Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

70001 Angeln Schwansen und Dänischer Wohld


Landschaftstyp:

4.2 Ackergeprägte offene Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

1328 km²



Beschreibung:

Das östliche Jungmoränenland zwischen Flensburg und Kiel gliedert sich in drei Abschnitte: Zwischen der Flensburger Förde und der Schlei liegt Angeln, bis zur Eckernförder Bucht erstreckt sich Schwansen und weiter bis zur Kieler Förde und dem Nord-Ostsee-Kanal, der Dänische Wohld. Die Küstenbereiche sowie die Schlei sind als eigene Landschaften beschrieben. Die westliche Begrenzung stellt die Niedere Geest dar, im Südwesten, an den Dänischen Wohld grenzend, die Endmoränen der Hüttener Berge. Das Land wurde von den Grund- und Endmoränen der letzten Eiszeit gebildet, im wesentlichen durch die vier großen Gletscherzungen, die auch die Förden ausgeschürft haben. Das Land ist hügelig mit Höhen bis zu 70 m ü. NN, wobei Angeln die Einheit mit dem ausgeprägtesten Relief ist. Hier befinden sich auch die meisten abflußlosen Senken zwischen den Kuppen, die im Laufe der Zeit vermoorten und einige von Bächen durchflossene Seen. Die Hügelkette zwischen Husby und Kappeln stellt die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee dar, östlich fließen kleine Auen in die nahe Ostsee oder eine ihrer Förden, während westlich z.B. die Treene 60 km bis Friedrichstadt und dann über die Eider in die Nordsee fließt. Das Landschaftsbild ist, obwohl stark ackergeprägt, durch das sanfte Relief, die Gewässer und in weiten Bereichen ein gut ausgeprägtes Heckennetz, aufgelockert und harmonisch. Der Waldanteil ist mit 5 % verhältnismäßig gering.
Bedingt durch fruchtbare Geschiebelehme wird die Landschaft überwiegend als Ackerland genutzt. Die Moorböden der Niederungen und Senken sind zwar weitgehend melioriert und ebenfalls unter Ackernutzung genommen worden, doch beträgt der Anteil an Grünländern noch ca. 20 %.
Die Landschaft Angeln, Schwansen und Dänischer Wohld selbst ist von geringerer Bedeutung als die angrenzenden küstenbereiche sowie die Schlei. In Angeln sind der Oberlauf der Treene einschließlich einiger Seen und Niederungsgebiete (z.B. Treßsee)und die Fröruper Berge die naturschutzfachlich bedeutendsten Kernzonen. Hier werden Buchen- und Eichenwaldbestände, wie auch feuchte Moor- und trockene Heidebiotope geschützt und es wird ein Naturschutzgroßprojekt des Bundes durchgeführt, zu dem auch das mit Sandtrockenrasen bewachsene NSG "Düne am Treßsee" gehört. Das NSG "Bültsee und Umgebung" in Schwansen ist einer der letzten nährstoffarmen Seen Schleswig-Holsteins und weist eine interessante Wasservegetation auf (u.a. Lobelie (Lobelia dortmanni) und ist ebenfalls von Magerrasen umgeben. Im Dänischen Wohld ist als NSG u.a. das "Kaltenhofer Moor" zu nennen. Diese naturschutzfachlich bedeutenden Gebiete liegen jedoch in einer intensiv ackerbaulich genutzten Umgebung und nehmen weniger nur ca. 2 % der Landschaftsfläche ein.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 4,74 %
Vogelschutzgebiete 0,03 %
Naturschutzgebiete 0,29 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 1,23 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 5,14 %


Abgrenzung der Landschaft 'Angeln Schwansen und Dänischer Wohld' (70001)

Abgrenzung der Landschaft "Angeln Schwansen und Dänischer Wohld" (70001)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Blick von der Levensauer Hochbrücke bei Kiel in den Dänischen Wohld (Foto: Christof Martin)

Blick von der Levensauer Hochbrücke bei Kiel in den Dänischen Wohld (Foto: Christof Martin)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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