Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

70210 Westensee


Landschaftstyp:

4.3 Andere offene Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

354 km²



Beschreibung:

Eingebettet in die Moränenlandschaft des Ostholsteinischen Hügel- und Seenlandes liegt die Landschaft um den Westensee, die sich westlich von Kiel erstreckt und im Osten durch das breite, morphologisch markante Eidertal begrenzt wird. Diese kuppige Jungmoränenlandschaft wird von mehreren Seen, deren größter, der über 700 ha große Westensee ist, größeren Laubwaldkomplexen und einer reich gegliederten Agrarlandschaft geprägt. Besonders der Südosten ist sehr kleinparzelliert und weist eine hohe Dichte an naturnahen Kleinstrukturen auf. Ein zum Teil gut ausgebildetes Knicknetz erhöht zudem die landschaftliche Strukturvielfalt. Der größte Teil des Landschaftsraumes wird vom großen Seenkomplex des Westensees teilweise in enger Verzahnung mit Moränenlagen eingenommen. Die Endmoränen sind vorwiegend aus Geschiebelehm aufgebaut und mit Laubwäldern bestanden. Hierbei handelt es sich meist um naturnahe buchengeprägte Wälder unterschiedlichen Typs. Um den Westensee gruppieren sich eine Vielzahl von kleineren und größeren Gewässern, wie der Ahrensee und der Große und Kleine Schierensee. In den westlichen Randlagen zur Geest hin haben sich auf großen Flächen Niedermoorböden entwickelt, auf denen Grünlandnutzung stattfindet, wie z.B. im Tal der Wennebek. Typisch für das Gebiet ist ein kleinräumiger Wechsel aus trocken mageren Kuppen und feuchten Senken. Insgesamt zeigt sich hier das Bild einer strukturreichen halboffenen Kulturlandschaft auf stärker reliefiertem Gelände in Zusammenhang mit größeren Wald- und Seengebieten.
Die Ackernutzung ist die dominierende Nutzungsform. Die Grünlandnutzung tritt hinter der Ackernutzung zurück, ist aber mit über 20 % noch flächenmäßig stark vertreten. Die Bereiche um den Westensee werden von Kurzzeitbesuchern, vor allem aus dem nahe gelegenen Kiel stark frequentiert.
Ahrensee und Westensee sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Der Westensee ist ein Gebiet mit nationaler Bedeutung für Wasservögel und im Ostteil mit dem Ahrensee auch EU-Vogelschutzgebiet. Als einer der wichtigsten Haubentaucher-Rastplätze des Landes ist er von internationaler Bedeutung. Hier kommen z.B. auch Drosselrohrsänger oder Seeadler als Brutvogel vor. Westlich des Schierensees liegen ausgedehnte Quellwaldbereiche, die von Bitterschaumkraut- und Riesenschachtelhalm-Brüchen eingenommen werden und zu den größten und am besten ausgeprägten Quellwäldern in der Region Rendsburg-Eckernförde gehören. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet ist geplant. Weitere kleinflächige FFH-Gebiete liegen im Bereich des Vollstedter Sees, bei Manhagen, im Staatsforst Langwedel oder z.B. im Tal der Wennebek.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 6,81 %
Vogelschutzgebiete 1,77 %
Naturschutzgebiete 2,52 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 7,22 %


Abgrenzung der Landschaft 'Westensee' (70210)

Abgrenzung der Landschaft "Westensee" (70210)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Blick auf den Westensee (Foto: Heiko Grell)

Blick auf den Westensee (Foto: Heiko Grell)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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