Bundesamt für Naturschutz

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Landwirtschaft

Anteil der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert (High Nature Value Farmland) an der gesamten Agrarlandschaftsfläche

Rückgang von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert

Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert (High Nature Value Farmland; HNV-Farmland) wie beispielsweise artenreiches Grünland, Brachflächen oder Streuobstwiesen nehmen seit 2009 beständig ab. Dieser negative Trend wurde mit Hilfe des HNV-Farmland-Indikators ermittelt, der den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft anzeigt.


Seit dem Jahr 2009 werden auf inzwischen 1.200 Stichprobenflächendeutschlandweit diejenigen Elemente der Agrarlandschaft erfasst, die aufgrund extensiver Nutzung, Naturnähe und ausgeprägter Mosaikstrukturen über eine höhere biologische Vielfalt als die intensivgenutzte Agrarlandschaftsfläche verfügen. Dies sind insbesondere artenreiche Grünland-, Acker-, Brach- und Weinbergflächen sowie Streuobstwiesen und typische Strukturelemente der Agrarlandschaft. Sie werden als Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert (High Nature Value Farmland; HNV Farmland) bezeichnet. Alle erfassten Flächen und Elemente werden einer von drei Qualitätsstufen zugeordnet. Als Kriterien für die Zuordnung wird die Arten- und Strukturvielfalt der jeweiligen Einheiten herangezogen. Dabei gilt "HNV I" als äußerst hoher Naturwert, "HNV II" als sehr hoher Naturwert und "HNV III" als mäßig hoher Naturwert. Der HNV-Farmland-Anteil an der Agrarlandschaftsfläche in den Stichproben wird ermittelt und auf die Gesamtheit der Agrarlandschaftsfläche Deutschlands hochgerechnet.

Das Monitoring der Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert ergab, dass sich der Anteil der HNV-Flächen an der Agrarlandschaftsfläche seit 2009 stetig verringert hat: Er sank von 13,1 Prozent im Jahr 2009 auf 11,4 Prozent im Jahr 2017. Dies entspricht einem absoluten Rückgang der HNV-Flächen um über 10 Prozent im Betrachtungszeitraum, bezogen auf die Ausgangsgröße von 2009. Besonders starke Rückgänge sind bei extensiv genutztem Grünland, Äckern sowie bei Brachen festzustellen, während der Anteil strukturreicher Landschaftselemente im Wesentlichen konstant geblieben ist.