

Letzte Änderung: 12.06.2019

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