Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

12000 Alb-Wutach-Gebiet


Landschaftstyp:

3.11 Strukturreiche Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Süddeutsches Stufenland mit seinen Randgebirgen und dem Oberrheinischen Tiefland



Fläche:

589 km²



Beschreibung:

Das Alb-Wutach-Gebiet ist die südlichste Einheit der Gäuplatten und durch große Höhenunterschiede (900 m ü. NN im Norden und 230 m ü. NN im Süden), tief eingeschnittene Talfurchen und eine hohe Reliefenergie gekennzeichnet. Begrenzt wird die Landschaft im Süden durch den Hochrhein, im Westen und Norden durch den Schwarzwald und im Osten durch die Baaralb. Innerhalb des Gebietes lassen sich die nach Osten und Süden geneigten Muschelkalkhochflächen, das Wutachtal, die Klettgaurinne und die Höhen der Klettgaualb unterscheiden. Geologisch erschließen die tiefen Schluchten die gesamte Schichtenfolge der süddeutschen Trias und des Jura. Die Hochflächen sind durch Täler in Riedel und einzelne Platten zerlegt, während hingegen die pleitstozänen Schotter der Klettgaurinne überwiegend durch Lösse überdeckt sind. Die Täler und Talflanken sind waldbestanden, die Hochflächen hingegen haben typischen Offenlandcharakter.
Die Nutzung der Landschaft ist vorwiegend von Reliefenergie und Lage bestimmt. Die gerodeten Hochflächen werden intensiv ackerbaulich genutzt, während hingegen in den Tallagen die Grünlandwirtschaft dominiert. Eine Ausnahme bildet die Klettgaurinne, wo durch die fruchtbaren Lössboden auch Obst- und Weinbau betrieben wird. Die Talhänge sind vorwiegend nadelwaldbestanden und somit forstwirtschaftlich bedeutsam. Auf den Höhen der Klettgau-Alb und in der Wutachschlucht dominiert jedoch der Laubwald. Die Siedlungen befinden sich in enger Zuordnung zu den Fließgewässern. Besonders die Wutachschlucht ist touristisch durch Wanderwege und Kletterer erschlossen.
Die Landschaft zeichnet sich durch eine hohe Dichte an naturnahen und überregional bedeutsamen Naturräumen aus. Wertvolle Lebensräume und Biotoptypen sind insbesondere die Hang- und Schluchtwälder, die Magerrasen (Löffinger Hochfläche) und die Feldgehölze des Offenlandes. Neben orchideenreichen Buchenwäldenr mit zum Teil hervorragend ausgebildeten Saumgesellschaften existieren im Süden auch größere Flaumeichenbestände. Die Wutachschlucht stellt zudem eine für das Bundesgebiet geologisch und biologisch einzigartige Flußlandschaft dar. Allerdings sind die ackerbaulich genutzten Gebiete der Klettgaurinne und die fichtendominierten Wirtschaftswälder gebietsweise artenarm. Die größten vorhandenen FFH-, SPA- und Naturschutzgebiete sind "Wutach und Baaralb" sowie "Blumberger Pforte und Mittlere Wutach". Zudem gibt es weitere und lokal bedeutsame NSG und Ausweisungen im Sinne des PLENUM-Konzeptes.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 22,08 %
Vogelschutzgebiete 16,53 %
Naturschutzgebiete 2,5 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 31,09 %


Abgrenzung der Landschaft 'Alb-Wutach-Gebiet' (12000)

Abgrenzung der Landschaft "Alb-Wutach-Gebiet" (12000)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Wutachtalblick bei Randenhof (Foto: Usch Martin)

Wutachtalblick bei Randenhof (Foto: Usch Martin)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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