Bundesamt für Naturschutz

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Erneuerbare Energien

Offshore-Windkraftnutzung in Nord- und Ostsee

Windkraftnutzung auf See wird weiter ausgebaut

Die Offshore-Windenergie (Windkraftnutzung auf See) leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Das Ausbauziel der Bundesregierung (6,5 Gigawatt Leistung bis zum Jahr 2020) wird mit den 39 in Betrieb oder im Bau befindlichen sowie genehmigten Windparks in Nord- und Ostsee schon heute erreicht. Die verstärkte Nutzung der Windkraft kann jedoch vielfältige Auswirkungen auf marine Arten haben: Gefahr droht durch Kollisionen mit den Anlagen, durch Lärmbelastung oder den Verlust von Lebensräumen.


Für eine umweltschonende Energieversorgung plant die Bundesregierung den naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2020 mit 6,5 Gigawatt und bis 2030 mit 15 Gigawatt Leistung. Das Ziel für 2020 wird bereits mit den in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, 12 bis 200 Seemeilen vor der Küste) genehmigten, im Bau sowie in Betrieb befindlichen Offshore-Windparke (Nordsee: 31, Ostsee: 3) mit rund 10,5 Gigawatt erreicht. Weiterhin sind in der AWZ der Nordsee 75 Windparke und in der AWZ der Ostsee 14 Windparke beantragt. Weitere Projekte befinden sich innerhalb der Küstengewässer (bis 12 Seemeilen vor der Küste): 2 davon in der Nordsee und 4 in der Ostsee.

Der Ausbau der Offshore-Windenergie muss naturverträglich gestalten werden

Durch den Bau und Betrieb von Offshore-Windparken sind zusätzlich zur unmittelbaren Flächenbeanspruchung, die auch gesetzlich geschützte Biotope wie Sandbänke oder Riffe betreffen kann, weitere Auswirkungen möglich. Bestimmte Seevögel wie Seetaucher können beispielsweise ihre Rast- und Nahrungshabitate verlieren und Zugvögel stehen in Gefahr, mit den Anlagen zu kollidieren. Zudem sind weitreichende Störungen oder Verletzungen, wie zum Beispiel Lärmbelastung und Gehörschädigungen mariner Säugetiere (beispielsweise des Schweinswals), möglich. Diese entstehen durch Hydroschallemissionen bei der Installation von Gründungsstrukturen.

Ziel ist es daher, den Ausbau der Offshore-Windkraftnutzung durch geeignete Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen möglichst naturverträglich zu gestalten. Hierzu zählt unter anderem die Wahl geeigneter Standorte für die Windenergieanlagen. Auch sollten möglichst geräuscharme Gründungsvarianten (zum Beispiel Schwergewichts- oder Bucketfundamente) oder schallminimierende Maßnahmen bei der Rammung von Fundamenten eingesetzt werden (zum Beispiel Blasenschleier). Solche geeigneten Minderungs- oder Vermeidungsmaßnahmen können durch die Genehmigungsbehörde (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrologie, BSH) festgesetzt werden.

Weiterführende Infos

Offshore-Windparks (BfN-Themenseite)

Genehmigungsbehörde für Offshore-Windparks (BSH)