Bundesamt für Naturschutz

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Erneuerbare Energien

Nutzung von Konversions-, Acker- und Verkehrsflächen durch Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Ausbau von Solarmodulen auf Freiflächen nimmt weiterhin zu

Immer mehr Solaranlagen werden als sogenannte Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA) auf ehemals militärisch genutzten Flächen errichtet. Ackerflächen spielen als Standort dagegen seit 2011 eine untergeordnete Rolle. Dies liegt an geänderten Vergütungsregeln aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Zur Vermeidung von Naturschutzkonflikten sollten Solaranlagen grundsätzlich verstärkt auf innerstädtischen Dach- oder Gebäudeflächen sowie auf bereits versiegelten Standorten installiert werden - ausreichend Flächen wären vorhanden.


Solarstrom wird sowohl durch Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden als auch durch so genannte Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA) produziert, die auf freien Flächen wie beispielsweise Äckern oder Wiesen errichtet sind.

Der Ausbau sowie die Standortwahl dieser Anlagen werden maßgeblich durch die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bestimmt. Aufgrund von veränderten Vergütungssätzen kam es seit Juli 2011 zu einer Verschiebung bei der Standortwahl: Auf Ackerflächen ging die Errichtung von PV-FFA zurück, da diese nunmehr nur vergütet wurden, wenn sie entlang von Autobahnen und Schienenwegen lagen. Auf ehemaligen, militärisch genutzten Flächen (Konversionsflächen) nahm der Ausbau dagegen erheblich zu - Flächengrößen und somit Kosten waren dort häufig günstiger.

Richtige Planung und Gestaltung der Anlagen beugt Naturschutzkonflikten vor

Mit der veränderten Standortwahl für PV-FFA waren teilweise Konflikte mit Naturschutzbelangen verbunden: Militärische Konversionsflächen bieten oftmals wertvolle Rückzugsräume für seltene und bedrohte Arten, da diese Flächen häufig weniger intensiv genutzt werden und sich somit ungestörter entwickeln können. PV-FFA können hier als Barrieren wirken. Dadurch werden möglicherweise Lebensräume und Wanderkorridore von Tieren und Pflanzen blockiert oder abgeschnitten. Des Weiteren sind eventuell Auswirkungen auf einzelne, am Lichtspektrum orientierte Insektenarten möglich, da diese die Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit Wasserflächen verwechseln.

In landwirtschaftlich geprägten Bereichen können Anlagenstandorte jedoch bei extensiver Bewirtschaftung Lebensräume und Trittsteinbiotope für Kleinsäuger, Insekten, Vögel und verschiedene Pflanzenarten bieten. Bei entsprechender Planung und Gestaltung weisen PV-FFA daher nach bisherigem Kenntnisstand in der Regel keine erheblichen Auswirkungen auf Natur und Landschaft auf.

Zukünftig sollten Solaranlagen vor allem im bebauten Raum errichtet werden

Allerdings muss aus Umwelt- und Naturschutzgründenvermieden werden, dass der PV-Ausbau perspektivisch zunehmend von der Dachfläche auf die Freifläche verlagert wird, um einem weiteren Verlust an unbebauter Fläche vorzubeugen. Grundsätzliches Ziel sollte daher sein, Solaranlagen auf und an Gebäuden zu betreibenoder auf bereits versiegelten Standorten zu installieren.

Weiterführende Infos

Solarenergie
(BfN-Themenseite)