Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

28201 Nördliche Rureifel


Landschaftstyp:

2.1 Reine Waldlandschaft



Großlandschaft:

Deutsche Mittelgebirgsschwelle



Fläche:

377 km²



Beschreibung:

Hochflächengebiet aus Schiefern und Grauwacken und harten Sandsteinen, das von 100 bis 200 m tief eingeschnittenen windungsreichen Kerb- und Kerb-Sohlentälern der oberen Rur, unteren Urft mit der Olef und anderer Gewässer gegliedert wird. Die Böden sind hauptsächlich lehmig-tonig bis steinig. Die Höhe der Landschaft nimmt von Süden nach Norden von über 600 m auf etwa 220 m ü. NN ab. Im nördlichen Bereich bestimmen bewaldete Hochflächen mit eingestreuten Rodungsinseln das Bild, im südlichen Bereich dominieren die steilen, windungsreichen Flusstäler das Bild. Besonders die Rur hat stellenweise Terrassensporne und Umlaufberge herausmodelliert. Weiter unterhalb wird das Rurtal breiter und weist Terrassenbildungen auf. In den Talböden findet man vor allem Auenlehmböden. Im Mündungsgebiet der Urft in die Rur werden die Täler von Stauseen geprägt, in deren Windungen noch gut die ursprünglichen Flussverläufe abzulesen sind. Vor allem die Hochflächen des Dürener Eifelfuß, der Hollerather Hochfläche und des Kermeter Waldes sind von ausgedehnten Waldgebieten bedeckt. Nur auf den Talsohlen und in einigen Rodungsinseln befinden sich landwirtschaftliche Flächen.
Die forstwirtschaftlichen Flächen werden von Fichtenforsten und Laub-Nadel-Mischwäldern dominiert. Ackerland befindet sich fast nur in den breiteren Bereichen der Rur-Talsohle und um den Ort Schmidt. Auf den Rodungsinseln befindet sich vornehmlich Grünland. Auch die Erholungsnutzung spielt eine Rolle, besonders im Bereich der Stauseen.
Die Nördliche Rureifel umfasst große Teile des Nationalparkes "Eifel". Die zahlreichen naturnahen Gewässertäler verschiedener Größe, mit Auenwäldern, Hangwäldern an den Talwänden sowie extensiv genutzten oder brachgefallenen Feuchtwiesen sind durch NSG und durch Gebiete zum Schutz der Natur laut Landessentwicklungsplan geschützt. Hier kommen zahlreiche bedeutsame und gefährdete Arten vor, wie Bubo bubo und mehrere Fledermausarten. Teile des Rurtals, der Buchenwald Dedenborn sowie große Waldgebiete innerhalb des Nationalparks sind zusätzlich als FFH- oder Naturschutzgebiet ausgewiesen so z.B. der "Kermeter", ein Wald mit Vorkommen ebenfalls von Bubo bubo (Uhu) und Felis silvestris (Wildkatze). Weiterhin gehören extensiv genutzte, reich gegliederte Grünlandkomplexe mit bedeutsamen Arten und Biotoptypen zu den geschützten Flächen, die größtenteils als gesamtstaatlich repräsentativ eingestuft sind und teilweise zum deutsch-belgischen Naturpark "Nordeifel-Hohes Venn" gehören.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 16,04 %
Vogelschutzgebiete 0,61 %
Naturschutzgebiete 18,11 %
Nationalparke 23,72 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 32,61 %


Abgrenzung der Landschaft 'Nördliche Rureifel' (28201)

Abgrenzung der Landschaft "Nördliche Rureifel" (28201)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Urfttalsperre im Nationalpark Eifel. Im Hintergrund die "NS-Ordensburg Vogelsang" (Foto: Christof Martin)

Urfttalsperre im Nationalpark Eifel. Im Hintergrund die "NS-Ordensburg Vogelsang" (Foto: Christof Martin)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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